Brief statt Karte bei gescheiterter DHL-Zustellung: Verlängert sich dadurch die Abholzeit für Pakete?

Veröffentlicht: 24.06.2025
imgAktualisierung: 24.06.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
24.06.2025
img 24.06.2025
ca. 2 Min.
Person holt Brief aus Briefkasten
lofilolo / Depositphotos.com
Statt der Benachrichtigungskarte testet DHL vermehrt Briefe, wenn Pakete nicht zugestellt werden können. Was bedeutet das für die Abholzeit?


Vor einigen Tagen haben wir darüber berichtet, dass die DHL aktuell eine andere Methode testet, um Empfänger darüber zu informieren, wenn ein Paket nicht zugestellt werden konnte: Statt der klassischen Benachrichtigungskarte hatten Kunden Briefe mit einem Abholcode erhalten, in dem darüber informiert wurde, dass die Sendung in einer Packstation oder Filiale abgeholt werden kann.

Diese Methode ist allerdings nicht neu, sondern wurde schon in der Vergangenheit in besonderen Fällen, wie innenliegenden Briefkastenanlagen, zu denen der Paketzusteller keinen Zugriff hat, angewendet. Laut einer DHL-Sprecherin wird die zentrale Benachrichtigung per Brief derzeit außerdem in wenigen Niederlassungen genutzt. „Für alle anderen Fälle bleibt es bei der klassischen Benachrichtigungskarte, die unsere Zustellerinnen und Zusteller vor Ort ausdrucken“, betont DHL.

Mehr Zeit zur Abholung des Pakets?

Mit der neuen Benachrichtigung per Brief ergeben sich für Kunden allerdings auch andere Voraussetzungen bei der Abholung. Die Benachrichtigungskarte landet direkt nach dem Zustellversuch im Briefkasten des Empfängers und informiert unter anderem auch über die Frist, wie lange er oder sie nun Zeit hat, das Paket am entsprechenden Lagerort abzuholen. Bei einer zentralen Benachrichtigung per Brief erhalten die Kunden – besonders mit Blick auf die Verlängerung der Brieflaufzeiten seit Beginn des Jahres – diese Information nun deutlich später. Oft liegt die Sendung dann schon einige Tage am Lagerort, ehe der Empfänger überhaupt die Nachricht bekommt, dass ein Zustellversuch gescheitert ist. Verändert sich dadurch also die Abholzeit für solche Pakete?

Die klare Antwort von DHL dazu lautet: Nein, die Lagerfrist verändert sich dadurch nicht.

Zeitfaktor als Grund für den neuen Prozess?

Nun stellt sich die Frage, warum die DHL überhaupt am bewährten Prozess mit den klassischen Benachrichtigungskarten schraubt. Der Zeitfaktor spielt dabei laut dem Bonner Logistiker jedenfalls keine Rolle. „Da der Ausdruck der Benachrichtigungskarte nur wenig Zeit in Anspruch nimmt und für die Briefbenachrichtigung auch Aufwand anfällt (z. B. in der Sortierung und beim Transport), geht es hierbei nicht um Zeitersparnis, sondern die zuverlässige Information der Kundinnen und Kunden über den Abholort ihrer Sendung“, so die DHL-Sprecherin auf Nachfrage.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 24.06.2025
img Letzte Aktualisierung: 24.06.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
5 Kommentare
Kommentar schreiben

Ole
25.06.2025

Antworten

Soetwas kann nur von Schreibtischtätern kommen. Ausbaden und unnötige Diskusionen haben dann die Onlinehändler mit den verärgerten Kunde. DHL war schon immer teurer aber dafür schnell und zuverlässig. In letzter Zeit (seit den großen Verdi Streik) klappt es nicht mehr. Ständig Tourabbrüche, ich habe mit Zustellern gesprochen, sie werden dazu angehalten.
JL
25.06.2025

Antworten

Na was für eine Logik. ------ Diese Methode ist allerdings nicht neu, sondern wurde schon in der Vergangenheit in besonderen Fällen, wie innen liegenden Briefkastenanlagen, zu denen der Paketzusteller keinen Zugriff hat, angewendet. ---------- Ist doch der selbe Fahrer der Briefpost und DHL Pakete bringt. Was nützt dann ein Brief, wenn er dann dafür auch nicht rein kommt? Diese muss ja auch zu den innen liegenden Briefkästen kommen. Sprich heute eine kurze Zeitersparnis, morgen wenn der Brief zugestellt wird, muss er schaun wie er rein kommt. Wo ist der Sinn und Zweck des ganzen? Wenn es rein um die Zeitersparnis geht, um mehr Pakete ab zu liefern, OK. Alles andere ist doch quatsch. Viel wichtiger wäre jedoch mal die Kunden zu sensibilisieren, ggf. gleich in die Postfiliale liefern zu lassen, wenn man schon weiß, man ist nicht zu Hause.
cf
25.06.2025

Antworten

Meinung: Die dümmste Idee seit langem. Die Kunden müssen eh schon mit immer längeren Lieferzeiten leben. Wenn nun auch noch 1-2 Tage für den Brief dazukommen, dann kann man künftig besser selber 500km quer durch Deutschland fahren und vor Ort einkaufen als auf DHL zu warten. Vielleicht wären ja einfach mehr Packstationen die Lösung. Wer an Packstationen bestellt zahlt etwas weniger Versandkosten (da das Zustellungs-getingel zwischen Einzelhaushalten entfällt und DHL damit kräftig Zeit beim Fahren, Klingeln, warten, etc. spart). Zudem kann jeder ganz einfach seine Pakete sofort am gleichen Tag abholen. Aber warum einfach, wenn man die Versender und Empfänger doch so schön verärgern und der Konkurenz zuspielen kann...
ip
25.06.2025

Antworten

Versteh ich das richtig, wenn der Brief 3-4 tage braucht, bis er bei mir ist, zählen diese Tage voll mit in die Abholung? Also anstatt 7 Tage habe ich dann nur noch 3-4 Tage es einer Filiale abzuholen? Und wenn der Brief 6 braucht sogar nur einen Tag? Was soll das denn? Wenn es nicht um Zeitersparnis geht, warum nicht weiter die Karte, wo ich es gleich am nächsten tag abholen kann? Das ist doch Blödsinn. Die sollten lieber an Service und Zuverlässiglkeit arbeiten und nicht ihre zeit mit so einem Käse verbringen, nach dem niemand gefragt hat...
Mathias Wegener
24.06.2025

Antworten

Also wenn es laut DHL eben nicht um Zeitersparnis geht, was ja zumindest entfernt nachvollziehbar wäre, sondern um die zuverlässige Information des Empfängers über den Erhalt beziehungsweise den Ablageort einer Sendung, dann gibt es für mich eigentlich nur zwei mögliche Erklärungen für das, was jetzt passiert. Entweder es ist ein reiner Testballon und verschwindet bald wieder. Oder zweitens die Sprecherin von DHL lügt. Denn die direkte Zustellung einer Benachrichtigungskarte durch denjenigen, der sowieso an der Tür steht und den Empfänger nicht antrifft, ist natürlich deutlich zuverlässiger als der Postversand solcher Benachrichtigungen. Denn wir alle wissen, dass Postsendungen in Einzelfällen auch verloren gehen können. Dazu kommt natürlich auch noch die Einbuße an Komfort für den Empfänger. Dieser wird nicht mehr sofort über die verpasste Zustellung informiert und kann gegebenenfalls gleich am nächsten Tag die Sendung abholen. Er wird je nach Wochentag und der Anzahl der Feiertagen in der Woche im schlimmsten Fall erst mehrere Tage nach dem erfolglosen Zustellversuch darüber informiert. Und zusätzlich erhöht es die Lagerkosten bei der Post. Denn wenn die Lagerfrist sich durch diese neue Methode nicht verändert, muss die Lagerfrist entsprechend nach hinten verlängert werden. Das kostet Geld. Also auch ich weiß natürlich nicht, was hinter diesen neuen Benachrichtigungen steckt. Ich weiß nur, dass die Aussage der Sprecherin von DHL rein faktisch und objektiv schlicht falsch ist. Die neuen Benachrichtigungformen können nicht zuverlässiger sein als die vom Paketzusteller in den Briefkasten beim Zustellversuch eingeworfene Karte. Und dann stellt sich natürlich mir die Frage, warum die Sprecherin von DHL beziehungsweise ihr Unternehmen lügt.