Anschlagspläne: Wie hoch ist die Gefahr für deutsche Zusteller?

Veröffentlicht: 19.05.2025
imgAktualisierung: 19.05.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.05.2025
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Zusteller mit Paketen
brasoveanub / Depositphotos.com
Deutsche Behörden konnten einen geplanten Sprengstoffanschlag auf den Gütertransport noch verhindern. Wie hoch ist die Gefahrenlage?


Vergangene Woche wurden drei Ukrainer wegen des Verdachts auf geplante Anschläge in Deutschland festgenommen. Sie sollen im Auftrag eines russischen Geheimdienstes gehandelt haben und planten wohl, Pakete mit Brand- und Sprengstoffvorrichtungen zu verschicken und damit Anschläge auf den deutschen Güterverkehr auszuüben.

Bereits im März soll einer der drei Männer zwei Testpakete in Köln mit GPS-Trackern aufgegeben haben, um die Transportwege auszukundschaften. Laut der Bundesanwaltschaft sollten die Sendungen in die Ukraine geschickt werden, sich aber auf dem Transportweg von Deutschland aus selbst entzünden.

Nicht der erste Fall von Sabotage

Laut dem Innenminister Baden-Württembergs, Thomas Strobl, handelt es sich hierbei um eine neue Gefahrenlage, die von sogenannten „Low-Level-Agenten“ ausgehe und die im Auftrag von ausländischen Geheimdiensten agieren. „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr richtig im Frieden“, so der Politiker beim SWR. Man sei den Sicherheitsbehörden sehr dankbar, dass durch das Eingreifen ein mögliches Sprengstoffattentat verhindert wurde.

Es ist nicht der erste Anschlag dieser Art. Bereits im Juli 2024 hat sich ein Paket in einem Leipziger Luftfrachtzentrum selbst entzündet, dabei geriet ein Container in Flammen. Hier konnte im Nachhinein ebenfalls festgestellt werden, dass es sich um einen Brandanschlag auf den europäischen Luftfrachtverkehr handelte. Laut ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg soll auch hier der russische Geheimdienst den Auftrag für den Anschlag gegeben haben.

Dass sich das Paket auf dem Boden und nicht in der Luft in einem Frachtflieger entzündet hat, war wohl reine Glückssache. Auch bei den jetzt vereitelten Anschlägen wäre nicht ausgeschlossen gewesen, dass sich die Sprengstoffvorrichtungen in Lagerhallen oder im Paketwagen entzünden. Wie gefährdet sind Logistiker und Paketboten in der aktuellen Gefahrenlage bei ihrer täglichen Arbeit?

DHL ergreift Maßnahmen

Der Bonner Logistiker hat bereits Maßnahmen ergriffen, um seine Mitarbeiter zu schützen. „DHL Express Europe hat als Reaktion auf die laufenden Ermittlungen der Behörden in mehreren Ländern risikomindernde Maßnahmen ergriffen, um sein Netzwerk, seine Mitarbeiter und Vermögenswerte sowie die Sendungen seiner Kunden in ganz Europa zu schützen“, heißt es von einem Sprecher des Unternehmens bei der Verkehrsrundschau. Man arbeite eng mit den entsprechenden Behörden zusammen, zu konkreten Maßnahmen wollte sich der Konzern allerdings nicht äußern.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.05.2025
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