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Milliardenbeträge für „einfache Verstöße“: DHL kritisiert neue Bußgeldvorschriften

Veröffentlicht: 14.12.2023
imgAktualisierung: 14.12.2023
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 3 Min.
14.12.2023
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nitpicker / Shutterstock.com
Der DHL Group könnten künftig Bußgelder im Milliardenbereich drohen. Das kritisiert der Konzern nun.


Die geplanten Bußgelder gegen die DHL Group stoßen beim Logistiker auf Unverständnis.

Die DHL Group hat jetzt heftige Kritik gegenüber den geplanten Bußgeldvorschriften des Bundeswirtschaftsministeriums geäußert, die es ermöglichen sollen, Geldstrafen gegen das Unternehmen zu verhängen. Der Konzern bezeichnet die vorgeschlagenen Sanktionen als unverhältnismäßig, da sie bis zu zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Gesamtkonzerns betragen könnten – eine Summe, die im Milliardenbereich liegen würde. Das Unternehmen argumentiert, dass solch drastische Geldbußen für vermeintlich „einfache Verstöße“ über das angemessene Maß hinausgehen. „Die Bußgeldvorschriften schießen deutlich über das Ziel hinaus“, heißt es vom Unternehmen laut der Verkehrsrundschau.

Das potenzielle Strafmaß variiert laut dem Ministeriumsvorschlag, wobei die Höhe der Geldstrafen je nach Vergehen unterschiedlich ausfallen kann – von 100.000 Euro bis zu einer Million Euro. Bußgelder in Höhe von zwei Prozent des Gesamtumsatzes wären der Maximalbetrag. Besonders besorgniserregend für die Post ist die Tatsache, dass das mögliche Bußgeld den weltweiten Umsatz des Konzerns, einschließlich Tochterfirmen, umfasst. Eine derartige Bußgeldregelung würde erhebliche finanzielle Auswirkungen haben.

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Anhaltende Qualitätsprobleme sorgen für Bewerde-Rekord

Die Bundesnetzagentur hat bisher keine Befugnis, Geldstrafen gegen den Bonner Logistiker zu verhängen, selbst wenn es zu erheblichen Qualitätsproblemen kommt. Diese waren im vergangenen Jahr besonders akut, durch den Personalmangel hatte die DHL Group erhebliche Probleme bei der Zustellung, im Herbst gab es deswegen einen neuen Beschwerde-Rekord bei der Bundesnetzagentur über die Leistungen der DHL Group.

Inmitten dieser Kontroversen unterstützt die Deutsche Post allerdings andere Teile des Postgesetz-Reformvorschlags, insbesondere Maßnahmen, die den Zeitdruck beim Briefversand reduzieren und die CO₂-Bilanz durch die Abschaffung nächtlicher Flüge verbessern sollen. Während das Unternehmen gewisse Reformen begrüßt, bleibt die Frage nach Bußgeldern ein strittiges Thema. Das Bundeskabinett wird voraussichtlich noch vor Weihnachten über die Reform entscheiden, im Frühjahr 2024 könnte die Gesetzesänderung dann endgültig beschlossen werden.

Veröffentlicht: 14.12.2023
img Letzte Aktualisierung: 14.12.2023
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
8 Kommentare
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Heinz Elflein
07.06.2024

Antworten

Zum wiederholten Male hat ein DHL-Zusteller ein Paket nicht zugestellt, sondern an eine Abholstelle gebracht. Wir waren zu Hause und haben gewartet. Es war auch kein Abholschein im Briefkasten. Bei DHL beschwert, kommt ein nichtssagendes E-Mail. Der Aufforderung, das Paket nun zuzustellen, ist DHL nicht nachgekommen. Die vermutlich benutzte Packstation habe ich gefunden. Dort musste per Mobiltelefon ein Code eingescannt werden. Leider ist mein Mobiltelefon nicht internetfähig und der Dialog hat nicht funktioniert. Ich halte es aber für eine Zumutung, ein solches wegen DHL bereit zu halten, mir reicht das Internet zu Hause. Insgesamt betrachte ich dieses Verhalten von DHL für eine große Unverschämtheit . Ich gehe davon aus, dass die Geschäftsleitun g das Verhalten ihrer Zusteller toleriert und wünsche mir die alte Bundespost zurück
gunnar
15.12.2023

Antworten

solange dann die geschädigten die gelder vom bußgeld bekommen, ist das alles ja ok.
aber sonst ist es nur um steuerlöcher zu stopfen.
immerhin bekommen wir normalbürger ja ab 1.1.24 ja schon wieder ordentlich versteckte steuererhöhunge n verpaßt.
die da oben setzten alles über firmen usw ab.
die werden auch nie den führerschein verlieren, werden ja schauffiert, fliegen in kleinen maschinen und hubschraubern usw.
da spielt auch die 100 auf der autobahn keine rolle.
Stefan
15.12.2023

Antworten

Finde ich auch völlig unangemessen. Man kann doch nicht den weltweiten Umsatz als Berechnungsgrun dlage für lokale Probleme heranziehen.
Potential für Verbesserungen gibt es immer, aber so verhältnismäßig wenige Probleme wie dieses Jahr hatten wir nicht in in den früheren 12 Jahren, in denen wir DHL-Geschäftsku nde sind.
K.I.
15.12.2023

Antworten

Hoffentlich knicken nicht wieder alle vor dem Konzern ein. Immer nur Preiserhöhungen , weniger Service und Zustellungen in vielen Regionen die uns Händlern richtig Schaden zufügen da die Onlineplattform en immer den Händler sanktionieren / abstrafen!
Thomas
15.12.2023

Antworten

Das die DHL Group damit ein Problem hat, ist ja verständlich.
Was die immer wieder auftretenden Verspätungen der Sendungen betrifft, wird ja gerne auf Mitarbeitermang el verwiesen.
Vielleicht sollte man sich bei den Entscheidungstr ägern einmal fragen, wo der Sinn ist, Zusteller/innen permanent von ihren gewohnten Touren auf andere Touren zu verlegen.
Unser Zusteller hat jahrzehntelang die gleiche Tour gehabt. Er kannte alle, die Post bekommen haben, wann sie zu Hause sind ( wegen Schichtarbeit, Urlaub u.ä.)
Es hat alles wunderbar funktioniert. Jetzt muss er eine andere Tour fahren, dazu hat er jeden Tag bis zu 50 Päckchen zusätzlich, seine frühere Tour wird jetzt von wechselnden Kollegen und Kolleginnen gefahren, die dazu noch meistens sehr unmotiviert sind.
Unser DHL Fahrer hat jetzt ein neues Fahrzeug bekommen. Ab sofort muss eine Art Fahrtenschreibe r für die Zentrale über die Zeiten der einzelnen Tätigkeiten geführt werden.
Sehr zeitintensiv. Bei einer besseren Tourenplanung könnte das Argument Mitarbeitermang el sicherlich zu einem Grossteil direkt entfallen und auch die ständigen Verspätungen der Sendungen und Lieferungen.
Jörg
15.12.2023

Antworten

Auch wir sind seit 10 Jahren DHL Kunde. Das einzige was für DHL`s Vorstand zählt, sind Gewinne. Die Qualität wird immer schlechter, die Kosten steigen, versteckt in immer neuen Zuschlägen, astronomisch.

Die charakterliche Gesinnung der DHL Führung wird beim Studium der AGB, Ziffer 4.1 deutlich. Man sichert für das kassierte Geld nämlich absolut NICHTS mehr zu! Das einzige was DHL nach AGB schuldet ist die Rückzahlung des Warenwertes, auf den Versicherungswe rt begrenzt, im Falle eines Verlustes.

4. Leistungen von DHL
(1) DHL befördert die Sendungen zum Bestimmungsort und liefert sie dort an den Empfänger ab. DHL unternimmt dabei zwar alle zumutbaren Anstrengungen, um die Sendung innerhalb der Zeitfenster entsprechend ihren eigenen Qualitätszielen (Regellaufzeite n) abzuliefern. Diese internen zeitlichen Vorgaben sind jedoch weder garantiert noch in sonstiger Weise Vertragsbestand teil, d. h. DHL schuldet nicht die Einhaltung einer bestimmten Lieferfrist...

Mit anderen Worten, DHL schuldet keinerlei Beförderungszei ten. Trotzdem man bei DHL weiß, dass diese AGB vor jedem Gericht, als AGB widrig fällt, zeigt die Verwendung, die wahre Gesinnung.

Dank einer Umsatzsteuerson derregelung (Umsatzsteuerbe freiung für alle Pakete bis 20 kg) entzieht sich der Konzern auch dem, umsatzsteuerzah lenden Wettbewerb.
Thomas Marschner
15.12.2023

Antworten

Dem kann ich nur zustimmen. Der Service wird immer schlechter, fast täglich wird ein neues, niedrigeres Niveau erreicht. Briefe an mich wurden so lange geknickt, bis sie zusammen mit einer Büchersendung in den Briefkasten passten, Lageraufträge während des Urlaubes wurden trotz Bezahlung ignoriert, die Folge war, das unser Briefkasten fast geplatzt ist, Sendungen von unserem Unternehmen sind innerhalb Deutschlands eine Woche unterwegs.
Wir haben die Zusammenarbeit mit DHL und Post beendet. Es gibt noch andere Unternehmen. Der Service ist besser, die Preise sind akzeptabel und es kommt nicht alle paar Wochen eine Erhöhung für Geschäftskunden . Kann ich nur empfehlen, es dauert eine Anmeldung, ein Telefongespräch und fertig.
Michael
15.12.2023

Antworten

Finde ich sehr gut, die Missbrauchen Ihr Machtmonopol und machen momentan ja was Sie wollen. Wir sind 13 Jahre Geschäftskunde bei der DHL - dieses Jahr ist es eine reine Katastrophe!