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Teurer und deutlich langsamer: Deutsche Post will Briefzustellung ändern

Veröffentlicht: 09.10.2023
imgAktualisierung: 09.10.2023
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 3 Min.
09.10.2023
img 09.10.2023
ca. 3 Min.
Brief wird in Briefkasten geworfen
Asvolas / Shutterstock.com
Die Deutsche Post will Standardbriefe künftig langsamer zustellen: Aktuelle Pläne sehen eine dreitägige Laufzeit vor.


Die Briefzustellung in Deutschland könnte sich künftig spürbar ändern.

Nach aktuellem Stand muss die Deutsche Post 80 Prozent aller Briefsendungen in Deutschland bereits am nächsten Werktag ausliefern, am zweiten Werktag liegt die Pflichtquote bei 95 Prozent – so schreiben es die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen rund um die Post­ver­sor­gung vor. Doch genau diese Quoten will der Logistiker ändern.

Geht es nach der Deutschen Post, sollen Standardbriefe künftig deutlich mehr Zeit bekommen, um bei den Empfängerinnen und Empfängern zu landen: Sie sollen in der Regel erst nach drei Tagen ankommen. Dringlichere Briefe könnten hingegen als „Prio-Briefe“ verschickt werden, sodass diese bereits am nächsten Tag zugestellt werden. Entsprechende Pläne hat Post-Managerin Nikola Hagleitner laut Spiegel gegenüber der Welt am Sonntag verkündet.

Auch Preiserhöhungen sollen folgen

Die anvisierten Änderungen rund um die Laufzeiten der Briefe würden demnach auch mit einer Erhöhung der Preise einhergehen: „Der Prio-Brief müsste höher liegen als das aktuelle Porto, aber wir reden nicht über eine Verdoppelung des Preises“, wird Hagleitner zitiert. 

Darüber hinaus zielt die Post mit Blick auf deutlich gestiegene Kosten auch auf neue Preise für die künftigen Standardbriefe ab. Welche preislichen Konditionen das Unternehmen genau ins Auge fasst, ist bis dato nicht bekannt. Laut Hagleitner sei die Bundesnetzagentur hier gefragt, das „Preisverfahren nach oben hin“ neu zu bestimmen.

Netzagentur erteilt Briefporto-Erhöhung für 2024 eine Absage

Um den gesetzlichen Postuniversaldienst weiter erfüllen zu können, bräuchte es laut der Post-Managerin „eine neue Entgeltregulierung, die uns eine Gewinnmarge ermöglicht, aus der wir jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in die Zustellung investieren können“. Die Briefmengen sind indes rückläufig: Für dieses Jahr prognostiziert das Unternehmen ein Minus von sechs Prozent.

Eigentlich hatte die Deutsche Post geplant, das Briefporto bereits 2024 anzuheben. Diesem Vorhaben hatte die Netzagentur im August allerdings eine Abfuhr erteilt, da der Logistiker nicht in der Lage gewesen sei, etwaige Kostensteigerungen auch hinreichend nachzuweisen.

Sechs-Tage-Zustellung soll bleiben

Auch auf politischer Ebene sind Änderungen bei der postalischen Zustellung in Planung: Eine Modernisierung des Postgesetzes gehört zu den Vorhaben der Ampelkoalition. Gemäß einer Anfang des Jahres vorgelegten Novelle soll grundsätzlich an den aktuellen Laufzeitvorgaben gefeilt werden.

Während die Laufzeiten künftig wahrscheinlich eine Anpassung erfahren, wolle die Deutsche Post bei der Zahl der Zustelltage hingegen keine Neuerungen einführen. „Wir haben kein Interesse daran, an der Sechs-Tage-Zustellung etwas zu ändern“, so Hagleitner weiter.

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Veröffentlicht: 09.10.2023
img Letzte Aktualisierung: 09.10.2023
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Herr Anonym
10.10.2023

Antworten

Briefe sollen also teurer UND langsamer werden....

Die Deutsche Post scheint es zu verstehen, den unliebsamen (unprofitablen) Briefversand "loszuwerden".


;)
gunnar
10.10.2023

Antworten

es kommen doch nur noch selten briefe mit zusatz prio innerhalb 2-3 werktagen an.
im gegenteil, teils bis 8-10 tage keine seltenheit.
wie soll das später dann für nochmehr geld klappen.????
Hubert
10.10.2023

Antworten

Super Strategie. Man fragt deine Dienstleistung nicht mehr so stark nach, und die Lösung soll darin bestehen, dass ich meine Dienstleistung teurer und unattraktiver mache. Lernt man das in der Universität? Zudem ist es scheinheilig, da die Post schon jetzt die garantierten Laufzeiten immer seltener einhält. Montags wird praktisch gar nicht mehr zugestellt, und vor allem in den letzten Monaten häufen sich bei uns die Beschwerden wegen überlanger Laufzeiten von Briefen.
Hd
10.10.2023

Antworten

Deutschland wir haben das Gefühl das es immer schneller weiter bergab geht - fast, denn nur die Preise steigen weiter steil auf in den Olymp.
Uns beschleicht das Gefühl das die Manager, außer Preise zu erhöhen nichts weiter können. Damit sind diese aber auch bald überflüssig! Die KI kann das dann alles erledigen.