Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

„Taschenspielertrick“: Tarifeinigung bei der Post enttäuscht die Angestellten, drohen nun doch Streiks?

Veröffentlicht: 15.03.2023
imgAktualisierung: 15.03.2023
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 5 Min.
15.03.2023
img 15.03.2023
ca. 5 Min.
Deutsche Post Angestellte
frantic00 / Shutterstock.com
Der vorlegte Tarifvertrag der Deutschen Post überzeugt nicht alle Beschäftigten. Verdi ermutigt unterdessen zur Annahme des Angebot.


Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Post und Verdi sind noch nicht komplett vom Tisch, viele Mitarbeiter zeigen sich enttäuscht über das vorgelegte Angebot.

Nach vier zähen Gesprächsrunden konnten sich die Deutsche Post DHL Group und die Gewerkschaft Verdi vergangene Woche endlich auf einen gemeinsamen Nenner im Tarifstreit einigen. So ganz sind unbefristete Streiks aber noch nicht vom Tisch. Aktuell lässt Verdi ihre Mitglieder über das neue Tarifangebot abstimmen und empfiehlt eine Annahme. Ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigt allerdings, dass nicht alle Post-Beschäftigten und Gewerkschaftsmitglieder zufrieden mit dem Angebot der Deutschen Post sind.

„Das Angebot ist doch ein Witz“

Verdi bewertet Tarifeinigung als positiv

Die Gewerkschaft selber zeigt sich erfreut über das Tarifergebnis. „Das ist ein gutes Ergebnis, das ohne den Druck und die hohe Streikbereitschaft unserer Mitglieder nicht hätte erreicht werden können“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis in einer Meldung der Gewerkschaft.

„Positiv sind die hohe Einmalzahlung im April, die Erhöhung der monatlichen Inflationsausgleichssonderzahlung um 20 Prozent gegenüber dem letzten Angebot und das Vorziehen der tabellenwirksamen Festbetragserhöhung um acht Monate. Mit diesem Tarifergebnis wird unser wichtigstes Ziel, einen Inflationsausgleich insbesondere für die unteren Einkommensgruppen zu schaffen, nach den aktuellen Prognosen der zu erwartenden Preissteigerungsrate erreicht.“ 

In einer erneuten Urabstimmung unter den Verdi-Mitgliedern soll nun über die Ablehnung oder Annahme des neuen Tarifvertrages abgestimmt werden. Entscheidet sich die deutliche Mehrheit gegen das Angebot, könnten doch noch unbefristete Streiks der Post-Angestellten drohen.

Veröffentlicht: 15.03.2023
img Letzte Aktualisierung: 15.03.2023
Lesezeit: ca. 5 Min.
Artikel weiterempfehlen
Corinna Flemming

Corinna Flemming

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

Coco
16.03.2023

Antworten

Manchmal wäre ein Perspektivwechs el wünschenswert. Viele Arbeitnehmer werden nicht nach Tarif bezahlt, bekommen also deutlich weniger trotz Vollzeit-Arbeit und hoher Kompetenz, und erhalten auch nicht jedes Jahr automatisch eine Erhöhung zur Inflation. Manche können auch vom steuerfreien Inflationsausgl eich, wie er zur Zeit möglich ist (max. 3000 EUR), nur träumen. Auf dem freien Markt ist es quasi normal jahrelang keine Gehaltserhöhung zu bekommen, ansonsten muss man jede noch so geringe Erhöhung selbst (allein) verhandeln. Mal dankbar sein für das was man hat und Streik nicht inflationär als Erpressungsmitt el einsetzen!