DHL: Paketboten müssen offenbar für Sendungsverlust zahlen

Veröffentlicht: 09.06.2021
imgAktualisierung: 09.06.2021
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
09.06.2021
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DHL Paketbote im Zustellfahrzeug
JuliusKielaitis / Shutterstock.com
Wenn Sendungen verloren gehen, sollen bei DHL die Paketboten dafür zahlen müssen. Das soll derzeit wegen kontaktloser Zustellung häufiger der Fall sein. DHL dementiert.


Kontaktlose Zustellung und Abstellgenehmigungen könnten das Risiko, dass eine Sendung verloren geht, derzeit erhöhen. Müssen dafür bei DHL die Paketboten geradestehen? 

Kommt eine bestellte Sendung nicht an, sondern geht stattdessen verloren, ist Frust vorprogrammiert. Derzeit werden coronabedingt jedoch immer mehr Waren verschickt – was auch das Verlustrisiko erhöht – sei es durch Betrugsmaschen oder die Abgabe beim Nachbarn, nach der das Paket nicht mehr auffindbar ist. Diesbezüglich steht auch das Verfahren der kontaktlosen Zustellung in der Kritik, das u. a. DHL seit März 2020 eingeführt hat, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bei dieser Form der Übergabe klingelt der Zusteller, stellt das Paket ab und wartet mit etwas Abstand, bis der Empfänger herauskommt. Anschließend quittiert der Bote die Lieferung. Ähnliche Befürchtungen, dass Pakete verloren gehen, werden außerdem mit der anstehenden Änderung, dass DHL-Boten ab Juli bei Abstellgenehmigungen nicht mehr klingeln, in Verbindung gebracht.  

Verschwindet etwa eine Online-Bestellung, muss der Händler haften, der dann wiederum beim Logistiker Schadenersatz verlangen kann. Bei DHL sollen letztlich die Paketboten für den Verlust geradestehen, wie derzeit die Welt mit Verweis auf Gewerkschaftsinformationen berichtet. 

Post zieht Kosten für Paketverlust vom Gehalt der Zusteller ab

Der Meldung zufolge hätte DHL nach dem Verlust der Sendungen Zusteller in Regress genommen und es sollen ihnen die Kosten für den Schaden vom Gehalt abgezogen worden sein. Auch habe es Vergleiche gegeben, nach denen die DHL auf einen Teil der Forderungen verzichtete. Die Anzahl solcher Regressfälle solle sich bereits erhöht haben, nach Informationen der Welt hätten mehrere Betroffene deshalb Rechtsschutz gesucht. 

DHL: Regressfälle seien selten

Der Deutschen Post DHL zufolge seien Fälle, in denen der Konzern einen Regressanspruch prüfe, „sehr selten“, zitiert die Welt den Logistiker. Die Paketzusteller würden nicht allein aufgrund strittiger Zustellverfahren in Regress genommen. Einen Zusammenhang von vermehrten Regressansprüchen angesichts der kontaktlosen Zustellung werde ebenfalls nicht registriert. Man sehe derzeit keine negativen Effekte bei der Haftungsentwicklung, heißt es.

Veröffentlicht: 09.06.2021
img Letzte Aktualisierung: 09.06.2021
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Dominik
18.10.2024

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Für solche Vorgehen den Leuten die für die erbrachte Leistung auch noch Geld abzuziehen gehört die deutsche Post weggeklatscht.
Dirk
14.06.2021

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Hallo Ralf, unsere Kunden gehen meistens davon aus, daß es keine Abholpflicht von einer Filiale gibt, da dies nicht die angegebene Lieferadresse ist.
Uwe Busch
10.06.2021

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Das ist bei allen Lieferdiensten schon seit Jahren an der Tagesordnung.
Ralf Breves
09.06.2021

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Ich habe bis 2020 insgesamt knapp 39 Jahre für die Post gearbeitet. Wenn ich heute noch dort arbeiten würde dann dürfte jeder der nicht da ist, sein Paket bei der Filliale abholen. Ich würde zwar intern Ärger bekommen aber das wäre es mir wert bevor ich zahlen müsste