In der Logistik fehlt Personal. So weit keine Neuigkeit. Mit unterschiedlichen Mitteln versuchen die Lieferdienste, diesem Mangel und den damit verbundenen Herausforderungen entgegenzuwirken. Die DHL will auf das Problem offenbar mit einem neuen Konzept reagieren: Geplant sind sogenannte schnelle Einsatzgruppen, die kurzfristig genau dort einspringen sollen, wo der Personalbedarf besonders hoch ist – und die Arbeit also ohne Hilfe kaum zu schaffen wäre.
Zusteller sollen standortübergreifend eingesetzt werden
Ziel ist es, Engpässe im laufenden Betrieb abzufedern und die Zustellung der Sendungen möglichst stabil zu halten. Die geplanten Einsatzgruppen sollen dabei nicht nur innerhalb einzelner Zustellstandorte – also in ihren gewohnten Zustellregionen – tätig werden.
Vorgesehen ist auch, dass Mitarbeitende standortübergreifend eingesetzt werden. Für die Zustellerinnen und Zusteller heißt das, dass sie also auch kurzfristig in andere Regionen wechseln, in denen es personelle Ausfälle beziehungsweise eine besonders hohe Arbeitsbelastung gibt. Und genau das führt zu Kritik.
Offene Fragen zum praktischen Einsatz
Wie die Fachgewerkschaft DPVKOM auf ihrer Website schreibt, hat DHL bislang nicht genau erklärt, wie diese schnellen Einsatzgruppen im Arbeitsalltag konkret organisiert werden sollen. So sei etwa unter anderem offen, welche betrieblichen Regelungen bei standortübergreifenden Einsätzen gelten. Auch die Frage, welche Weisungsbefugnisse welche Führungskräfte haben, sei noch nicht geklärt. Diese Punkte sind laut Gewerkschaft für die praktische Umsetzung entscheidend und könnten entsprechend Einfluss auf die Effizienz der geplanten Maßnahme haben.
Für Händler ist insbesondere relevant, ob die neue Einsatzstrategie der DHL dazu beitragen kann, Zustellverzögerungen zu vermeiden und die Servicequalität auch in Zeiten hoher Auslastung – beispielsweise in der Weihnachtszeit – auf einem konstanten Niveau zu halten.
Auch bei anderen Logistikern seien bereits ähnliche Modelle im Einsatz: Nach Angaben von Paketda stellt DPD über die Unternehmenstochter DPD Service GmbH etwa Teams bereit, die dort anpacken, wo die Lage kritisch wird. Und dies betreffe nicht nur hauseigene Standorte der DPD, sondern auch Subunternehmen.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Tina Plewinski
Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.
Kommentar schreiben
Antworten
Ihre Antwort schreiben