Aggressive Strategie mit Paketshops
Interessant ist die aggressive Strategie der DHL zum Thema Paketshops. Vom Start weg sollen 800 Shops in den Ballungszentren aktiv sein. Zum Ende des Jahres sind landesweit 2.000 Shops geplant. Einzige technologische Voraussetzungen für die Shops sollen eine Ladentheke, ein Smartphone und eine Internet-Verbindung sein. Pakete können dort abgegeben werden, wenn sie über die DHL-Webseite bereits vorfrankiert wurden. Wahrscheinlich werden diese Shops auch für die Ersatzzustellung verwendet. Abrechnungsprozesse mit Bargeld oder Geldkarten finden im Shop nicht statt.
Nach Informationen auf der Webseite von post.at hat die Österreichische Post derzeit 1.800 Post Geschäftsstellen. Die DHL will somit binnen 16 Monaten gleichziehen, ein ambitioniertes Ziel. Ein Wettbewerb um die Poststellen ist wahrscheinlich. Die DHL spricht von „langfristige Partnerschaften und anderen Angeboten“. Wahrscheinlich kann sie in Österreich jedoch bei den Poststellen nicht so restriktiv agieren, wie im deutschen Markt.
Neben den Preisvorteilen wird die Servicequalität und -dichte bei den Paketshops maßgeblich über Erfolg und Misserfolg der DHL Strategie entscheiden. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre im deutschen Poststellen-Markt wird es sehr schwierig, ein so großes Netz in so kurzer Zeit aufzubauen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie groß die Wechselbereitschaft bestehender Poststellen ist und inwiefern es der DHL gelingt, neue Standorte für Poststellen zu erschließen. Und, ob es der Österreichischen Post gelingt, die besten Poststellen an sich zu binden.
Schon jetzt wird deutlich, dass die Margen im Paketgeschäft so attraktiv sind, eigene Zustellnetze in anderen Ländern aufzubauen. KEP Unternehmen in Deutschland werden beobachten können, welche Strategien wie wirken und die Aussage der DHL - Österreich auf Deutschland münzen: „Marktführer haben es mit Innovationen ja nicht immer ganz so eilig wie neue Mitbewerber, die in den Markt drängen.“
Der BdKEP arbeitet daran, besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen attraktive Segmente des Postmarktes zugänglich zu machen. So können für Versender neue Serviceangebote und eine breite sowie leicht zugängliche Landschaft verschiedener Dienstleister entstehen.
Über den Autor:
Andreas Schumann ist langjähriger Postexperte und seit Mai 2014 Vorsitzender des Bundesverbandes der Kurier-, Express- und Postdienste e.V. (BdKEP). Nach dem Studium der Landwirtschaft und Betriebswirtschaft hat er mit der Öffnung des Postmonopols 1998 einen der ersten Stadtpostdienste in Deutschland gegründet. Als die Fiege Logistik AG das Unternehmen übernahm, baute er den bis heute erfolgreich am Markt tätigen Briefdienst der Sächsischen Zeitung Postmodern auf. 2001 wechselte er zu EP Europost, heute TNT Post GmbH & Co. KG, nach Hannover. Dort hat er in verschiedenen Führungspositionen die Produkt- und Prozesslandschaft des Unternehmens maßgeblich geprägt und aufgebaut, zuletzt als Direktor Qualität. Im April 2010 gründete er die internetPost AG.
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- einen dauerhaften Wunschort,
- oder einen dauerhaften Wunschnachbarn festzulegen.
Es gibt keinen Shop, und eine neuerliche Zustellung wohl auch nicht .... das Paket würde zurückgeschickt.
Dauerhaften Wunschort? Soll ich schreiben "stellen Sie bitte das Paket an der Wohnungstür ab" (ist zwar alles schon dagewesen, aber ein 'sicherer Abstellort' in einem Wiener Mietshaus .....?!?)
Oder ein dauerhafter Wunschnachbar? Nachbarn die gerade angetroffen werden, nehmen zwar immer wieder mal Pakete an, aber ein 'Wunschnachbar' müßte dann ja auch dauerhaft anwesend sein!
Also, dann besser gar nicht bestellen, oder?
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