Morgens bestellen, abends schon in den Händen halten – das Bedürfnis zu taggleichen Lieferungen hat bei den deutschen Konsumenten deutlich nachgelassen.
Über lange Jahre hinweg war es das Ziel vieler Paketdienste, möglichst schnell zu liefern. Nach der Next Day Delivery kam die Same Day Delivery, also die taggleiche Zustellung von bestellten Produkten. Die Hoffnung auf diese Dienstleistung war groß unter den Logistikern. Vom neuen Standard und vom „Gamechanger für den Online-Handel“ war die Rede. In einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2014 prognostizierte die Unternehmensberatung, dass 15 Prozent der Paketumsätze in Westeuropa in 2020 durch Same Day Delivery-Pakete erreicht werden. Deutschland sollte demnach einen Anteil von 27 Prozent (rund 837 Millionen Euro) daran haben.
Jetzt zeigt sich aber: Die Nachfrage konnte nicht mit den hohen Erwartungen mithalten, Same Day Delivery war stets nur ein Nischenmarkt. Bereits in 2017 offenbarte eine YouGov -Studie, dass die Zustellung einer Lieferung an einem Wunschtermin den Kunden deutlich wichtiger ist, als die Lieferung noch am selben Tag.
Das geringe Interesse an dieser Dienstleistung konnte auch danach nie so richtig Fahrt aufnehmen, nach und nach zogen KEP-Dienstleister die Reißleine und verabschiedeten sich von dem Service.
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