Was bedeutet das Coronavirus für Fahrer?
In diesen Regionen sind medizinische Untersuchungen der Fahrer (Temperaturmessung und Evaluierung von Symptomen) an Be- und Entladestellen Pflicht. In einigen extremeren Fällen wird von Frachtführern sogar das Tragen einer Maske verlangt, was viele von ihnen bereits bei den italienischen Transportverbänden kritisiert haben.
Um das Risiko zu reduzieren und weil die Lage bereits überaus komplex ist, hat Italien unter Verweis auf gesundheitliche Gründe durch Schließung seiner Grenzen das Schengen-Abkommen vorübergehend ausgesetzt, damit an Zugängen medizinische Kontrollen durchgeführt werden können. Dieses Szenario ist zwar noch in weiter Ferne, aber die Lage verändert sich täglich.
Italien ist, wie man sagt, das am stärksten betroffenen Land in der Europäischen Union, aber auch die registrierten Fälle in allen Nachbarländern nehmen zu. In Spanien gibt es bereits Hunderte von bestätigten (mild verlaufenden) Fällen mit Ausbrüchen in Madrid und im Baskenland. Und obwohl noch keine präventiven Beschränkungen getroffen wurden, könnte es im Falle drastisch steigender Ansteckungszahlen irgendwann dazu kommen.
Die Verlangsamung, die durch all diese Maßnahmen erreicht wird, ist unstrittig, und zwar auf allen Ebenen. Tatsächlich müssen wir – bezogen auf den Gütertransport auf der Straße – nicht nur die direkten Kosten dieser Beschränkungen tragen. Was wir zudem berücksichtigen müssen, sind alle indirekten Kosten, angefangen von der Verknappung an Ursprungsorten, die zwangsläufig zu einem geringeren Frachtbedarf führen, bis hin zu wirtschaftlichen Verlusten, die diese Widrigkeiten für die Transportunternehmen bedeuten können, die dann entsprechend Budgetkürzungen vornehmen müssen.
Wenn man bedenkt, dass die Fallzahlen vorerst weiter steigen werden, wird es immer wichtiger, sachgerechte Informationen über die Entwicklung des Coronavirus bereitzustellen. Natürlich müssen wir vorsichtig sein, um nicht in Sensationsgier zu verfallen und um Entscheidungen zu vermeiden, die für bestimmte Sektoren unumkehrbar sein könnten. Prävention ist definitiv der Schlüssel und eine bevorzugte Alternative, die viele Länder nutzen, wenn es um den Umgang mit dieser globalen Erschütterung geht. Der Handel wird jedoch nie komplett zum Erliegen kommen, und wie es immer in solchen Fällen geschieht, wird das Coronavirus nach ein paar Monaten für uns alle eine bittere Erinnerung sein.
Über die Autorin: Julia Ripo ist Master-Absolventin der Vrije Universiteit Brüssel und seit letztem Jahr Content Marketeer der Teleroute-Frachtbörse, die zur Alpega-Gruppe gehört. Sie befasst sich aktuell mit den Auswirkungen des Coronavirus COVID-19 auf den Transportsektor.
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