„Ein zentrales Fahrzeug brächte keine Entlastung"
Logistik-Professor Schocke geht sogar noch weiter und nimmt die KEP-Dienstleister in Schutz: „Sie seien nur gefühlt ein großes Verkehrsproblem, weil sie durch ihre Farbe und Wiedererkennbarkeit im öffentlichen Raum gut zu identifizieren seien, wenn sie in der zweiten Reihe parkten.“ Die eigentlichen Ladezonen, die unter anderem auch für die KEP-Lieferfahrzeuge vorgesehen sind, werden von Handwerkern und Privatpersonen blockiert. Dass die KEP-Fahrzeuge auch gar keine so große Schuld an Staus und ähnlichem tragen, kann Schocke mit einer Studie belegen, die er vor zwei Jahren durchführte. Damals zählte sein Team in der Frankfurter Innenstadt nach und stellte dabei fest, dass der Anteil von Paketdienstleistern am gewerblichen Verkehr gerade einmal bei zehn Prozent liegt. Eine ähnliche Studie kommt für Darmstadt auf 30 Prozent. Ein weiteres Argument, das gegen die Pläne der Politik spricht, ist die generelle Auslastung der KEP-Fahrzeuge. Die Paketfahrzeuge sind „mit 180 bis 250 Sendungen schon jetzt rappelvoll“. „Ein zentrales Fahrzeug brächte keine Entlastung", bilanziert Schocke gegenüber der Hessenschau, weswegen der CDU-Vorschlag von „logistischem Nicht-Sachverstand“ zeuge.
Auch die CDU rudert nun etwas zurück und räumt ein, dass der Vorschlag noch kein „Patentrezept“ sei. Allerdings suche man das Gespräch mit den einzelnen Dienstleistern, um mögliche Lösungsideen zu entwickeln. Zudem hofft man bei der Frankfurter CDU, dass der Vorschlag zur Pakettransporter-Reduzierung in das Parteiprogramm der Landes-CDU aufgenommen wird. Ein entsprechender Antrag soll im September beim Landesparteitag gestellt werden.
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