Lkw-Fahrermangel: ELVIS will Maßnahmenkatalog erarbeiten

Veröffentlicht: 20.06.2018
imgAktualisierung: 20.06.2018
Geschrieben von: Julia Ptock
Lesezeit: ca. 3 Min.
20.06.2018
img 20.06.2018
ca. 3 Min.
Fahrer vor Lkw
© bbernard – shutterstock.com
Das Thema Lkw-Fahrermangel beschäftigt die Branche. Die Speditions- und Einkausfkooperation ELVIS will nun einen Maßnahmenkatalog erstellen, der Unternehmen bei der Suche helfen soll.


Prognosen gehen davon aus, dass bis 2022 gut 150.000 Lkw-Fahrer fehlen werden. Für Unternehmen aus der Logistik wird die Suche nach Fachkräften immer schwerer. Die Speditions- und Einkausfkooperation ELVIS nimmt sich dem Problem des Fahrermangels jetzt an. Mit einem Maßnahmenkatalog soll Unternehmen geholfen werden, neue Fahrer künftig schneller und verlässlicher zu finden.

„Qualifiziertes Fahrpersonal ist inzwischen ein rares Gut. Diese Situation wird sich in absehbarer Zeit nicht entspannen. Daher ist es umso wichtiger, die Weichen für die Zukunft zu stellen und Vorkehrungen zu treffen“, sagt Christine Platt, Prokuristin der ELVIS AG. Die Branche wird der Aussage von Platt zustimmen. Aktuell sollen allein in Deutschland bis zu 45.000 qualifizierte Fahrzeugführer fehlen. Bis 2020, so prognostiziert es die Initiative „FairTruck“, sollen es sogar 150.000 sein.

44 Tage bis zur Stellenbesetzung

Die Speditions- und Einkausfkooperation ELVIS hat Personalleiter und Geschäftsführer von 121 Betrieben im ELVIS-Verbund befragt, wie lang es dauert, bis eine Fahrerstelle besetzt ist. Das Ergebnis: 44 Tage. 14 Prozent der Fahrer sind älter als 50 Jahre. Die Zahlen machen sehr deutlich, dass sich der Fahrermangel zu „einem gravierenden Problem“ entwickelt, welches zudem nach Ansicht von ELVIS so komplex ist, dass die Entwicklung von Lösungsansätzen den durchschnittlichen mittelständischen Spediteur überfordert.

Aus diesem Grund hat man sich bei ELVIS dazu entschlossen, unter Einbeziehung der Mitglieder und Lkw-Fahrer, mit denen die verschiedenen Themenschwerpunkte regelmäßig besprochen und diskutiert werden, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, der den ELVIS-Mitgliedern als Leitfaden dienen soll, Fahrer enger an das eigene Unternehmen zu binden. Dieser Katalog soll Ziele und Wirkweisen einzelner Maßnahmen als auch deren Umsetzung erläutern. Dabei soll der Katalog so konzipiert werden, dass er laufend erweitert, ergänzt und gegebenenfalls angepasst werden kann.

Welche Faktoren sind für die Fahrer-Zufriedenheit wichtig?

Unterstützung holt sich ELVIS beim Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Logistik- und Beschaffungsmanagement der Universität Stuttgart. Im Rahmen von Erfahrungsberichten soll vor allem geklärt werden, welche Faktoren sich wie und in welchem Ausmaß auf die Zufriedenheit der Lkw-Fahrer mit ihrem Arbeitsplatz und -geber auswirken. „Nur wenn wir wissen, warum sich ein Fahrer für ein Unternehmen entscheidet oder umgekehrt einen Arbeitgeberwechsel anstrebt, können wir praxistaugliche Instrumente entwickeln, die es uns erlauben, auf diese Entscheidungen Einfluss zu nehmen“, erläutert Platt.

Die bereits unter den Personalleitern und Geschäftsführern durchgeführte Befragung ergibt in diesem Zusammenhang die ersten Anhaltspunkte. Nachfolgende Aspekte wirken sich nachweislich positiv aus: eine gute Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten, geldwerte Vorteile, die Vermittlung von Wohnraum, das Einbeziehen der Fahrer bei der Lkw-Ausstattung, das Angebot gesundheitsfördernder Maßnahmen, persönliche Wertschätzung sowie der Einsatz eines Fahrerbetreuers.

 

Veröffentlicht: 20.06.2018
img Letzte Aktualisierung: 20.06.2018
Lesezeit: ca. 3 Min.
Artikel weiterempfehlen

Julia Ptock

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

Hans
21.06.2018

Antworten

...komisch, ich sehe auf der Autobahn fasst nur noch deutsche Speditionen mit Kennzeichen aus dem Balkan wo auch die meisten Fahrer herkommen. Nur bei solchen Fahrern lässt sich die schlechte Bezahlung und die massive Nicht- Beachtung der gesetzlichen Fahrzeiten durchdrücken. Daher finde ich den ganzen Artikel überflüssig. Es muss doch gut Laufen für die deutsche Logistik. Billige Fahrer aus dem EU Ausland gibt es doch in Massen. Oder will jetzt etwa die deutsche Logistik Branche das Ruder rumreißen und mehr qualifizierte deutsche Fahrer einstellen, mit ordentlicher Bezahlung und geregelten Fahr-und Ruhezeiten. Alternativ würden weniger "Fahrer fehlen" wenn mehr auf dien Schiene verlegt würde.