Im Interview sprechen wir mit Sabrina Pohlmann über ihre Arbeit als Beraterin für nachhaltige Logistik und was jeder einzelne von uns zum Klimaschutz beitragen kann.
Hallo Frau Pohlmann, erzählen Sie etwas über sich.
Sehr gerne. Als Kind der Achtzigerjahre wuchs ich in Berlin auf und war schon, seit ich denken kann, von der Logistik umgeben. Meine Eltern hatten eine Spedition und ich arbeitete bereits als Schülerin im elterlichen Betrieb mit. Ich konnte viel lernen und meine Faszination für Lkw, Lager, Organisation, Planung, Abläufe etc. wuchs stetig. Nach der Schule absolvierte ich eine Ausbildung zur Speditionskauffrau, studierte im Anschluss Logistik und erlangte dort meinen Abschluss zur Betriebswirtin. Das Thema Nachhaltigkeit hat mich ebenfalls seit meiner Kindheit begleitet. Ich hatte sogar mit meiner besten Freundin zusammen einen „Umweltclub“.
Warum sind Sie Beraterin für nachhaltige Logistik geworden?
Zum Ende meiner Schulzeit war ich, wie viele junge Menschen, noch etwas unschlüssig, was ich gerne bis an mein Lebensende machen möchte. Schlussendlich wollte ich aber in die Fußstapfen meiner Eltern treten und bin als Azubine bei meinen Eltern eingestiegen. Das war auch eine sehr gute Entscheidung, denn ich bekam schon frühzeitig spannende und verantwortungsvolle Aufgaben. 2020 sind es mittlerweile 20 Jahre Berufserfahrung.
2015 gründete ich mein veganes FairFashion Label FERDINandNOAH. Meine Arbeit dort ist sehr inspirierend und Augen öffnend. Denn aus der Rolle eines Herstellers heraus merkte ich schnell, welche Verantwortung und Steuerungsmöglichkeit ich im Hinblick auf die Produktentwicklung habe. Darüber hinaus wollte ich mehr als „nur“ ein nachhaltiges Produkt verkaufen. Für mich war klar, dass auch die Prozesse, Abläufe etc. entsprechend ausgerichtet sein müssen. Gerade im digitalen Zeitalter bringt das beste, nachhaltigste Produkt nur halb so viel, wenn es in Plastik verpackt per Karton oder Tüte durch die Weltgeschichte und schlussendlich durch volle Straßen transportiert wird. Es ist mir ein Anliegen, diese Erkenntnis zu teilen und andere „an die Hand zu nehmen“, um Optionen aufzuzeigen. Aus diesem Grund gründete ich GRYNA und verband Logistik mit dem Thema Nachhaltigkeit.
Welche einfachen Schritte können auch kleine Unternehmen gehen, um schnell und einfach nachhaltiger arbeiten zu können?
Die beste Art, nachhaltig zu arbeiten, ist die Reduzierung von Verbrauchsmaterialien. Gehen Sie mit gesundem Menschenverstand an die Dinge und wägen Sie ab, ob es nun wirklich nottut, etwas zu drucken oder Dinge x-mal mit Folie zu umwickeln, „damit es hält“ oder „luftdicht“ verschlossen ist. Versuchen Sie, Plastik zu vermeiden, und ersetzen Sie, zum Beispiel Plastikflaschen durch Glas oder Wasserspender.
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