Der Moderiese Zalando zieht sich aus Erfurt zurück. Doch mehr als hundert gekündigte Beschäftigte ziehen nun vor das Arbeitsgericht.
Das juristische Nachspiel beginnt
Ende September fallen in Erfurt endgültig die Rolltore. Nachdem Zalando bereits verkündet hatte, den Standort komplett aufzugeben, folgt nun das juristische Nachspiel. Wie der von der Nachrichtenagentur dpa veröffentlichten Meldung zu entnehmen ist, liegen beim zuständigen Arbeitsgericht mittlerweile 109 Klagen gegen die betriebsbedingten Kündigungen vor. Die ersten Güteverhandlungen haben begonnen.
Der Standortschließung war ein monatelanges Tauziehen zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung vorausgegangen. Anfang Juli einigten sich beide Seiten auf einen Sozialplan für die zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 2.100 Beschäftigten.
Abwicklung um jeden Preis?
Hintergrund der Schließung ist eine tiefgreifende Neuausrichtung des konzerneigenen Logistiknetzwerks. Vor allem die Übernahme von About You im vergangenen Jahr hat den Druck auf den Konzern erhöht, die europäischen Lagerstandorte neu zu ordnen und Synergien zu heben. Für die Erfurter Belegschaft bedeutet dieser Effizienzkurs das Aus, während ein neuer Standort in Gießen entstehen soll.
Ob sich Zalando damit einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. Standortschließungen und Kündigungswellen hinterlassen Kratzer am Image. Das ist besonders riskant in einer Zeit, in der verlässliches Personal für das Fulfillment Mangelware ist.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Yvonne Bachmann
Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.
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