Webseitenbetreiber benachteiligt: Googles Werbegeschäft wird geprüft

Veröffentlicht: 23.09.2025
imgAktualisierung: 23.09.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.09.2025
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Google Analytics auf zwei Bildschirmen
wdnet / Depositphotos.com
Webseitenbetreiber und Online-Händler sind abhängig von Googles Werbegeschäft. Dieses steht nun möglicherweise vor einer Zerschlagung.


Der Technologieriese Alphabet, Mutterkonzern von Google, sieht sich erneut mit scharfer Kritik konfrontiert. Im Zentrum der Debatte steht diesmal das milliardenschwere Werbegeschäft, das den Hauptanteil der Einnahmen des Unternehmens ausmacht. Die Vorwürfe: Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, um den Wettbewerb zu untergraben. In den nächsten zwei Wochen wird Richterin Leonie Brinkema aus Virginia Zeugenaussagen von Verlagen, Technikexperten und Google-Mitarbeitern anhören. Ihre Entscheidung könnte für Google weitreichende Konsequenzen haben. Denn diesmal könnte es tatsächlich zu einer Abspaltung kommen.

Ruf nach fairem Wettbewerb: Google unter Beschuss

Das US-Justizministerium sowie zahlreiche Bundesstaaten drängen auf eine Zerschlagung von Googles Werbegeschäft. Ziel sei es, den Wettbewerb zu stärken und Chancengleichheit auf dem Markt wiederherzustellen. Google weist die Vorwürfe zurück. Verlage und Webseitenbetreiber nutzten Googles Systeme, weil sie „einfach, leistbar und effektiv“ seien, argumentiert Lee-Anne Mulholland, Vizepräsidentin für regulatorische Angelegenheiten bei Google, laut Heise.

Die Kritik an Googles Geschäftspraktiken wächst jedoch nicht nur in den USA. Auch in Europa gerät der Konzern zunehmend unter Druck. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA prüft eine mögliche Milliardenstrafe, während hochrangige Vertreter der EU sogar eine Zerschlagung des Unternehmens ins Spiel bringen.

Globale Auswirkungen auf einen mächtigen Marktführer

Sollte die Entscheidung tatsächlich zugunsten einer Abspaltung ausfallen, könnte dies einen Präzedenzfall schaffen – sowohl für Google als auch für andere Technologieriesen. Das Werbegeschäft ist ein zentraler Pfeiler von Googles Einnahmen und eine Trennung würde das Unternehmen nachhaltig verändern. Gleichzeitig könnte ein solcher Schritt die digitale Werbelandschaft weltweit neu ordnen und kleineren Wettbewerbern neue Chancen eröffnen. Das könnte auch Webseiten- und Shopbetreibern Vorteile bringen. Größerer Wettbewerb sorgt in der Regel für bessere Preise.

Es bleibt abzuwarten, ob das Gericht den Forderungen nach einer Zerschlagung nachkommt und welche Folgen dies für den Markt und die betroffenen Akteure hätte. Klar ist jedoch: Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, wie sich die Machtverhältnisse im digitalen Werbemarkt künftig gestalten.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.09.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Dirk
25.09.2025

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Zuviel Macht in einer Hand! In der EU bürokratisiert man alles mögliche und viel zu viel, aber in so einem Fall haben die Technokraten in Brüssel wohl kein Rezept. Einfach traurig!
Daniel
24.09.2025

Antworten

Dieser Verein gehört schon lange zerschlagen. Dieser ganze Mist mit Google Merchant Center, Google Ads und vielen weiteren Apps, macht es für Normalsterbliche völlig undurchsichtig, was Google macht und wofür man eigentlich zahlt. Ich habe noch nie verstanden, warum man nicht einfach die Produkte aus seinem Online-Shop zu Google ausspielen kann, Google diese selbstständig bewirbt und nur, wenn über Google ein Kauf erfolgt, man auch z.B. eine Art Provision an Google zahlt. Dieser ganze Mist mit diesen Kosten per Click und P-Max Kampagnen etc. ist nur deshalb so gestaltet, damit man eben nichts mehr kapiert. Man kann mit Ausgaben für Marketing nicht ordentlich kalkulieren etc. Das ist ein Konstrukt, welches einen Laden wie Google nur Reich machen kann, aber niemanden anderen. Google ist einfach nur der grösste Dreck, welcher sich etabliert hat, weil die Suchenden nicht verstehen, wie Google funktioniert. Kaum ein Kunde weiss, dass er bereits wenn er auf eine Anzeige klick, schon Kosten für den Händler auslöst - unabhängig davon ob er kauft oder nicht. Google muss fair gestaltet werden. Gerne Provision für Verkauf, aber das was bis jetzt ist, gehört einfach abgeschafft.
Maxim
29.09.2025
Sorry Daniel, aber das ist Unsinn. Nur weil du die Mechanismen nicht verstehst und vor lauter Bäumen den Wald nicht siehst, heißt das nicht, dass der andere schuld ist. Deine Idee mit der Provision ist zwar nicht schlecht, aber nicht jede Webseite ist so gut verkaufsoptimiert, dass die Kunden dort wirklich kaufen. Wenn ich jetzt Werbung auf Provision für dich machen würde und dein Shop aber einfach nur schlecht ist, sodass niemand etwas kauft, dann habe ich Kosten, welche ich von dir aber nicht bekomme. Wer bezahlt mich dann für meinen aufwand. Das würde dann nur funktionieren, wenn ich ein Shopsystem stelle, welches du nutzen musst und bei dem ich sicherstellen kann, dass er gut optimiert ist. Also ähnlich wie Amazon und Ebay. Die Abrechnung nach klick oder Impression sit doch eine ganz klare Sache. Ein anderes Beispiel aus einer anderen Sparte: Posteinwurf Werbung. Tausende unternehmen machen es. Kann der Verlag genau nachweise, wie sie deine Werbung bei wem einwerfen? Oder wie motiviert der Mitarbeiter ist, derr deine Werbung einwirft? Was wenn er deinen Stapel einfach in dem Müll wirft? Da ist die Transparenz doch auch zu ende oder? Oder ein anderes Beispiel, TV Werbung. Weist dir der TV Sender auch genau nach, wer deine Werbung wann und wie oft gesehen hat? Wie transparent ist die Ausspielung deiner Werbesendung? Bei diesen Beispielen zahlst du doch auch auf die Menge der Einwürfe oder Einblendungen.
Robert
23.09.2025

Antworten

Die Idee einer - aus meiner Sicht berechtigten - Beschneidung der Allmacht durch Google ist wohl so alt, wie Google selbst. Alleine es wird nicht passieren, da zu viele "Freunde" von Google helfen und zu viele politisch Verantwortlichen der bekannte Arsch in der Hose fehlt, die Angelenheit durchzuziehen. Nicht jede(r) hat den Mut von NYOB & Co.