Verdrängt ChatGPT Google? Was Nutzer von dem Tool wirklich erwarten

Veröffentlicht: 19.09.2025
imgAktualisierung: 19.09.2025
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.09.2025
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OpenAI-Schriftzug im Hintergrund, Smarthone mit ChatGPT-Logo davor
Squaty / Depositphotos.com
Eine aktuelle OpenAI-Untersuchung zeigt, wie vielseitig ChatGPT verwendet wird. Spoiler: Das Tool ist kein Google-Ersatz.


Können KI-Tools wie ChatGPT die typische Google-Suche einfach ersetzt? Nicht ganz. Das zeigt eine aktuelle – und laut ChatGPT-Mutter OpenAI die bislang größte – Studie zum Nutzungsverhalten des Tools. ChatGPT wird zwar auch für die reine Informationssuche verwendet, aber nicht nur.

Die meisten Interaktionen, etwa 80 Prozent, mit ChatGPT entfallen auf drei Kategorien: praktische Hilfestellung (Pracital Gudiance), Informationssuche (Seeking Information) und Schreibarbeit (Writing). Der Bereich Informationssuche – also dem, was typischerweise auch bei Google passiert – macht davon ungefähr ein Fünftel (21,3 Prozent) aus. Noch etwas mehr wird das Tool allerdings für die anderen beiden Bereiche verwendet: Sowohl für die Schreibassistenz als auch für Praxisanleitungen und kreative Hilfestellungen werden jeweils etwa 28 Prozent der Nutzungszeit aufgewendet.

Die Art der Kommunikation lässt sich in ebenfalls in drei Hauptkategorien einteilen:

  • Zu 49 Prozent stellen Nutzer:innen Fragen, suchen Rat oder Erklärungen (Asking)
  • 40 Prozent sind aufgabenorientierte Nutzung, wie das Schreiben von Texten, Planen oder Programmieren (Doing)
  • 11 Prozent nutzen es für Reflexion, Erkundungen oder Spielereien, ohne ein spezifisches Ergebnis oder eine konkrete Information zu suchen (Expressing).

80 Prozent der Anfragen suchen keine Informationen

GEO- und SEO-Experte Matthäus Michalik folgert aus den Ergebnissen, dass 80 Prozent der ChatGPT-Interaktionen also eben genau nicht dem Zweck dienen, Informationen zu recherchieren. „ChatGPT ist kein reiner Google-Ersatz, sondern ein ‚Doing‘-Tool. Nutzer wollen nicht nur Informationen finden, sondern direkt etwas erstellen, lernen oder ein Problem lösen“, schreibt er auf LinkedIn.

Die Studie zeigt aber auch: ChatGPT hat stark beeinflusst, wie User:innen sich im Netz bewegen und mit Inhalten interagieren wollen. Bei der Nutzung geht es den Verbrauchern vor allem um das Erledigen alltäglicher Aufgaben. Für eine Faktensuche wird das Tool, ähnlich wie Googles eigene KI-Suche AI Overview, deshalb sicher trotzdem relevant bleiben – es ist schließlich sehr viel bequemer als das Durchklicken zahlreicher Links. Dennoch haben Suchmaschinen den Vorteil, aktueller zu sein, mehr Quellen zu liefern oder visuell ansprechendere Inhalte (Bilder, Videos, Shopping-Kacheln etc.) darzustellen.

Für Online-Shops dürfte also beides wichtig bleiben: einerseits klassisches SEO zu machen, um für Google und die KI-Tools relevant und sichtbar zu sein, andererseits gut aufbereitete Inhalte für KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini zu liefern, um eine Kundenerfahrung bieten zu können, die über die reine Produktsuche hinausgeht.

OpenAI: ChatGPT bietet „wirtschaftlichen Mehrwert“

OpenAI betont, dass ChatGPT bzw. KI „einen echten wirtschaftlichen Wert schafft, der für die Arbeit und das tägliche Leben der Menschen immer wichtiger wird“. ChatGPT trage dazu bei, das Urteilsvermögen und die Produktivität zu verbessern, insbesondere in wissensintensiven Berufen. Vornehmlich wird das Tool allerdings derzeit für private Zwecke genutzt (70 Prozent), etwa 30 Prozent der Nutzung ist beruflicher Natur.

Die Untersuchung hat das National Bureau of Economic Research (NBER) in Zusammenarbeit mit OpenAI und dem Harvard-Ökonomen David Deming durchgeführt. Die Ergebnisse basieren auf 1,5 Millionen Gesprächen und decken die Verbrauchernutzung seit der Einführung von ChatGPT vor drei Jahren ab.

Veröffentlicht: 19.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 19.09.2025
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Hanna Behn

Hanna Behn

Hanna widmet sich am liebsten den Themen E-Commerce-Trends, Leadership und Unternehmertum.

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