Online-Suche: ChatGPT spielt nur eine Nebenrolle – noch

Veröffentlicht: 04.03.2026
imgAktualisierung: 04.03.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.03.2026
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KI-Apps auf Smartphone
rafapress / Depositphotos.com
Rund 80 Prozent der Desktop-Suchen laufen weiterhin über klassische Suchmaschinen. ChatGPT spielt mit weniger als 3 Prozent eine Nebenrolle.


Neue Zahlen von SparkToro und Datos zur Desktop-Suche zeichnen ein klares Bild: Rund 80 Prozent aller Suchvorgänge am Desktop laufen weiterhin über klassische Suchmaschinen. In den USA entfallen im vierten Quartal 2025 allein 73,7 Prozent der Suchen auf Google. Dahinter folgen Amazon mit 7,83 Prozent, Microsofts Bing mit 4,31 Prozent und YouTube mit 3,65 Prozent. ChatGPT kommt nur auf 2,86 Prozent und liegt damit sogar hinter YouTube. In Europa ist die Google-Dominanz mit 78,5 Prozent sogar noch ausgeprägter.

Online-Suche: ChatGPT spielt kaum eine Rolle

Auffällig sind die Verschiebungen hinter Google: Amazon ist klar das bedeutendste Portal für produktnahe Suchanfragen und monetarisiert diesen Traffic aggressiv über Sponsored Ads. Auch YouTube wächst als Suchziel und wird für recherchierende Nutzer:innen – etwa bei Tests, Tutorials und Vergleichen – immer relevanter. Insgesamt verteilen sich die Desktop-Suchen wie folgt: etwa 80 Prozent auf klassische Suchmaschinen, rund 10 Prozent auf Commerce-Plattformen, circa 5,5 Prozent auf Social Media und nur etwa 3,2 Prozent auf KI-Tools.

Ein wesentlicher Grund für den begrenzten Anteil von ChatGPT an der Desktop-Suche liegt laut Studie in der tatsächlichen Nutzung: Nur rund 56 Prozent der Besuchenden geben überhaupt Prompts ein. Viele Interaktionen bleiben also passiv oder explorativ, ohne dass eine „Suche“ im engeren Sinne stattfindet. Das schmälert den Anteil von generativen KI-Interfaces an der aktiven Suchnachfrage.

Nicht nur für Google optimieren

Für Händler:innen und SEO-Verantwortliche ergeben sich daraus klare Prioritäten: Wer Sichtbarkeit im E‑Commerce aufbauen will, sollte laut PPC Land auf ein „Search Everywhere“-Setup setzen. Das heißt, Inhalte und Produktpräsentationen nicht nur für Google optimieren, sondern gezielt auch für Amazon-Suchergebnisse (inklusive Sponsored Ads), YouTube-SEO und gegebenenfalls weitere vertikale Plattformen. Ein einseitiger Fokus auf KI-Antworten greift (noch) zu kurz, solange die Nutzergewohnheiten – insbesondere am Desktop – weiterhin stark von klassischen Suchpfaden geprägt sind.

Wichtig für die Einordnung: Die Analyse umfasst ausschließlich Desktop-Daten. Mobile Suchen sind nicht berücksichtigt. Zudem wurde nach Suchzielen und -oberflächen gezählt, nicht nach nachgelagerter Nutzung oder Conversion. Entsprechend sollten Marketer die Ergebnisse als Trendindikator verstehen – und sie mit eigenen Nutzerdaten, insbesondere mobilen Insights, abgleichen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 04.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 04.03.2026
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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