Online-Händler aufgepasst: Google zwingt zum SEO-Umbau

Veröffentlicht: 10.07.2025
imgAktualisierung: 10.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
10.07.2025
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ca. 2 Min.
Google My Business auf einem Monitor
bigtunaonline / Depositphotos.com
Die „Search Generative Experience“ (SGE) von Google sorgt dafür, dass Online-Shops SEO komplett ändern müssen – oder nicht gefunden werden.


Wenn es bislang um die KI-Suche von Google ging, dann wurde vor allem über die AI Overviews diskutiert. Für Webseitenbetreiber:innen bedeuten diese eine fundamentale Änderung, wenn es darum geht, bei Google sichtbar zu bleiben. Online-Händler:innen haben dabei den Vorteil, dass Google Shopping nach wie vor weitgehend klassisch funktioniert, weil die Kundschaft nach konkreten Artikeln sucht. Doch mittlerweile wird auch die E-Commerce-Suche radikal umgebaut, was Händler:innen vor enorme Herausforderungen stellen dürfte.

Die klassische Shopping-Suche wird mit der sogenannten „Search Generative Experience“ (SGE) ersetzt. Anstatt wie gewohnt Ergebnis-Links zu generieren, werden Nutzeranfragen nun mit KI-generierten Zusammenfassungen und speziellen Highlights beantwortet. Das bedeutet: Wenn Produktdaten unübersichtlich oder veraltet sind, leidet die Sichtbarkeit bei Google, warnt Digitalcommerce360.

Strukturierte Daten, maschinenlesbare Produktinformationen

Google sammle künftig nicht nur Daten, sondern „lese zwischen den Zeilen“. SGE belohne dabei Seiten, die strukturierte Daten, ein klares Schema und maschinenlesbare Produktinformationen bieten. Das Schema-Markup entwickle sich dabei vom optischen Feature zum Ranking-Faktor. Mit dem Schema teilen Online-Händler:innen Google die notwendigen Informationen eines Produkts mit: Größe, Preis, Zustand, Lagerbestand, aber auch Bilder oder Bewertungen. Dies wird von Google nicht mehr nur zur besseren Darstellung der Ergebnisse, sondern auch für das Ranking genutzt.

Zudem werden die mobile Performance und Core Web Vitals – also die Ladegeschwindigkeit oder Nutzerfreundlichkeit des Online-Shops – wichtiger. Denn: 60 Prozent des E-Commerce-Traffics kommen mittlerweile von Mobilgeräten.

Da Google die KI-Suche enorm forciert, sei SEO nicht mehr nur Traffic-Generator. Wer einen Online-Shop führt, sollte stets überlegen, wie Google diesen liest und bewertet. SGE sei laut Digitalcommerce360 die „nächste Generation des Internets – und Händler:innen, die nachlässig werden, werden abgehängt“.

Veröffentlicht: 10.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 10.07.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
4 Kommentare
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Frank
12.07.2025

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Also langsam muss doch jedem klar sein, wohin die Reise geht. Die großen Shops und entsprechenden Plattformen wollen sich die lästige (Klein)Konkurrenz vom Hals schaffen, um danach überall die Preise hochziehen zu können etc. Dazu werden immer mehr Hürden und Aufwendungen eingebaut, die die kleineren Anbieter nicht mehr stemmen können. Meine persönliche Meinung, ich kann aber falsch liegen...
H.Y
11.07.2025

Antworten

Weltweit nutzen immer mehr Menschen KI-Tools wie ChatGPT, um effektive Suchergebnisse zu erhalten. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie ohne lästige Werbung auskommen. Das hat die Besucherzahlen des „allmächtigen” Google mit Sicherheit reduziert. Ich gehe davon aus, dass die Einnahmen aus Werbung, beispielsweise durch Google Ads, rückläufig sind. Jetzt muss Google in dieser Hinsicht aktiv werden. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Im Übrigen scheinen die Amazon-Zahlen beim Prime Day ebenfalls nicht besonders gut zu sein. Vielleicht erleben wir den Anfang vom Ende mancher Giganten.
TS
11.07.2025

Antworten

Da gebe ich @Robert komplett Recht. Nur wird es nicht Google sondern all den Shop- und Blogbetreibern das Genick brechen. Ich kenne etliche Shop-Betreiber die froh sind, wenn sie wenigstens die Basics im SEO beherrschen. Was, wenn der Shop diese Funktionen noch nicht vollständig kann? 10.000 Artikel umziehen. Die müssen ja jetzt auch so schon händisch bearbeitet werden. Gestern kam der Artikel mit den vielen Insolvenzen. Genau solche Dinge sind es, die das weiterhin anfeuern..
Robert
11.07.2025

Antworten

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Inhaltserstellende - ob Shops oder Blogs oder einfach nur "Websites" veröffentlichen ihren Content für jedermann- und frau und dann kommt Google daher, liest den Kram aus, formiert ihn nach Gutdünken und eigenen Machtinteressen neu und zwingt damit allen Content-Erstellenden auf, wie sie ihre kostenlos sichtbaren Inhalte zu gestalten haben, damit überhaupt noch eine Chance besteht, vielleicht bei der Suchmaschine erwähnt zu werden. Viel mehr Raubtierkapitalismus und Kapitalismus-Zynismus geht nicht mehr. Ich hoffe sehr, dass dieser Weg Google irgendwie das Genick bricht.