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Milliarden-Geschäfte ohne Steuern: Streit über Digitalsteuer für Internetkonzerne

Veröffentlicht: 08.07.2025
imgAktualisierung: 08.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
08.07.2025
img 08.07.2025
ca. 2 Min.
Google, Amazon, Meta, Apple, Microsoft: Logos auf einem Smartphone
rafapress / Depositphotos.com
Damit Internetkonzerne ihr Geld nicht am deutschen Fiskus vorbeischleusen, wird über eine Digitalsteuer gestritten. Bringt sie etwas?


Große Digitalkonzerne wie Amazon, Google und Meta verdienen in Europa und Deutschland Milliarden – von denen die deutsche Wirtschaft aber kaum etwas hat, monieren Kritiker. Eine mögliche Lösung könnte eine Digitalsteuer sein, die ausschließlich für große Internetkonzerne gelten würde. Die Meinungen darüber, ob das tatsächlich eine gute Idee wäre, gehen aber auseinander. Experten warnten zuletzt im April, im Zuge von Donald Trumps Zolldrohungen, vor einer deutschen Digitalsteuer.

Große Uneinigkeit herrscht auch in der CDU. Die Regierungspartei ist bei dem Thema maximal gespalten. Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer hatte Ende Mai einen „Plattform-Soli“ ins Gespräch gebracht. Es sei bereits eine entsprechende Gesetzesvorlage in Vorbereitung. „Es geht nicht nur um Google Ads. Es geht generell um Plattformbetreiber mit Milliardenumsätzen“, sagte Weimer dazu. Er halte einen Abgabesatz von zehn Prozent für „moderat und legitim“. Weimer betonte dabei, dass man ein solches Vorhaben in Gesprächen mit den betroffenen Konzernen selbst ausloten wolle.

Jens Spahn zu Digitalsteuer: Ein bisschen dafür, aber auch dagegen

Beschlossen ist eine Digitalsteuer indes noch lange nicht. Unions-Fraktionschef Jens Spahn steht dabei stellvertretend für seine Partei. Einerseits steht er einer Digitalsteuer durchaus offen gegenüber, wie er laut n-tv gegenüber dem Magazin Stern erklärte: „Dass wir uns gegenseitig freundlich die Instrumente zeigen, die man so hat, ist gut. Amazon und Co. machen hier viele Geschäfte, zahlen aber wenig Steuern. Das ist nicht fair. Die Frage, ob wir eine Steuer einführen, ist offen.“

Ob die CDU das Thema forciert, hängt wohl auch von äußeren Einflüssen ab, denn im gleichen Atemzug warnte Spahn: „Das Ergebnis hängt auch von den Verhandlungen mit den USA ab. Eine Eskalationsspirale nutzt niemandem. Im Zweifel schadet sie vor allem Europa.“ Damit deckt Spahn beide Seiten der Diskussion ab und sagt also in etwa: Es kommt darauf an.

NRW-Finanzminister: Digitalsteuer sei „kontraproduktiv“

Entschiedenen Gegenwind aus den eigenen Reihen erhält Wolfram Weimer von NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk. Dieser warnte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, wie Meedia berichtet: „Der Wirtschaftsstandort Deutschland leidet an zu hohen Steuer- und Abgabenlasten. Bund und Länder haben deshalb Steuersenkungen für Unternehmen auf den Weg gebracht. Jetzt über die Einführung einer neuen Digitalsteuer nachzudenken, schafft Verunsicherungen und führt am Ende zu Mehrbelastungen für Wirtschaft und Konsumenten.“

Eine neue Steuer sei laut Optendrenk nicht nur „kontraproduktiv“, sie könnte auch den Zollkonflikt mit den USA befeuern. Er verweist dabei auf Kanada, das eine geplante Digitalsteuer wieder zurückgezogen hatte, um den Konflikt mit Donald Trump zu entschärfen. „Wirtschaft und Investoren in Deutschland benötigen verlässliche und investitionsfördernde Rahmenbedingungen statt neuer Unsicherheiten“, so Optendrenk.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 08.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 08.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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JEns
09.07.2025

Antworten

Sollte diese Steuer kommen, werden die Konzerne die Gunst der Stunde nutzen, um den Nutzern die Gebühren zu erhöhen. Die Konzerne wissen genau, wie viel Umsatz z.B. in Deutschland gemacht wird - warum ist es nicht möglich, diesen Betrag in unserem Land zu versteuern? - die USA machen doch solche Dinge auch für im Ausland ansässige Unternehmen.. Es wird hier lieber eine neue zusätzliche Steuer erfunden..
ralf
09.07.2025

Antworten

Das Problem wo ich darin sehe ist, wer diese Steuer bezahlt. Doch letztendlich die hiesigen Unternehmen und Verbraucher. Die Konzerne legen die Steuer doch nur vor. Das ist wie mit der LKW-Maut. Die Spediteure legen die Maut auch nur vor und geben diese an Ihre Auftraggeber weiter und diese an den Endverbraucher. Und meistens ist diese schon vom Verbraucher schon bezahlt, bevor der Spediteur diese abgeführt hat. Die Preissteigerungen die wir hatten liegen ja nicht rein an der Inflation.
Klaus
09.07.2025

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Man könnte die Sache auch umgehen, alle anderen Firmen müssten genauso wenig Steuern zahlen wie die Internetkonzerne. Gleiches Recht für alle. Das wäre fair :-)