Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des Pew Research Centers zeigt die drastischen Folgen der KI-Suche: Sobald Google in seinen Suchergebnissen KI-basierte Zusammenfassungen anzeigt, klicken nur noch etwa ein Prozent der Nutzer:innen auf die angegebenen Quellen. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Performance organischer Suchergebnisse und auf bezahlte Anzeigen. Eine Analyse von Seer Interactive offenbart, dass die Click-Through-Rate (CTR) bei bezahlten Anzeigen von zuvor 13 Prozent auf magere 6 Prozent sinkt, wenn KI-generierte Ergebnisse eingeblendet werden, wie es bei adexchanger heißt.
Traffic-Verlust bei organischen Suchergebnissen
AI Overviews beeinträchtigen auch die organischen Suchergebnisse, die unter ihnen angezeigt werden. Laut Pew klicken nur 8 Prozent der Nutzer auf die blauen Links unter einem Überblick, verglichen mit 15 Prozent, die auf einen Link klicken, wenn dieser nicht angezeigt wird.
Die CTR-Zahlen von Pew sind im Vergleich zu ähnlichen Studien sogar relativ hoch, wie adexchanger anmerkt. Die Untersuchung von Seer Interactive vom September beziffert die organische Klickrate von Google auf nur 1,6 Prozent, wenn kein AI Overview angezeigt wird, und auf 0,6 Prozent, wenn er vorhanden ist.
Auch bezahlte Suchergebnisse verzeichnen aufgrund von KI-Übersichten einen enormen Rückgang der Klickraten. Die Klickrate für bezahlte Links sinkt laut den Zahlen von Seer von 13 Prozent (ohne AI Overview) auf 6 Prozent (mit AI Overview).
Insbesondere kleinere Blogs und unabhängige Publisher, die weitgehend auf organischen Traffic angewiesen sind, kämpfen mit den Konsequenzen. Aber auch etablierte Medienhäuser wie Business Insider oder die New York Times bleiben nicht verschont: Beide melden erhebliche Rückgänge in ihren Leserzahlen. Die Abhängigkeit von Suchmaschinen-Traffic wird für Publisher zunehmend zu einem Risikofaktor, der ihre Geschäftsmodelle ins Wanken bringt. Der Traffic auf Webseiten ist teilweise um bis zu 90 Prozent eingebrochen.
Juristische Schritte und alternative Strategien
Angesichts dieser disruptiven Entwicklung suchen viele Publisher nach Lösungswegen, um ihre Inhalte und Einnahmen langfristig zu schützen. Ein Teil der Branche setzt auf juristische Maßnahmen und verklagt Entwickler von KI-Systemen. Der Vorwurf: Die Modelle verwenden urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Lizenz und entsprechende Vergütung. Für viele Publisher stellt dies eine klare Verletzung des geistigen Eigentums dar, da KI-Systeme auf ihren Texten trainiert werden, ohne dass eine Gegenleistung erfolgt.
Andere Unternehmen versuchen, sich durch alternative Geschäftsmodelle neu zu positionieren. Abonnements und Spendenmodelle gewinnen an Bedeutung, um die Verluste bei Werbeeinnahmen auszugleichen. Doch der Wechsel auf ein nachhaltigeres Modell ist nicht einfach: Er erfordert Investitionen, strategisches Umdenken und den Mut, neue Wege zu gehen.
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