Klickrate im Sturzflug: Google-KI verdrängt organische Treffer & Paid Ads

Veröffentlicht: 07.01.2026
imgAktualisierung: 07.01.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
07.01.2026
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Google-Suche im Browser
cfalvarez / Depositphotos.com
KI-Suchergebnisse bei Google verdrängen klassische Links: Neue Studien zeigen massive Einbrüche bei Klickrate und Website-Traffic.


Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des Pew Research Centers zeigt die drastischen Folgen der KI-Suche: Sobald Google in seinen Suchergebnissen KI-basierte Zusammenfassungen anzeigt, klicken nur noch etwa ein Prozent der Nutzer:innen auf die angegebenen Quellen. Dies hat gravierende Auswirkungen auf die Performance organischer Suchergebnisse und auf bezahlte Anzeigen. Eine Analyse von Seer Interactive offenbart, dass die Click-Through-Rate (CTR) bei bezahlten Anzeigen von zuvor 13 Prozent auf magere 6 Prozent sinkt, wenn KI-generierte Ergebnisse eingeblendet werden, wie es bei adexchanger heißt.

Traffic-Verlust bei organischen Suchergebnissen

AI Overviews beeinträchtigen auch die organischen Suchergebnisse, die unter ihnen angezeigt werden. Laut Pew klicken nur 8 Prozent der Nutzer auf die blauen Links unter einem Überblick, verglichen mit 15 Prozent, die auf einen Link klicken, wenn dieser nicht angezeigt wird.

Die CTR-Zahlen von Pew sind im Vergleich zu ähnlichen Studien sogar relativ hoch, wie adexchanger anmerkt. Die Untersuchung von Seer Interactive vom September beziffert die organische Klickrate von Google auf nur 1,6 Prozent, wenn kein AI Overview angezeigt wird, und auf 0,6 Prozent, wenn er vorhanden ist.

Auch bezahlte Suchergebnisse verzeichnen aufgrund von KI-Übersichten einen enormen Rückgang der Klickraten. Die Klickrate für bezahlte Links sinkt laut den Zahlen von Seer von 13 Prozent (ohne AI Overview) auf 6 Prozent (mit AI Overview).

Insbesondere kleinere Blogs und unabhängige Publisher, die weitgehend auf organischen Traffic angewiesen sind, kämpfen mit den Konsequenzen. Aber auch etablierte Medienhäuser wie Business Insider oder die New York Times bleiben nicht verschont: Beide melden erhebliche Rückgänge in ihren Leserzahlen. Die Abhängigkeit von Suchmaschinen-Traffic wird für Publisher zunehmend zu einem Risikofaktor, der ihre Geschäftsmodelle ins Wanken bringt. Der Traffic auf Webseiten ist teilweise um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

Juristische Schritte und alternative Strategien

Angesichts dieser disruptiven Entwicklung suchen viele Publisher nach Lösungswegen, um ihre Inhalte und Einnahmen langfristig zu schützen. Ein Teil der Branche setzt auf juristische Maßnahmen und verklagt Entwickler von KI-Systemen. Der Vorwurf: Die Modelle verwenden urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Lizenz und entsprechende Vergütung. Für viele Publisher stellt dies eine klare Verletzung des geistigen Eigentums dar, da KI-Systeme auf ihren Texten trainiert werden, ohne dass eine Gegenleistung erfolgt.

Andere Unternehmen versuchen, sich durch alternative Geschäftsmodelle neu zu positionieren. Abonnements und Spendenmodelle gewinnen an Bedeutung, um die Verluste bei Werbeeinnahmen auszugleichen. Doch der Wechsel auf ein nachhaltigeres Modell ist nicht einfach: Er erfordert Investitionen, strategisches Umdenken und den Mut, neue Wege zu gehen.

Veröffentlicht: 07.01.2026
img Letzte Aktualisierung: 07.01.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Rainer
08.01.2026

Antworten

Da ist natürlich die Frage, worin für Google der Sinn liegt mit KI Einsatz das eigene lukrative Werbemodell zu untergraben?
Robert
08.01.2026

Antworten

Da kann man nur hoffen, dass Gewerbetreibende sich bei Google erkenntlich zeigen und dem Unternehmen nicht mehr ihr Geld in den Rachen werfen. Ich habe seit geraumer Zeit schon meine Werbeschaltungen bei Google eingestellt, denn 1. ist völlig unklar, wer und warum in der "KI-Übersicht" angezeigt wird, 2. möchte ich die aus meiner Sicht unseriösen Geschäftspraktiken nicht mehr unterstützen und 3. Haben die Ads zunehmend an Wirkung verloren, obwohl die Klickpreise stark gestiegen sind.