Seitdem Google die Suche immer mehr zu AI Overviews umbaut und KI-Suchfunktionen vorantreibt, beklagen Webseitenbetreiber:innen, Werbetreibende und Online-Händler:innen teils massive Traffic-Einbrüche. Die Befürchtung bzw. die Beobachtung: Wenn Nutzer:innen alle relevanten Informationen bereits in der Übersicht finden, klicken sie nicht mehr auf Ergebnis-Links. Berichte über eingebrochenen Traffic und teils existenzbedrohende Sichtbarkeitsverluste gibt es immer wieder.
Google: Klickvolumen „relativ stabil“
Für Google ist das offenbar alles übertrieben. Das organische Klickvolumen von der Google-Suche zu Webseiten sei im Jahresvergleich „relativ stabil“, die Klickqualität habe sich sogar leicht verbessert. Qualitative Klicks sind für Google solche, bei denen nicht direkt wieder weggeklickt, sondern auf der Seite verblieben wird.
„Diese Daten stehen im Gegensatz zu Berichten von Drittanbietern, die fälschlicherweise von einem dramatischen Rückgang des gesamten Datenverkehrs ausgehen – oft auf der Grundlage fehlerhafter Methoden, isolierter Beispiele oder Veränderungen des Datenverkehrs, die vor der Einführung von KI-Funktionen in der Suche stattfanden“, rechtfertigt Google VP and Head of Search, Liz Reid, in einem Blogpost.
Webseiten-Traffic: Also alles gut?
Die Wahrheit liegt wohl im Auge des Betrachters. Reid belegt die Aussagen nicht mit Daten und räumt ein, dass „Nutzertrends den Traffic verlagern, was zu einem Rückgang auf einigen Websites und einem Anstieg auf anderen“ führe. Was „einige“ in diesem Fall bedeutet, ist offen. Google erklärt nicht, wie viele Seiten verlieren und wie viele gewinnen. Dass Google die KI-Suche gegen Kritik verteidigt, ist klar. Der Drang zur Rechtfertigung aber ist durchaus unüblich für einen Konzern, an dem Kritik in der Regel abprallt.
TechCrunch gibt dabei zu bedenken, dass KI-Funktionen nicht das einzige Problem sind, dass Webseitenbetreiber:innen bzw. Google selbst haben. Das Suchverhalten der Online-Nutzer:innen hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Gerade die junge Zielgruppe nutzt soziale Medien wie TikTok und Instagram für Inspirationen, während Amazon häufig die erste Anlaufstelle für Produktsuchen ist. TechCrunch formuliert es so: „Vielleicht ist an Googles Dementi etwas Wahres dran: Es ist nicht die KI, die für den Tod der Suche verantwortlich ist. Die Suche war bereits am Sterben.“
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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