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KI überall, Ergebnisse nirgends? Was Marktplatz-Händler wirklich von KI haben

Veröffentlicht: 27.04.2026
imgAktualisierung: 27.04.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.04.2026
img 27.04.2026
ca. 2 Min.
KI-Apps auf Smartphone
rafapress / Depositphotos.com
83 Prozent der Marktplatz-Händler setzen bereits KI ein – doch ein Viertel meldet bisher keinen messbaren Effekt.


Der KI-Einsatz im Online-Handel ist unter Marktplatz-Händler:innen weit verbreitet, bleibt aber noch auf wenige Aufgabenbereiche konzentriert. Das zeigt der „Marketplace Pulse Seller Index 2026“, eine Befragung von Händler:innen mit einem kombinierten Jahresumsatz von über zwei Milliarden US-Dollar. Demnach nutzen 83,4 Prozent der Befragten KI in irgendeiner Form – im Schnitt für drei verschiedene Anwendungsfälle.

Texte und Bilder dominieren den KI-Einsatz

Am häufigsten wird KI für Listing-Optimierungen eingesetzt: Knapp zwei Drittel (63,5 Prozent) der befragten Händler:innen nutzen entsprechende Tools, um Produktbeschreibungen zu verbessern. Auf Platz zwei folgt die Bild- und Videoerstellung mit 49,2 Prozent. Anwendungsfelder wie Werbesteuerung, Wettbewerbsbeobachtung, Preisgestaltung oder Lagerprognosen werden dagegen deutlich seltener genannt.

Mit steigendem Umsatz wächst auch die Nutzungsbreite: Händler:innen unter 500.000 US-Dollar Jahresumsatz kommen im Schnitt auf 2,42 KI-Anwendungsfälle, bei Händlern über fünf Millionen US-Dollar sind es 3,67. Allerdings bleibt die häufigste Einzelantwort auf die Frage nach dem Nutzen ernüchternd: 25,4 Prozent der Händler:innen – mehr als jeder vierte – geben an, bislang keinen messbaren Effekt festgestellt zu haben.

Wachsende Händler:innen profitieren stärker

Ein deutlicherer Unterschied zeigt sich beim Geschäftsverlauf: Unter Händler:innen, die Umsatz und Margen steigern konnten, berichten rund 16 Prozent von keinem messbaren KI-Nutzen. Bei Händler:innen mit rückläufigem Geschäft liegt dieser Anteil etwa doppelt so hoch. Ob KI das Wachstum begünstigt oder wachsende Händler:innen schlicht besser in der Lage sind, KI-Potenziale zu erschließen, lässt sich aus den Daten laut Marketplace Pulse nicht ableiten.

Verbraucher:innen und Plattformen ziehen schneller nach

Auf Konsumentenseite verläuft die KI-Adoption rasanter: Adobe Digital Insights verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Anstieg des KI-generierten Traffics im Online-Handel um 393 Prozent im Jahresvergleich. Besucher:innen, die über KI-Kanäle kommen, konvertieren demnach 42 Prozent häufiger als andere Nutzergruppen – vor einem Jahr war es noch umgekehrt. Amazon-Chef Andy Jassy führte zwölf Milliarden US-Dollar an Zusatzumsatz im Jahr 2025 auf den KI-Einkaufsassistenten Rufus zurück.

Marketplace Pulse beschreibt den aktuellen Stand so: Während KI auf Plattform- und Verbraucherseite bereits zur Infrastruktur geworden sei, befinde sich die Händlerseite noch in einer Übergangsphase. Die meisten Händler:innen nutzten KI weiterhin vor allem als Textwerkzeug. Erste große Anbieter bauten jedoch bereits eigene KI-gestützte interne Systeme auf, die über einfache Prompt-Nutzung hinausgehen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 27.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 27.04.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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cf
28.04.2026

Antworten

Meinung: Mich persönlich wundert es nicht, denn eine von einem Menschen mit Liebe zum Produkt geschriebene Produktseite erkennt man und wertschätzt diese. Wenn ich die immer häufigeren "pseudo-Blogbeiträge" von Unternehmen sehe, die hunderte von inhaltslosen Blogbeiträgen per Ki generieren, in der Hoffnung das sie bei google dadurch besser ranken, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wer bitte will denn diese ganzen Blindtexte lesen? Gleiches gilt aus meiner Sicht für Produktbilder. Wer schöne und individuelle Bilder hat wird gewinnen und nicht die Händler, die per Ki automatisiert irgendwelche Bilder generieren lassen, hauptsache es gibt ein Bild. Aber probiert auch gerne daran aus. Ich bleibe lieber bei meiner Digitalkamera und meinem "Füllfederhalter".
Arno Nym
28.04.2026
Sehe ich ähnlich, allerdings kommt es auch auf die Kategorie und Zielgruppe an. Technisches Gerät benötigt keine schönen Bilder und liebevolle Beschreibung sondern nur kurze und knappe Texte mit faktischen Informationen. Jemand der ein Kabel oder Adapter kaufen will braucht keine "Liste spannender Einsatzmöglichkeiten" oder "kompatibel mit diesen 7000 Fremdprodukten" die nur im Weg sind, wenn man die Specs wissen will. KI hilft mir also nur dabei den Einstellprozess zb auf ebay und Amazon zu beschleunigen in dem ich technische Daten automatisch in eine Vorlage übernehme anstatt alles per Hand zu machen und Produktbilder automatisch von Hintergründen befreien anstatt dies per Photoshop zu tun. Das bringt mir zwar kein direktes Umsatzplus, aber ich spare Zeit, wenn ich bei neuer Lieferung dreimal so viele Artikel in der gleichen Zeit in mein Sortiment aufnehmen kann. Der Einsatz von KI an sich ist deshalb nichts Schlechtes, es ist aber auch nicht das Allheilmittel für mäßige Geschäfte wie viele glauben.