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Google-Suche vor großem Umbau: EU-Regeln stärken Konkurrenz

Veröffentlicht: 09.09.2026
imgAktualisierung: 09.09.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
09.09.2026
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ca. 2 Min.
Google-Suche
nito103 / Depositphotos.com
Google überarbeitet seine Suchergebnisse in der EU, um Vorgaben des Digital Markets Act zu erfüllen. Der Konzern übt deutliche Kritik.


Google hat am Dienstag Änderungen an seinen Suchergebnissen in Europa eingeführt, um Vorgaben der EU-Wettbewerbsbehörden zu erfüllen. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den größten Eingriff in die Qualität des Suchdienstes in dessen fast 29-jähriger Geschichte. Das Unternehmen äußerte deutliche Kritik an den neuen Regeln, betonte aber, sie umzusetzen, um dem Digital Markets Act (DMA) nachzukommen.

Konkurrenz-Portale sollen gestärkt werden

Die überarbeiteten Suchergebnisse zeigen künftig ein spezialisiertes Vergleichsportal prominent oben auf der Seite, gefolgt von zwei weiteren mit weniger Details. Darunter erscheint eine Übersicht von Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants – allerdings ohne Echtzeit-Preise. Die Reihenfolge bestimmt weiterhin Googles Algorithmus. Nach Unternehmensangaben profitieren von diesen Änderungen vor allem Preisvergleichsportale (auch Vertical Search Services genannt) aus Branchen wie Hotellerie, Flugreisen oder Gastronomie – etwa Anbieter wie Expedia oder Booking.com. Unternehmen, die bislang nur mit Link, Telefonnummer und Adresse gelistet waren, sollen dadurch stärker in den Hintergrund rücken, so Reuters.

Laut Google hätten frühere DMA-Anpassungen bereits zu einem Rückgang der kostenlosen Direktbuchungen bei europäischen Unternehmen um 30 Prozent geführt. Die neuen Änderungen dürften diesen Effekt nach Angaben des Konzerns weiter verstärken. Google verweist zudem auf eigene Tests mit Millionen Nutzer:innen in Europa, laut denen viele Suchanfragen mehrfach eingeben müssten, um das Gesuchte zu finden.

Nick Fox, bei Google zuständig für den Bereich Knowledge & Information, erklärte, die Änderungen würden die Nutzererfahrung in Europa verschlechtern und Vermittlerplattformen auf Kosten lokaler Unternehmen bevorzugen. Nutzer:innen außerhalb der EU sind von den Anpassungen nicht betroffen.

Milliardenstrafen und Streit um Marktmacht

Die Änderungen folgen auf eine Strafe von 460 Millionen Euro, die die EU-Kommission im Juli gegen Google verhängt hatte – wegen Bevorzugung eigener Dienste bei Shopping-, Hotel-, Transport- und Sportergebnissen in der Suche. Die Kommission räumte dem Konzern 60 Tage Zeit ein, um die Vorgaben des DMA umzusetzen, andernfalls drohten Strafzahlungen von bis zu fünf Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Im selben Monat verhängte die EU eine weitere Strafe von 430 Millionen Euro, weil Google App-Entwicklern untersagt hatte, Nutzer:innen kostenlos auf günstigere Angebote außerhalb des Play Store hinzuweisen. Google verweist hier auf bereits im August 2025 vorgenommene Anpassungen seines Programms für externe Angebote, die es Entwicklern erleichtern sollen, Kund:innen auf andere Kanäle zu lenken.

Insgesamt hat Google im fast zwei Jahrzehnte andauernden Konflikt mit EU-Kartellbehörden Strafen von über zehn Milliarden Euro angesammelt. US-Präsident Donald Trump hatte die jüngsten Bußgelder kritisiert und eine Untersuchung der EU-Praxis in Aussicht gestellt.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 09.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 09.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
3 Kommentare
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Robert Flachenäcker
10.09.2026

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Wenn Google Kritik übt, ist das ein gutes Zeichen, denn alles Streben von Google zielt auf den Ausbau seiner Marktmacht - am besten hin zum Monopol - und der Lizenz zum unendlichen Gelddrucken. Alle "Strafen", die Google bisher zahlen musste, sind ein Mückenschiss gegen das, was Google durch Machtmissbrauch und dem Ignorieren geltender Gesetze bisher verdient hat. "Don´t be evil" - der ursprüngliche Claim Googles - ist nichts weiter als billiges Moral-Washing.
Tom
10.09.2026

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Planwirtschaft oder EU-Bürokratiewahnsinn: wo ist da noch der Unterschied? Anzahl der EU-Beamten/ Angestellten drastisch reduzieren. Dadurch wird es nicht weniger sicher. Wir sparen Geld, und vor allem ist der Ausfluss all dieser teuren Bürokratiemonster eingedämmt.
cf
11.09.2026
Na ja, durch die Reduktion würde es schon etwas sicherer - für alle Onlinehändler, denn wenn weniger Bürokraten da sind, die sich den nächsten Bürokratiekrampf gegen Onlinehändler im Namen des "Verbraucherschutz" ausdenken können, desto besser :-) p.s. Nichts gegen echten gezielten Verbraucherschutz - das ist wichtig, aber doch bitte so, dass es die Verbraucher auch wirklich vor Betrug schützt und die ehrlichen Händler nicht zusätzlich belastet.