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Google manipuliert Newsletter – offenbar wegen fehlerhafter Übersetzung

Veröffentlicht: 16.07.2025
imgAktualisierung: 16.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 3 Min.
16.07.2025
img 16.07.2025
ca. 3 Min.
Gmail auf einem Laptop geöffnet
alexey_boldin / Depositphotos.com
Die automatische Übersetzung von Google sorgt für Probleme, indem sie deutsche Newsletter ins Deutsche übersetzt – und Fehler produziert.


Wenn Google mit seiner automatischen Übersetzung dafür sorgt, dass man fremdsprachige Texte besser erfassen kann, dann ist das grundsätzlich erst einmal lobenswert. Problematisch wird es, wenn die KI Fehler in die Übersetzung einbaut. Noch problematischer wird es, wenn Google ohne Not versucht, Texte zu übersetzen, die gar nicht übersetzt werden sollen – und dabei teils hanebüchene oder gar gefährliche Ergebnisse liefert.

Mit diesem Problem sieht sich seit Wochen das Portal T-Online ausgesetzt. In Newslettern, die das Portal verschickt, werden bis heute inhaltliche Änderungen vorgenommen, wenn sie an Gmail-Konten verschickt werden. Das Kuriose: Die Newsletter werden in der deutschen Sprache verfasst, Google übersetzt sie aber trotzdem noch einmal ins Deutsche – und produziert kuriose Fehler.

Nur ein Übersetzungsproblem?

Wo genau das Problem liegt, ist offenbar nach wie vor nicht klar. Die wahrscheinlichste Vermutung: In seiner automatischen Übersetzung legt Google den Quelltext einer E-Mail zugrunde. Da üblicherweise in englischer Sprache programmiert wird, bekommt die KI also eine Mischung aus Deutsch und Englisch vorgesetzt und entscheidet sich, aus dem vermeintlichen Englisch ins Deutsche zu übersetzen. Das erklärt, warum Gmail-Nutzer in einem Newsletter nicht vom „Ass im Ärmel“ von Donald Trump lasen, sondern vom „Arsch im Ärmel“ - Google hatte das englische Wort „ass“ ins Deutsche übersetzt.

Aus „um Hilfe bitten“ wurde so etwa auch „um Hilfe gebissen werden“. Andere Fehler zeigen, dass die Mischung aus Englisch und Deutsch im Quelltext die KI offenbar überfordert:

Im Kontakt mit einer Leserin wurde aus einem förmlichen „Sie“ irgendwann das „Du“, was beide Seiten verwirrte, bis klar wurde, dass auch da Googles automatische Übersetzung ihre Finger im Spiel hatte.

Die Beispiele lassen sich durchaus mit einem etwas zu kreativ agierenden KI-Programm erklären. Allerdings nennt T-Online auch Fälle, die für erhebliche Vertrauensverluste sorgen können. So machte die Übersetzung aus „ukrainischen Stellungen“ für Gmail-Nutzer:innen „amerikanische Stellungen“ und aus der „israelischen Armee“ wurde plötzlich die „russische Armee“ – mit einer falschen Übersetzung ist das kaum zu erklären.

T-Online verärgert, Google arbeitet dran

T-Online befinde sich seit Wochen im Austausch mit Google. Der Konzern hat zwar bereits Maßnahmen ergriffen – die Armeen haben zum Beispiel mittlerweile auch bei Gmail die richtigen Nationalitäten. Doch andere Fehler bestehen weiterhin. T-Online zeigt sich deswegen besorgt, denn das Problem ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährdet auch die Reputation des Portals. Laut Google handele es sich um ein technisches Problem, dessen Lösung aber noch im Juli gefunden sein soll.

Google selbst verweist darauf, dass betroffene Nutzer:innen aktiv ausgewählt hätten, die Übersetzungsautomatik in Gmail zu aktivieren. Leser:innen von T-Online sagen hingegen, dass sie sich nicht bewusst seien, jemals eine automatische Übersetzung aktiviert zu haben. Wer sichergehen will, sollte die Übersetzung in den Gmail-Einstellungen ausschalten.

Unklar ist bislang, ob nur T-Online von dem Problem betroffen ist oder auch andere deutschsprachige E-Mails noch einmal ins Deutsche übersetzt werden. Wenn Ihnen, liebe Leser:innen, Ungereimtheiten in unseren Newslettern auffallen, dann melden Sie sich gern via Kommentar oder Kontaktformular bei uns.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 16.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 16.07.2025
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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dirk
17.07.2025

Antworten

Ein weiterer Beweis dafür, dass KI heutzutage bereits als einwandfrei nutzbar eingesetzt wird, obwohl diese sogenannte "Künstliche Intelligenz" mit heutigem Stand eben alles andere als intelligent im menschlichen Verständnis ist. Sie arbeitet lediglich mit Wahrscheinlichkeiten, die sich aus ihrem riesigen Datenbestand ergeben. Eine statistische Häufung ist jedoch noch längst kein kausaler Beweis und somit auch nicht automatisch richtig. Der Gesellschaft werden jegliche KI-Anwendungen aber bereits als der Stein der Weisen verkauft, der alles richtig macht und menschliche Leistung problemlos ersetzen kann. Dazu hat die KI - wenn sie wie die meisten von uns genutzten Softwareanwendungen aus den USA stammt - offenbar auch noch eine US-getönte Sonnenbrille auf. Nach dem Motto - die USA haben immer recht. Wenn es dann bei Trump heißt "Arsch im Ärmel" heißt statt "Ass im Ärmel" - so macht die Google-KI dann zwar unbewusst einen falschen Fehler, sagt aber dennoch die Wahrheit. Viel schlimmer sind die anderen "Interpretationen" der KI. Wir sind noch weit davon entfernt, dass eine KI menschliches Wissen, dessen Analyse und Interpretation tatsächlich ersetzen kann. Wer etwas anderes verbreitet, hat vielleicht ein Interesse am Ende der Wahrheit...
Frank2
17.07.2025

Antworten

Ihr regt euch über hier über die Übersetzung auf? Viel wichtiger wäre die Überlegung ob es hier nicht eine Lücke gibt bei der e-mail gezielt manipuliert werden können...