EU-Vorschriften gefährden Marktchancen – Unternehmen schlagen Alarm

Veröffentlicht: 04.07.2025
imgAktualisierung: 04.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
04.07.2025
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EU-Logo auf einem Laptop
Rawpixel / Depositphotos.com
Der AI Act der EU ist umstritten. Jetzt wird gefordert, ihn ganz auszusetzen. Ansonsten sehe es für Europas Unternehmen düster aus.


Künstliche Intelligenz ist das Thema der Stunde und es ist vor allem ein Thema, das aus den USA und China vorangetrieben wird. Europa hinkt wie immer hinterher, auch weil hiesige Unternehmen durch die KI-Verordnung der EU eingeschränkt werden. Dieser Ansicht sind die Bosse von 46 europäischen Unternehmen und Verbänden. In einem offenen Brief fordern sie, den AI Act für zwei Jahre auszusetzen, bevor die wichtigsten Verpflichtungen in Kraft treten.

Eigentlich zeichne Europa die Fähigkeit aus, „ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Regulierung und Innovation zu finden“, wie es in dem offenen Brief heißt. Dieses Gleichgewicht werde derzeit allerdings durch „unklare, sich überschneidende und zunehmend komplexe EU-Vorschriften gestört“. Dies gefährde Europas KI-Ambitionen, weil es letztlich die Fähigkeit aller Branchen gefährde, „KI in dem Umfang einzusetzen, den der globale Wettbewerb erfordert“.

Forderung: KI-Verordnung verschieben

Die Initiative begrüße die Diskussion um die Notwendigkeit, die Durchsetzung der KI-Verordnung zu verschieben. Relevante Richtlinien und Standards würden noch immer entwickelt. Die Unterzeichner fordern von der EU-Kommission, das KI-Gesetz für zwei Jahre auszusetzen, „um sowohl eine angemessene Umsetzung durch die Unternehmen als auch eine weitere Vereinfachung der neuen Vorschriften zu ermöglichen“.

Die Verschiebung wäre auch ein Signal an die Welt, „dass Europa es mit seiner Agenda für Vereinfachung und Wettbewerbsfähigkeit ernst meint“. Es gehe nun darum, „eine innovationsfreundliche Umsetzungsstrategie zu entwickeln und pragmatische Wege zur Vereinfachung der Vorschriften aufzuzeigen“. 

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören die Chefs von namhaften Konzernen und Unternehmen wie Adyen, Airbus, Lufthansa, Mercedes-Benz, Philips, Siemens oder TotalEnergies.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 04.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 04.07.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

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1 Kommentare
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cf
07.07.2025

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Meinung: Ich finde die Ki-Verordnung jetzt nicht soo herausfordern - es sei denn, man ist Anbieter oder Betreiber von Hochrisiko-Ki-Systemen. Für alle anderen ist ja nur eine grundlegende und nicht allzu umfangreiche Doku nötig. Und bei der recht überschaubaren Definition von Hochrisiko-Ki-Systemen finde ich es durchaus angemessen, dass diese entsprechenden Regeln unterliegen. Ich persönlich hatte befürchtet, dass sich die EU viel mehr Stolpersteine ausdenk als es letztlich geworden sind.