EU-Druck wirkt: Google passt Suchergebnisse an

Veröffentlicht: 26.02.2026
imgAktualisierung: 26.02.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.02.2026
img 26.02.2026
ca. 2 Min.
Google-Produktsuche auf Laptop
Casimiro_PT / Depositphotos.com
Google passt seine Suchergebnisse in der EU an, um den Digital Markets Act zu erfüllen. Drittanbieter sollen mehr Sichtbarkeit erhalten.


Um Vorgaben des Digital Markets Act (DMA) der EU zu erfüllen, passt Google in mehreren EU-Ländern die Suchergebnisse an. Kern der Anpassung: Vertikale Spezial-Suchmaschinen für Hotels, Flüge, Restaurants und lokale Services erhalten prominente Flächen – zusätzlich zu Googles eigenen Ergebnismodulen.

Nach Informationen aus Branchenkreisen plant Google, bei relevanten Anfragen standardmäßig eine Auswahl führender Drittanbieter einzublenden, berichtet Reuters. Diese „Top-Anbieter“-Slots sollen Nutzer:innen eine direkte Vergleichsebene bieten, ohne erst in weitere Filter wechseln zu müssen. Für Unternehmen im Reise- und Local-Commerce-Segment eröffnet das potenziell zusätzliche organische Reichweite, verändert aber zugleich die Klickpfade: Aufmerksamkeit verteilt sich stärker über mehrere Quellen, während die klassischen zehn blauen Links weiter an Bedeutung verlieren.

Konkurrenz bald sichtbarer?

Der Roll-out beginnt voraussichtlich mit Unterkunfts-Suchen. In weiteren Phasen folgen Flugverbindungen sowie zusätzliche Kategorien wie Restaurants oder Mobilität. Je nach Suchintention und Verfügbarkeit können Echtzeit-Feeds von Hotels, Airlines, Reservierungsplattformen und Transportdiensten über oder unter den vertikalen Suchmodulen erscheinen. Damit testet Google eine dynamische Platzierung, die je nach Markt und Anfrage variiert.

Die EU-Kommission selbst äußert sich bislang nicht zu dem Vorgang. Die Anreize sind jedoch klar: Bei Verstößen gegen den DMA drohen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Google steht in Europa bereits unter besonderer Beobachtung: Seit 2017 summieren sich die Kartellstrafen auf 9,71 Milliarden Euro. Für die Branche bedeutet die Umstellung eine Phase erhöhter Unsicherheit – mit Chancen auf mehr Sichtbarkeit, aber auch mit der Notwendigkeit, Datenfeeds, Snippets und Preis- und Verfügbarkeitsinformationen technisch sauber und schnell in die neuen Oberflächen einzuspeisen.

Veröffentlicht: 26.02.2026
img Letzte Aktualisierung: 26.02.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben