Anthropic hat bekannt gegeben, Inhalte, die mit dem KI-Chatbot Claude erstellt wurden, künftig unsichtbar zu kennzeichnen. Für alle neuen Modelle ist die Funktion automatisch aktiv, ältere Claude-Modelle sollen schrittweise nachgerüstet werden. Damit reagiert Anthropic auf das EU-KI-Gesetz, das die Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vorschreibt.
Wie funktioniert die Kennzeichnung?
Die Kennzeichnung gilt laut Anthropic für alle Claude-Produkte weltweit, etwa die App und die API, und darüber hinaus für Modelle, die über Partner wie AWS, Google oder Microsoft genutzt werden. Bei KI-generierten Dateien, etwa JPG-Bildern, hinterlegt Claude dabei digital signierte Herkunftsmetadaten. Diese zeigen, ob eine Datei von Claude erstellt oder nachträglich verändert wurde.
Bei Texten ist die Sache ein wenig schwieriger. Laut Anthropic werde bei der Erstellung ein für Menschen nicht wahrnehmbares Wasserzeichen direkt im Text eingebaut. Dieses soll die Bedeutung und Lesbarkeit des Textes nicht beeinflussen und soll darüber hinaus auch beim Kopieren erhalten bleiben. Wie genau das funktionieren soll, ist aber bislang nicht ganz klar. Eine Möglichkeit könnte sein, dass der Text selbst (also z.B. die Abfolge gewisser Wörter oder Textbausteine) als Markierung dient. Wie das dann wiederum ausgelesen wird, wie es sich verändert, wenn Claude bereits sehr personalisiert genutzt wird, etwa, weil man den Bot auf seine Bedürfnisse hin trainiert hat, das muss sich erst zeigen.
Transparenzpflichten der EU: Händler müssen wohl aufpassen
Die Neuerung könnte für Online-Händler ganz praktische Konsequenzen haben. Der AI Act sieht Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte vor. Wer also Claude für Produktbilder oder -Texte benutzt, sollte prüfen, ob die Kennzeichnungspflichten eingehalten werden. Anthropic betont, dass das neue Wasserzeichen nicht automatisch von der Prüfpflicht befreit.
Zwar belege ein erkanntes Wasserzeichen nicht zwangsläufig, dass ein Text komplett von der KI erstellt wurde. Schließlich kann ein Text auch mithilfe des KI-Chatbots optimiert oder angepasst worden sein. Wer aber auf die Unterstützung der KI setzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass künftig leichter überprüft werden kann, ob man KI genutzt hat oder nicht.
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Artikelbild: https://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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