Dass der E-Commerce eine lukrative Geldquelle ist, hat OpenAI längst erkannt. Bereits im April integrierte das Unternehmen eine Shopping-Funktion in seinen KI-Chatbot ChatGPT. Suchanfragen werden, wenn es passt, immer häufiger mit Produktempfehlungen samt Links zum jeweiligen Online-Shop beantwortet. Nun geht OpenAI offenbar noch einen Schritt weiter: ChatGPT bekommt einen eigenen Check-out, wie Reuters mit Verweis auf die Financial Times berichtet.
Ein Zahlungssystem wird in ChatGPT integriert, sodass Kund:innen Produkte direkt in der KI-Chat-Maske kaufen können. Händler:innen, die Bestellungen über das Zahlungssystem abwickeln, zahlen eine Provision an OpenAI, heißt es in dem Bericht der Financial Times. Die Check-out-Funktion befinde sich in der Entwicklungsphase, aber OpenAI hat mit Partnern wie der E-Commerce-Plattform Shopify eine frühe Version des Check-outs in einer internen Präsentation vorgestellt. Man bespreche bereits finanzielle Bedingungen. Öffentlich äußern sich beide Unternehmen bislang nicht zu Plänen.
Check-out in ChatGPT: Zweischneidiges Schwert für Online-Shops
Für OpenAI könnte dieses Feature eine Goldgrube sein. Ob Online-Händler:innen davon begeistert sind, ist wiederum offen. Vergleiche zu Google drängen sich auf. Zwar sind Online-Shops auf den Traffic von Google angewiesen, wenn sich die Customer Journey aber immer weiter in Suchmaschinen verlagert, schmälert das die Relevanz von Online-Shops. Der KI-Boom befeuert diese Entwicklung weiter – Händler:innen sind längst gezwungen, ihre Suchmaschinenoptimierung komplett umzubauen. Dass ChatGPT nun in die gleiche Kerbe schlägt, ist für OpenAI nachvollziehbar – für Händler:innen ist es eine weitere einflussreiche Plattform, die Besucher potenziell abzieht. Ob dieser Traffic- und Sichtbarkeitsverlust durch Einnahmen über einen externen Check-out aufgefangen werden kann, ist fraglich.
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