Webseitenbetreiber können bald Geld verlangen, wenn KI ihre Inhalte will

Veröffentlicht: 02.07.2025
imgAktualisierung: 02.07.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.07.2025
img 02.07.2025
ca. 2 Min.
Cloudflare-Seite auf Tablet
rokas91 / Depositphotos.com
Wer seine Webseite nicht ungefragt von KI-Crawlern durchsuchen lassen will, kann diese künftig aussperren oder die KI-Firmen bezahlen lassen


Es ist noch gar nicht so lange her, da funktionierte das Internet klassisch mit Google-Suchen und Webseiten-Klicks. Heute steuert immer mehr die KI, was wir nutzen und wie wir es nutzen. Das sorgt nicht nur für Vorbehalte, es wirft auch ein neues Licht auf den Umgang mit geistigem Eigentum und mit den Inhalten, die Webseiten bereitstellen. Das Problem: Die Crawler der großen KI-Anbieter wie Google und OpenAI durchforsten unentwegt das Internet, um ihre KIs mit Informationen zu füttern.

Dem schiebt Cloudflare nun einen Riegel vor. KI-Crawler werden von dem Internet- und Netzwerkunternehmen ab sofort standardmäßig blockiert und künftig will das Unternehmen Webseitenbetreibern anbieten, sich von KI-Firmen bezahlen zu lassen, wenn diese auf Inhalte zugreifen wollen.

Das Internet schützen

Wer eine Webseite betreibt, kann nun bestimmen, ob KI-Crawler überhaupt auf die eigenen Inhalte zugreifen dürfen und wie diese verwendet werden können. KI-Unternehmen sollen angeben, ob ihre Crawler für KI-Training oder etwa die Suche verwendet werden, sodass Webseitenbetreiber entscheiden können, welche Crawler sie zulassen wollen und welche nicht. Standardmäßig sind ab sofort alle Crawler geblockt.

Das Internet beruhe auf einem Austausch, so Cloudflare. Suchmaschinen indexieren Inhalte und leiten die User auf die jeweiligen Webseiten. Dies generiere Traffic und Werbeeinnahmen. Webseitenbetreiber werden so für ihre Arbeit entlohnt und die Nutzerschaft findet relevante Inhalte. Mit KI funktioniere diese Logik nicht mehr, denn die Nutzer:innen erhalten, etwa in den AI Overviews von Google, Information, ohne Webseiten zu besuchen. Das kostet nicht nur Einnahmen, es sorgt auch dafür, dass Webseitenbetreiber nicht erfahren, inwieweit ihre Inhalte wahrgenommen werden.

Künftig gegen Bezahlung

„Soll das Internet das KI-Zeitalter überstehen, müssen wir den Verlagen bzw. Publishern die ihnen zustehende Kontrolle geben, damit sie ein neues Geschäftsmodell schaffen können, das für alle funktioniert: für die Urheberinnen und Urheber, die Verbraucherinnen und Verbraucher, die KI-Gründerinnen und -Gründer von morgen und die Zukunft des Webs selbst“, so Matthew Prince, Mitgründer und CEO von Cloudflare. „Originäre Inhalte sind das, was das Internet zu einer der großartigsten Erfindungen des letzten Jahrhunderts machen. Deshalb ist es unbedingt nötig, dass Urheberinnen und Urheber diese auch weiter erschaffen. KI-Crawlern werden bislang beim Durchsuchen von Inhalten keine Grenzen gesetzt. Wir wollen den Urheberinnen und Urhebern die Macht zurückgeben und gleichzeitig KI-Unternehmen bei ihren Innovationen unterstützen. Es geht darum, die Zukunft eines freien und dynamischen Internets mit einem neuen Modell zu sichern, das für alle funktioniert.“

Zukünftig will Cloudflare es nicht nur ermöglichen, KI zu blockieren, sondern daran zu verdienen. KI-Anbieter sollen dann dafür bezahlen, wenn sie auf bestimmte Seiten zugreifen wollen. Wann das soweit ist, ist offen. Ob es auch kleinen Anbietern etwas bringt, ebenso. Es ist eher zu erwarten, dass ein KI-Anbieter für die Inhalte einer Plattform wie Wikipedia bezahlt als für die eines kleinen Reiseblogs.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 02.07.2025
img Letzte Aktualisierung: 02.07.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

cf
03.07.2025

Antworten

Statt neuer Dokumentationspflichten für kleine Händler könnte die EU hier mal eine sinnvolle Verordnung erlassen, die eine technische Spezifikation für Webseiten vorgibt, mit welcher Ki-Crawler genau wie beschrieben "gesteuert" und vor allem auch direkt abgerechnet werden können. Wir haben jahrelang für google ads bezahlt - jetzt ist google mit zahlen dran - mal sehen wie lange es dann google noch gibt...