Deutschland fehlen Rechenzentren – KI-Wachstum in Gefahr

Veröffentlicht: 01.10.2025
imgAktualisierung: 01.10.2025
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
01.10.2025
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Rechenzentren
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Die Verwendung von KI sorgt für Wachstum in der deutschen Internetbranche. Die Infrastruktur könnte aber zum Problem werden.


Eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little im Auftrag des Verbandes der Internetwirtschaft (eco) prognostiziert in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum der Internetwirtschaft, von durchschnittlich 9,7 Prozent, wie die Tagesschau berichtet. Der Umsatz würde damit von 245 Milliarden Euro in diesem Jahr bis 2030 auf 389 Milliarden Euro wachsen. 

Als Grund für das Wachstum wird die Digitalisierung in sämtlichen Lebens- und Arbeitsbereichen genannt, sowie die zunehmende Nutzung von KI-Technologien. 

Politische Versäumnisse bringen Wachstum in Gefahr

Durch politische Versäumnisse könnte das Wachstum allerdings ins Leere laufen, wie der Verband warnt. Strukturelle Defizite in der digitalen Infrastruktur, insbesondere mangelnde Rechenzentren, können zukünftig zum Problem werden. 

Auch wenn bis 2030 die IT-Anschlussleistung von Rechenzentren in Deutschland bis zu 50 Prozent steigen wird, soll die Nachfrage laut Prognosen mindestens drei- bis fünfmal so hoch sein. Im internationalen Wettbewerb könnte Deutschland damit weit zurückfallen. Die USA haben bereits heute über die 20-fache Kapazität Deutschlands. Die Studie warnt davor, dass die deutsche Souveränität gefährdet wird, wenn zu viel Kapazität ins Ausland verlagert wird. 

Standortproblem Deutschland

Oliver Süne, eco-Vorstandsvorsitzender spricht davon, dass der Wachstumsboom ins Leere laufen könnte. „KI und Automatisierung lassen die Nachfrage nach Rechenleistung und schnellen Netzen explodieren. Die aktuellen Bedingungen am Standort Deutschland erlauben es uns aber gar nicht, die entsprechenden Kapazitäten zeitgerecht dem Markt zur Verfügung zu stellen, so Süne. 

Der Verband fordert von der Politik einen bezahlbaren Zugang zu grundlastfähigem Strom sicherzustellen. Mit 23 Cent pro Kilowattstunde liegt Deutschland 25 Prozent über dem EU-Durchschnitt, was die Wettbewerbsfähigkeit internationaler Bewerber mindert. 

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Veröffentlicht: 01.10.2025
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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Hanna hat die juristischen Entwicklungen im Blick – mit Fokus auf Abmahnungen, Wettbewerbsrecht und aktuelle EU-Verordnungen.

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Sjaak
01.10.2025

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Nicht nur die mangelhafte digitale Infrastruktur und der Mangel an Rechenzentren sind ein Problem. Auch die Stromkosten pro kWh müssen wettbewerbsfähig werden, sonst wird niemand Server hier ansiedeln. Die Politik erkennt nicht, welches Grab sie Deutschland schaufelt, wenn sie diesen Kurs fortsetzt. Deutschland wird international abgehängt, weil unfähige Politiker das Land regieren.