ChatGPT startet Check-out: Verkaufen direkt im KI-Chat

Veröffentlicht: 30.09.2025
imgAktualisierung: 30.09.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
30.09.2025
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ca. 2 Min.
ChatGPT auf Smartphone vor OpenAI-Logo
Squaty / Depositphotos.com
Ab sofort kann man direkt im KI-Chat bei ChatGPT Produkte kaufen – dank eines neuen offenen Standards, der den E-Commerce verändern könnte.


Bereits im Juli wurde bekannt, dass ChatGPT mit einem integrierten Check-out experimentiert, nun ist es so weit: In Zusammenarbeit mit dem Payment-Anbieter Stripe hat OpenAI den „Instant Checkout in ChatGPT“ vorgestellt, mit dem es nun möglich ist, direkt im KI-Chat Produkte zu kaufen.

Erster Partner ist dabei Etsy. Ab sofort können Kund:innen (vorerst in den USA) Produkte von der Handmade-Plattform direkt via ChatGPT aussuchen und bezahlen. In naher Zukunft wird das Angebot auf über eine Million Shopify-Händler:innen ausgeweitet, wie es in einer Mitteilung von Stripe heißt. Mit Shopify hatte OpenAI das Konzept im Sommer getestet.

Agentic Commerce Protocol: Der Motor hinter KI-gestütztem Einkauf

Grundlage für den neuen Check-out ist das sogenannte Agentic Commerce Protocol (ACP), ein offener Standard, der den KI-gestützten Handel sicher, effizient und skalierbar machen soll. Wenn Nutzer:innen in ChatGPT Empfehlungen für Produkte anfordern, erscheint ein nahtlos integriertes Checkout-Fenster direkt im Chat. Stripe generiert dabei einen Shared Payment Token (SPT), der Transaktionen abwickeln soll, ohne dass sensible Zahlungsdaten preisgegeben werden.

ACP biete Händler:innen die Möglichkeit, ihre Produkte über KI-Agenten wie ChatGPT zugänglich zu machen, ohne individuelle Integrationen für jeden Agenten entwickeln zu müssen. Diese universelle Schnittstelle senke die technischen Hürden und beschleunige die Einführung KI-gestützter Einkaufslösungen, verspricht Stripe.

Laut Will Gaybrick, President of Technology and Business bei Stripe, sei dies ein entscheidender Schritt für die Einführung einer wirtschaftlichen Infrastruktur, die speziell für das KI-Zeitalter entwickelt wurde: „Wir arbeiten mit den ambitioniertesten Unternehmen zusammen, um KI-gestützte Einkaufserlebnisse für Milliarden von Menschen zu schaffen. Gemeinsam mit ihnen bauen wir die Infrastruktur für eine Welt, in der Transaktionen durch KI-Agenten zur Norm werden.“

Agenten statt menschliche Käufer

Stripe sieht in dem Check-out bei ChatGPT eine neue Ära des E-Commerce gekommen: „Bisher war der traditionelle E-Commerce auf menschliche Käufer ausgerichtet. Unternehmen kontrollierten die Benutzeroberfläche und die Zahlungsabwicklung, während die Konsumenten sich selbst durch Angebote klickten. Beim KI-gesteuerten Handel handeln nun Agenten im Auftrag des Käufers und bringen dessen Identität, Zahlungsmethode und Einkaufskontext in die Transaktion ein.“

Ob das auch langfristig die neue Art wird, wie wir online einkaufen, muss sich freilich erst zeigen (Google testet es ebenfalls). Denn damit dieser Wandel funktioniert, müssen Unternehmen ihre Produkte, Preise und Checkout-Prozesse so bereitstellen, dass sie für KI-Agenten nutzbar sind – und die Kundschaft muss im Übrigen ebenfalls mitspielen.

Veröffentlicht: 30.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 30.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
5 Kommentare
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Klaus
02.10.2025

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Wo ist da Widerrufsbutton? Frage für einen Freund.
cf
02.10.2025

Antworten

Ich frage mich, wie das jemals in Europa funktionieren sollte, denn es gibt hier derart viele Informationspflichten - vom Impressum, Energie- und sonstigen Gedöns-Labeln bis hin zu Wesentlichen Merkmalen und Widerrufsbelehrungen, dass ich derzeit noch nicht sehe, wie dieses alles darüber rechtssicher abgebildet werden sollte. Machen wir doch erstmal weiter das mit den Fähnchen :-)
Varth Dader
01.10.2025

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Der Anfang vom Ende.
Robert
30.09.2025

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Bin ich eigentlich der Einzige, dem auffällt, dass damit Händler:innen ein weiteres Mal ihre Unabhängigkeit aufgeben und sich mit Haut und Haar in die Abhängigkeit weniger Oligarchen begeben? Das machen die doch nicht aus Menschenfreundlichkeit. Das wird ausgehen, wie die Abhängigkeit von Hotelbuchungspprtalen oder der Abhänigkeit vieler Händler von Amazon und Co.
Thomas
08.10.2025
Hey Robert, bist Du nicht, kann ich Dich beruhigen ;)