Schufa warnt vor Betrug: Viele Kunden lassen sich von Fake-Shops ködern

Veröffentlicht: 15.05.2025
imgAktualisierung: 15.05.2025
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 3 Min.
15.05.2025
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Konzept des Online-Shoppings: Nahaufnahme von einer Kreditkarte, die auf einem Laptop liegt
bigy00 / Depositphotos.com
Ob Fake-Shops oder Identitätsdiebstahl: Online-Betrug kann bei Opfern hohe Schäden verursachen, wie eine Schufa-Studie zeigt.


Kriminelle kennen viele Mittel und Wege, Menschen zu überlisten und dabei Geld abzuschöpfen – gerade auch im Internet ist Betrug weit verbreitet: Ein Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland (24 Prozent) wurde bereits Opfer von Online-Betrug. Noch einmal so viele (25 Prozent) kennen Freunde, Verwandte oder Bekannte, die in der Vergangenheit einem Online-Betrug aufgesessen sind. 

Die Zahlen basieren auf einer online durchgeführten Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Schufa, in deren Rahmen im Februar 2025 insgesamt 1.000 Personen befragt wurden. Sie gibt sowohl Einblicke in die teils massiven Verluste, die die Opfer erleiden, als auch in die verschiedenen Arten beziehungsweise Mechaniken des Betrugs.

Fake-Shops locken die meisten Opfer

Auffallend ist, dass Online-Betrug nach Angaben der Befragten in den meisten Fällen über Webseiten passiert: 60 Prozent der betroffenen Menschen bestätigten dies. Andere Kanäle wie E-Mails (26 Prozent), soziale Netzwerke (22 Prozent) oder Messenger-Dienste (13 Prozent) liegen deutlich dahinter.

Die Täterinnen und Täter waren dabei in der Lage, über Fake-Shops die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher zu täuschen. Dabei werden der Kundschaft nach der Bezahlung entweder gar keine Waren oder teils Produkte von sehr minderwertiger Qualität geliefert. Mit 37 Prozent führt diese Betrugsart im Umfrage-Ranking der Schufa.

Doch auch mithilfe anderer Betrugsarten werden Menschen zu Opfern, etwa via Scamming (25 Prozent), wobei Betroffene dazu verleitet werden, Informationen preiszugeben oder Geld zu überweisen. Fast ebenso häufig nannten die Befragten den Identitätsbetrug (22 Prozent), danach folgen Abo-Fallen (19 Prozent).

Fake-Shops: Drei Viertel der Schäden liegt unter 1.000 Euro

In sechs von zehn Fällen (61 Prozent) sei den Betroffenen ein finanzieller Schaden entstanden. In den meisten dieser Fälle wiederum, konkret bei zwei Dritteln (67 Prozent), lag der Schaden unter einem Wert von 1.000 Euro. Allerdings wurde auch ein Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher (28 Prozent) im Zuge von Online-Betrug um Geld zwischen 1.000 und 10.000 Euro gebracht. Einen Schaden von mehr als 10.000 Euro erlitten noch vier Prozent der Opfer.

Betrachtet man gezielt die Opfer von Fake-Shops, werden diese in den meisten Fällen (39 Prozent) um Gelder unter 100 Euro gebracht. Zwischen 100 und 1.000 Euro liegt der Schaden in 34 Prozent aller Fälle. Nur 2 Prozent verloren mehr als 10.000 Euro durch gefälschte Online-Shops.

Schadensfälle mit Identitätsbetrug stechen heraus

Insbesondere die Schäden, die durch Identitätsdiebstahl entstehen, hebt die Schufa jedoch explizit hervor: Sie seien im Schnitt deutlich höher als bei anderen Arten des Betrugs: Werden fremde Personendaten missbräuchlich genutzt, entstehen in fast jedem zweiten Fall (44 Prozent) Schäden zwischen 1.000 bis 10.000 Euro. Bei 11 Prozent der Betroffenen werden außerdem Verluste von mehr als 10.000 Euro registriert. 

Die Sicherheit sensibler persönlicher Daten sollte daher stets höchste Priorität haben, weiß auch Josephine Ackerman von der Schufa: „Identitätsdiebstahl ist im digitalen Zeitalter zu einem allgegenwärtigen Risiko geworden und die Folgen können verheerend sein – auch finanziell“, so die Expertin. „Es ist wichtig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Datensicherheit nicht auf die leichte Schulter nehmen und hier die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um sich vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten zu schützen.“

Nach einem Betrug: Keine Reaktion ist keine Lösung

Untätig sollten Opfer von Betrug grundsätzlich nicht bleiben. Im Rahmen der Umfrage gaben vier von zehn der Betroffenen an, Anzeige erstattet zu haben. 35 Prozent aktualisierten ihre Login-Daten, je 32 Prozent setzten sich mit dem entsprechenden Händler bzw. ihrer Bank in Verbindung. Aufhorchen lässt allerdings ein Anteil von immerhin 9 Prozent, der aus Unwissenheit gar nicht auf den Betrug reagierte.

Damit es gar nicht erst zum Betrug kommt, setzen viele Menschen auf Schutzmaßnahmen: Sichere Passwörter (58 Prozent), regelmäßige Software-Updates (45 Prozent) und Schutz- bzw. Anti-Viren-Programme (44 Prozent) gehören ebenso dazu wie eine 2-Faktor-Authentifizierung (43 Prozent) und ein regelmäßiges Informieren über Betrugsmaschen (30 Prozent).

Weitere Details zur Umfrage und deren Ergebnisse stellt die Schufa auf ihrer Website zur Verfügung.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 15.05.2025
img Letzte Aktualisierung: 15.05.2025
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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Tina fokussiert sich auf Amazon, Marketingstrategien und digitale Plattformen – inklusive der Schattenseiten wie Online-Kriminalität.

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