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Retouren- und Identitätsbetrug: Diese Maschen treffen deutsche Online-Shops besonders oft

Veröffentlicht: 22.09.2026
imgAktualisierung: 22.09.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.09.2026
img 22.09.2026
ca. 2 Min.
Hacker
brunosommerfeld / Depositphotos.com
93 Prozent der Online-Shops waren bereits von Betrug betroffen – Identitätsdiebstahl bleibt dabei die größte Gefahr für Händler.


Betrug bleibt eines der drängendsten Probleme im deutschen Online-Handel. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) und des Informationsdienstleisters CRIF wurden bereits 93 Prozent der befragten deutschen Online-Shops mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. 48 Prozent der Unternehmen berichten zudem, dass die Betrugsrisiken im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen sind.

Identitätsbezogene Betrugsformen stellen für Online-Händler:innen dabei weiterhin die größte Herausforderung dar. Mit 75 Prozent aller Nennungen ist Identitätsbetrug erneut die häufigste Betrugsform, gefolgt von manipulierten Namens- und Adressdaten (67 Prozent) sowie vollständig falschen Identitätsangaben (55 Prozent).

Breit gefächertes Problemfeld

Auch andere Betrugsformen sind weit verbreitet: 60 Prozent der Unternehmen berichten von Fällen, in denen Kunden den Erhalt der Ware bestreiten. 57 Prozent waren von Eingehungsbetrug betroffen, bei dem Käufer:innen bestellen, obwohl sie die Rechnung nicht begleichen können oder wollen. 56 Prozent nennen Account Takeover – die missbräuchliche Nutzung fremder Kundenkonten – als häufige Betrugsform. Retourenbetrug wird mittels leerer Retouren (47 Prozent) oder falscher Retourenartikel (sogenannter Switch Fraud, 42 Prozent) ebenfalls ein immer größeres Problemfeld.

„Künstliche Intelligenz und synthetische Identitäten werden die Betrugsaktivitäten künftig zusätzlich verschärfen“, so Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland. Mit Agentic Commerce, bei dem KI-Agenten zunehmend eigenständig Kaufentscheidungen treffen, entstünden zudem neue Anforderungen an die Identitäts- und Vertrauensprüfung.

Wirtschaftliche Schäden bleiben erheblich

Ein Viertel der befragten Unternehmen (25 Prozent) beziffert die jährlichen Verluste durch Betrug auf weniger als 5.000 Euro. 45 Prozent der Händler:innen berichten von Schäden zwischen 10.001 und 100.000 Euro pro Jahr. Bei jedem siebten Unternehmen liegen die jährlichen Betrugsverluste sogar über 100.000 Euro.

Auch einzelne Schadensfälle können erheblich ausfallen: 32 Prozent der Unternehmen berichten von Verlusten über 2.500 Euro bei einer einzigen Bestellung, weitere 18 Prozent von Einzelschäden zwischen 1.001 und 2.500 Euro.

Wie Händler sich schützen

75 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung ein, weitere 9 Prozent planen entsprechende Investitionen. Von den Unternehmen mit Betrugsprävention kombinieren 93 Prozent manuelle und automatisierte Verfahren.

Die größten Herausforderungen sehen die Unternehmen bei der Bestimmung risiko- und kundengerechter Präventionsmaßnahmen sowie bei der Erkennung neuer Betrugsmuster – beide Themen nennen jeweils 69 Prozent der Befragten. 53 Prozent sehen zudem in der Reduzierung manueller Prüfungsaufwände einen wichtigen Handlungsbereich.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 22.09.2026
img Letzte Aktualisierung: 22.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
2 Kommentare
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Swen
23.09.2026

Antworten

Hier wäre interessant wie diese Betrügereien genau passieren ! Wer Ware auf Rechnung versendet hat natürlich selber Schuld und muss das in seine Verkaufspreise einrechnen. Das merkt man eigentlich recht schnell das man nicht gescheit kalkulieren kann wenn man keine Vorkasse macht, damit haben wir so nach ~ halben Jahr die Notbremse gezogen und machen seither nur noch Vorkasse. Resultat: Verlust durch unbezahlte Rechnungen = 0,00 :-) Wir haben im Onlineshop im Monat immer so 2-3 Bestellungen wo wir auf den Zahlungseingang warten, auf Nachfrage kommt ab und zu "oh sorry Zahlung vergessen" und Zahlung kommt, vom Rest aber schweigen und das wären alles Fälle wo man auf seiner Forderung sitzen geblieben wäre. Daher wäre es interessant wie diese Betrügereien genau passieren, ich kann mir nicht vorstellen das so viele Shopbetreiber so blöd sind und auf Rechnung versenden !? Vielleicht mag ja Jemand aus eigener Erfahrung so einen Fall mal berichten Dankeschön :-)
cf
24.09.2026
Hallo Swen, das Zahlsystem ist, wie Sie korrekt schreiben, eher selten das Problem. Die Probleme fangen beim Versand an, mit Themen wie "hab ich aber nicht erhalten", "der Karton war leer", "ich habe zwei bestellt aber nur einen erhalten", usw, usw. Ich glaube in Texas wurde mal einer erschossen, weil er keine Ausrede mehr hatte.... Spaß beiseite - es geht dann bei Retouren mit ähnlichen Themen weiter, bis hin zu nachträglich unberechtigten Käuferschutzanträgen. Ich finde es wirklich gut, dass Sie keine so kriminellen Ideen haben - bewahren Sie sich diesen Charakterzug und lassen Sie sich nicht von derartigen Fällen runterziehen, wenn sie doch einmal in Ihrem Shop auftreten.