Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Prime Day im Visier von Betrügern: Fake-Shops fluten das Internet

Veröffentlicht: 23.06.2026
imgAktualisierung: 23.06.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
23.06.2026
img 23.06.2026
ca. 2 Min.
Prime Day auf Smartphone
dennizn / Depositphotos.com
Fake-Shops sollen schneller vom Netz, Verbraucherschützer sehen den Bund in der Pflicht. Am Prime Day zeigt sich das Problem ganz aktuell.


Die Verbraucherschutzminister:innen der Länder haben sich bei ihrer Konferenz in Potsdam für ein härteres Vorgehen gegen Fake-Shops im Internet ausgesprochen. Nach Einschätzung von Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD) verursachen Fake-Shops erhebliche finanzielle Schäden bei Verbraucher:innen. Die Länder fordern deshalb einen nationalen Aktionsplan, der die Abschaltung gefälschter Online-Shops erleichtern soll – und sehen vor allem den Bund in der Verantwortung. Mittelstädt forderte den Bund auf, zu prüfen, wie eine schnellere Sperrung möglich ist. Die Länder dürften dabei nicht allein gelassen werden.

Als Grund für die bisher langwierigen Verfahren nannte Mittelstädt die Zuständigkeit mehrerer Stellen – Polizei, Justiz, Verbraucherschutz und Cybersicherheit seien beteiligt, eine bessere Zusammenarbeit zwischen ihnen sei nötig, so Beck-aktuell. Auch Verbraucherzentralen fordern eine bundeseinheitliche Regelung zur Bekämpfung betrügerischer Shops. Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale decke monatlich rund 1.800 neue betrügerische Online-Shops auf.

Aktuelle Zahlen zeigen Ausmaß des Problems

Wie real die Gefahr ist, zeigen aktuelle Auswertungen rund um den Amazon Prime Day, der an diesem Dienstag gestartet ist. Kriminelle fälschen dabei nicht nur Angebote, sondern locken über Werbeanzeigen auch auf sogenannte Lookalike-Domains, die der echten Amazon-Seite täuschend ähnlich sehen. Die Sicherheitsforscher von Check Point Research registrierten bereits im Vorfeld des Prime Day 2026 eine deutliche Zunahme verdächtiger Infrastruktur: Allein im April 2026 entstanden 1.446 neue Domains, im Mai kamen weitere 1.267 hinzu. Nach Angaben der Forscher wurden bereits 9,2 Prozent der im Mai registrierten Domains als bösartig oder verdächtig eingestuft.

Mehrere koordinierte Domain-Squatting-Kampagnen wurden identifiziert, etwa nach dem Muster „amazon-prime“ mit wechselnden Endungen wie .help, .cam, .cc, .club, .app oder .buzz. Ziel ist es laut den Forschern, Prime-Mitglieder über verschiedene Domain-Varianten hinweg abzufangen – und die Kampagne auch dann am Laufen zu halten, wenn einzelne Domains gesperrt werden. Rund um solche Shopping-Events nehmen außerdem SMS-Betrug und Versuche zur Kontoübernahme zu, etwa über angebliche Lieferprobleme, gefälschte Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung oder vermeintlich dringende Kontoaktionen.

Was Händler und Verbraucher beachten sollten

Für Online-Händler:innen ist das Thema doppelt relevant: Fake-Shops und Lookalike-Domains schädigen nicht nur Verbraucher:innen, sondern auch das Vertrauen in seriöse Anbieter und Marktplätze insgesamt. Empfohlen wird, Shopping-Plattformen grundsätzlich direkt über die offizielle Website oder App aufzurufen statt über Links aus E-Mails, SMS oder Anzeigen, und vor dem Einloggen oder Bezahlen die vollständige Webadresse auf Zusatzzeichen, Bindestriche oder ungewöhnliche Endungen zu prüfen. Eine aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt zusätzlich den eigenen Account. Bei besonders günstigen Angeboten, künstlicher Dringlichkeit oder Drohungen mit Kontosperrung ist Vorsicht geboten.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 23.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 23.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
Kommentar schreiben

ki
24.06.2026

Antworten

Meinung: auch hier wird die Politik wieder komplett versagen! Es wird Jahre dauern bis etwas greifbares passiert! Aber nicht durch CDU / CSU ! Ich sehe schwarz was diesen berechtigten Vorstoß betrifft! Was heißt überhaupt: "für ein härteres Vorgehen gegen Fake-Shops"? Es muß immer und sofort ein konsquentes Vorgehen verabschiedet werden! Oder hatten die Betreiber dieser Shops auch eine schwere Kindheit?