Oktoberfest mit Folgen: Dirndl-Fake-Shops zocken Wiesn-Gäste ab

Veröffentlicht: 02.09.2025
imgAktualisierung: 02.09.2025
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 3 Min.
02.09.2025
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ca. 3 Min.
Person in einem rot-weis-karierten Trachtenkleid
leopictures / Depositphotos.com
Saisonale Ereignisse sind ein großes Geschäft für Online-Shops. Doch auch Kriminelle werden dadurch auf den Plan gerufen.


In wenigen Wochen startet das diesjährige Oktoberfest und bereits jetzt sind begeisterte Wiesn-Fans dabei sich Gedanken, um das passende Outfit zu machen. Der Dirndl-Hersteller Datschi-Trachten warnte seine Kundschaft jetzt vor Fake-Shops, welche die Marke nachahmen würden. Vor allem im Social-Media-Bereich würden die Kriminellen dabei über Anzeigen mit hohen Rabatten locken.

Fake-Dirndl kommen aus China, oder gar nicht…

Die betrügerischen Anzeigen werden derzeit unter anderem auf Facebook und Instagram ausgespielt. Im Falle der Marke Datschi-Trachten wird der Kundschaft beispielsweise ein Ausverkauf mit Rabatten bis zu 80 Prozent vorgegaukelt. Wie der Hersteller in einer Meldung auf seiner Website sowie auf den sozialen Netzwerken informiert, gibt es einen solchen Ausverkauf jedoch nicht.

Verkauft werden stattdessen billige Plagiate, welchen vor allem aus China kommen würden. Teilweise sollen Kund:innen aber auch gar keine Ware erhalten haben. In diesen Fällen lag das Augenmerk der Kriminellen aus den Daten, inklusive Zahlungsdaten.

Der Münchener Radiosender Charivari warnte in einer Sendung vom 8. August ebenfalls bereits vor betrügerischen Dirndl-Angeboten. Hier wurden zudem die beiden Anbieter „Bavariasis“ und „Ja, Mei!“ genannt, welche bereits negativ auffällig wurden.

Oktoberfest-Reservierungen: Auch hier lauert Betrug

Ein weiteres Einfalltor für Kriminelle stellen die Tisch-Reservierungen innerhalb der Festzelte dar. Oft sind die beliebten Plätze schnell ausgebucht. Auch das machen sich Fake-Websites zu Nutze und bieten angebliche Restplätze an. Ob Schnäppchenpreis oder überteuert – am Ende wird den Opfern der Eintritt verwehrt.

Die Verbraucherzentrale Bayern rät dazu, Reservierungen ausschließlich über das Portal der Münchner Oktoberfest-Wirte durchzuführen. Über dieses lassen sich Plätze, die man doch nicht mehr wahrnehmen kann, zudem auch wieder weiterverkaufen.

Checkliste: So erkennst du Fake-Shops

Was sich früher oft schnell an schlechter Grammatik oder eindeutig manipulierten Grafiken erkennen ließ, weist heutzutage oft eine erschreckend gute Qualität auf. Viele Fake-Shops kopieren ihre Seite nahezu eins zu eins von einem vertrauenswürdigen Shop. Mit den folgenden Hinweisen ist man dennoch auf der sicheren Seite:

  • Internet-Check: Such den Shop und seine Bewertungen online. Darüber lassen sich Fakes beziehungsweise vorliegende Warnungen zu einem Shop schnell finden.
  • Impressum prüfen: Sitzt das Unternehmen tatsächlich in Deutschland und ist das Impressum einfach aufzufinden?
  • Internetadresse prüfen: Trotz guter Kopie erkennt man hier oft Abweichungen zwischen vermeintlichen Shopnamen und der Adresse. So könnten sich Einschübe wie „Shop“, „EU“ etc. vorfinden lassen.
  • Kontaktangaben prüfen: Gibt es Abweichungen zwischen vermeintlichem Standort und der Telefonnummer oder anderen Details?
  • Preisgestaltung: Klingt das Angebot zu gut um wahr zu sein und deutlich unter den anderen Anbietern, ist das häufig ein Indiz für einen Fake-Shop
  • Bewertungen: Fake-Shops versuchen oft sich mit prominent platzieren, ausschließlich positiven Bewertungen zu legitimieren.
  • Zahlungsmittel: Viele Fake-Shops werben zwar mit sicheren Zahlungsarten wie PayPal, doch will man den Kauf abschließen, hindern „technische Probleme“ daran. Das ist oft eine Masche, um Kund:innen zum Kauf auf Vorkasse zu drängen.
  • Bei Social-Media-Angeboten, die man auf dem Smartphone betrachtet, ist es zudem ratsam, die Anzeige in einem externen Browser zu öffnen. Dadurch erkennt man die tatsächliche Internetadresse, welche durch interne Ansichten oft verdeckt wird.

Veröffentlicht: 02.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 02.09.2025
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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Ricarda berichtet über digitale Themen und spricht in Interviews und Podcasts mit spannenden Stimmen aus der Branche.

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