Ein aktueller Fall aus Niederbayern rückt eine Praktik auf Online-Marktplätzen wieder in den Fokus: das sogenannte Brushing. Während Empfänger über unbestellte Sendungen rätseln, geht es im Hintergrund um die gezielte Manipulation von Algorithmen und Verkaufszahlen. Aber von Anfang an.
Datenklau als Basis für Ranking-Betrug
Ein 46-jähriger Mann aus dem Landkreis Rottal-Inn wurde innerhalb eines Monats zum unfreiwilligen Empfänger zahlreicher Sendungen des Versandriesen Amazon. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, könnte hinter diesen unverlangten Lieferungen eine systematische Betrugsmasche stecken.
Händler, oft aus dem Ausland, nutzen dabei reale Namen und Adressen, um Verkäufe zu simulieren, die physisch zugestellt werden müssen, damit das System die anschließende Bewertung als verifizierten Kauf akzeptiert. Die Ermittler der Polizei Eggenfelden vermuten, dass die verwendeten Datensätze aus illegalen Quellen stammen. Diese Adresslisten dienen als Basis für die Phantom-Bestellungen. Dabei werden meist minderwertige oder billige Produkte versandt, um die Portokosten für die Betrüger gering zu halten.
Was hinter den unverlangten Lieferungen steckt
Das Ziel ist simpel: Durch die künstlich aufgeblähten Verkaufszahlen und die anschließenden Fünf-Sterne-Rezensionen, die der Händler im Namen der Empfänger selbst verfasst, klettert das Produkt im Ranking des Marktplatzes nach oben.
Die Polizei warnt davor, dass nach den Warenlieferungen unberechtigte Mahnungen von Inkassounternehmen folgen können. Betroffene sollten auf jeden Fall Anzeige erstatten und gegen Zahlungsaufforderungen Einspruch einlegen, so ein Sprecher der Polizei Eggenfelden gegenüber dem BR.
Artikelbild: http://www.depositphotos.com
Yvonne Bachmann
Yvonne bringt juristische Klarheit in komplexe Fragen – zu Abmahnungen, EU-Recht, Wettbewerbsregeln und Urheberrechtsfragen.
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