Betrugsversuche im Netz nehmen weiter zu – und treffen einen wachsenden Teil der Internetnutzer weltweit. Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Sicherheitsanbieters Kaspersky war im vergangenen Jahr weltweit mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) von Online-Betrug betroffen, in Deutschland lag der Anteil bei 39 Prozent. Zusätzlich berichteten weltweit 45 Prozent von gehackten Social-Media-Konten, Datenlecks oder Malware-Infektionen. In Deutschland traf das auf 28 Prozent der Befragten zu.
Betrüger nutzen WM als Aufhänger
Nach Angaben von Kaspersky verbreitet sich Online-Betrug zunehmend, weil neue Trends und globale Ereignisse häufig als Vorwand für Angriffe dienen. Als Beispiel nennt das Unternehmen einen Anstieg betrügerischer Aktivitäten rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Die eigenen Anti-Phishing-Technologien hätten gefälschte Angebote entdeckt, die offizielle Turnierseiten nachahmten. Allein im ersten Quartal 2026 habe Kaspersky nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Phishing- und Betrugsversuche blockiert.
Ergänzend weist das Unternehmen darauf hin, dass gestohlene personenbezogene Daten, Infostealer-Malware und kompromittierte Konten Betrugsmaschen zusätzlich erleichtern können, etwa wenn sich Angreifer als vertrauenswürdige Kontakte ausgeben.
„KI-gestützter Betrug ist die neue Realität“
Marina Titova, Vice President Consumer Business bei Kaspersky, erklärt dazu: „KI-gestützter Betrug ist die neue Realität und betrifft alle digitalen Bereiche – von gefälschten Ticketseiten bis hin zu Betrügern, die sich in Messengern als Freunde ausgeben. Er kann selbst versierte Nutzer täuschen.“
Für Online-Händler zeigt die Umfrage vor allem eines: Vertrauen in Kommunikationskanäle und Zahlungsprozesse lässt sich nicht mehr voraussetzen. Wer Kunden vor gefälschten Shop-Nachbildungen, Phishing-Mails im eigenen Namen oder manipulierten Zahlungsaufforderungen schützen will, sollte eigene Sicherheitsmaßnahmen und Kundenaufklärung entsprechend priorisieren.
Für die Studie wurden im März 2026 7.200 Personen in 18 Ländern befragt, darunter auch Deutschland.
Artikelbild: https://www.depositphotos.com
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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