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Datenleck bei Schufa-Konkurrent: Bonitäts-Scores von Millionen Menschen offen zugänglich

Veröffentlicht: 19.11.2024
imgAktualisierung: 19.11.2024
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.11.2024
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ca. 2 Min.
Internet-Schloss offen und geschlossen
PirenX / Depositphotos.com
Bei einem der größten Schufa-Konkurrenten ist es zu einem massiven Datenleck gekommen. Sensible Bonitätsdaten waren offen zugänglich.


Wirtschaftsauskunfteien hantieren mit sensibelsten Daten, schließlich geht es um die Bonität der Kund:innen. Die bekannteste Auskunftei ist die Schufa, aber sie ist nicht die einzige. Einer ihrer größten Konkurrenten ist das Unternehmen Infoscore Consumer Data. Infoscore verfügt nach eigenen Angaben über Daten von fast acht Millionen Menschen – und musste nun ein riesiges Datenleck einräumen.

Nach Informationen von NDR und Süddeutscher Zeitung waren bis Samstagnachmittag über mehrere Stunden sensible Daten offen zugänglich. Ende vergangener Woche hatte die Hackerin Lilith Wittmann eine Schwachstelle bei zwei Partnerunternehmen von Infoscore entdeckt, über die auf die sensiblen Datenbanken zugegriffen werden konnte.

Daten zu Privatinsolvenzen und Zahlungsunfähigkeit einsehbar

Dabei handelte es sich einerseits um sogenannte Negativdaten, das sind zum Beispiel Informationen über erfolglose Mahnverfahren oder Privatinsolvenzen. Andererseits seien aber auch Bonitäts-Scores abrufbar gewesen, die die Zahlungsfähigkeit der Menschen bewerten.

Ein Infoscore-Sprecher bestätigte, dass man über den Sicherheitsvorfall informiert worden sei und erklärte: „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand handelt es sich um Fälle, die keines der Systeme von Infoscore Consumer Data beeinträchtigt oder gefährdet haben.“ Man habe unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um den Zugriff der Partnerunternehmen auf Infoscore-Daten zu unterbinden.

Datenschutzbehörden nicht informiert

Pikant: Die zuständigen Datenschutzbehörden in Stuttgart und Berlin wussten bis Montagmittag nichts von dem Vorfall. Betroffene Unternehmen müssen entsprechende Vorfälle innerhalb von 72 Stunden nach Entdeckung den Behörden melden, ansonsten drohen hohe Geldbußen.

Die Hackerin Lilith Wittmann hält Datenlecks bei Wirtschaftsauskunfteien für ein großes Problem, das nicht ausreichend adressiert wird: „Wenn man in zwei Jahren drei Mal – dank absolut trivialer Sicherheitslücken – Zugang zu den Daten von verschiedenen Auskunfteien bekommt, dann kann man daraus eigentlich nur schließen, dass diese Unternehmen nicht geeignet dafür sind, solch sensible Daten zu verarbeiten.“

Mehrere große Auskunfteien sind schon von solchen Datenlecks betroffen gewesen – die Schufa bislang allerdings nicht. Zwar hatte die Schufa-Tochter Bonify im vergangenen Jahr ein solches Problem, Daten der Schufa selbst seien damals aber nicht betroffen gewesen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.11.2024
img Letzte Aktualisierung: 19.11.2024
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
1 Kommentare
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Enno Leuchtbergwn
19.11.2024

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Wieder mal nicht 100% korrwekt dargestellt: Der Hack war nicht bei Infoscore, sondern offenbar bei einem Partner, der Infoscore-Daten anfragen darf (mit entsprechenden Absicherungen, Zertifikate etc.) Wenn dann bei DIESEM Partner jemand einbricht und die Service-Schnittstelle zur Auskunftei hackt, dann kann diese das erst mal nicht merken, weil es ja autorisierte Anfragen sind. Einzig eine Musterkennung könnte bei der Auskunftei bemerken, dass es sich um eine nicht bekannte massive Häufung von Anfragen dieses Partners handelt und den Account bis zur Klärung sperren. Und wie immer wird überall SCHUFA genannt, die hatte damit aber gar nichts zu tun... und auch einen solchen Einbruch noch nie.