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China-Shop statt deutscher Händler: So werden Verbraucher beim Online-Kauf getäuscht

Veröffentlicht: 19.08.2026
imgAktualisierung: 19.08.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.08.2026
img 19.08.2026
ca. 2 Min.
Betrüger mit Kreditkarte am Laptop
puhhha / Depositphotos.com
Online-Shops mit deutschem Namen, hinter denen tatsächlich Anbieter aus China stecken, werden zum Problem – und sind oft schwer zu erkennen.


Neben klassischen Fake-Shops, bei denen Kund:innen nach der Bestellung gar keine Ware erhalten, verbreitet sich ein weiteres problematisches Geschäftsmodell immer weiter: Online-Shops, die auf den ersten Blick deutsch wirken, tatsächlich aber von Anbietern aus China betrieben werden. Solche Shops halten häufig europäische Vorgaben nicht ein, verkaufen minderwertige Ware und machen Rücksendungen für Kund:innen teuer. Bei den Verbraucherzentralen stehen bereits zahlreiche dieser Anbieter auf Warnlisten.

Die betroffenen Shops treten oft mit deutschem Namen, deutscher Domain und teils sogar mit einer europäischen Anschrift auf. Nach Einschätzung von Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer, werden dadurch immer mehr Verbraucher:innen in die Irre geführt und bestellen bei einem vermeintlich deutschen Anbieter – oft merken sie erst bei der Lieferung, dass die Ware nicht der Beschreibung entspricht.

Rücksendekosten als Geschäftsmodell

Besonders problematisch: Je nach Paketgröße können die Kosten für einen Rückversand nach China den eigentlichen Warenwert übersteigen. Viele Kund:innen verzichten deshalb auf ihr Widerrufsrecht und behalten die Ware, statt sie zurückzuschicken. Genau das ist das Kalkül vieler dieser Anbieter: Hohe Rücksendekosten machen Widerruf und Reklamation wirtschaftlich unattraktiv.

Weil viele dieser Shops professionell gestaltet sind, eine deutsche Domain nutzen und in deutscher Sprache texten, sind sie oft schwer zu identifizieren. Verbraucher:innen sollten gezielt Impressum, Unternehmenssitz sowie Widerrufs- und Rücksendebedingungen prüfen. Liegen Unternehmenssitz oder Rücksendeadresse in China, sei Vorsicht geboten. Auch eine Suche nach dem Shopnamen in Kombination mit Begriffen wie „Erfahrungen“ oder „Rücksendung“ liefere häufig schnell Hinweise auf die Seriosität eines Anbieters.

Vertrauen in den Online-Handel bedroht

Für den deutschen Online-Handel ist das Phänomen mehr als eine reine Verbraucherschutzfrage: Solche Shops untergraben das Vertrauen in den Online-Handel insgesamt und verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber regeltreuen deutschen Händler:innen, die sich an EU-Vorgaben, Impressumspflichten und faire Rückgabebedingungen halten. Der HDE fordert deshalb ein konsequentes Vorgehen der zuständigen Behörden gegen solche Angebote.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 19.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 19.08.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
9 Kommentare
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DerECommerceDude
31.08.2026

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wundert das noch irgendwen? Die EU macht das Onlinehandeln seit Jahren immer unattraktiver mit seinen ständigen neuen Vorgaben und Reglementierungen. Kein Wunder dass immer mehr echte Europäische Shops verschwinden und immer mehr Ostasiatische auftauchen die sich als Europäer ausgeben. Mit einem Chinesischen Shop kann man EU Weit verkaufen und muss sich gleichzeitig an praktisch keine Regeln halten. Jede neue absurde Bestimmung die die EU über den Köpfen der Leute hinweg bestimmt ist nur ein Gewinn für diese Chinesischen Ramschhändler. Aber das ist dieser korrupten Regierung doch egal, solange sie die eigenen Shopbetreiber ausreichend ausnehmen können...
ralf
20.08.2026

Antworten

Die ganzen EU-Verordnungen und ständig neue Bürokratie wirken wie Antibiotika auf den Online-Handel in Europa. Die EU macht den Weg für die Viren aus Fernost frei, denn dagegen wirkt das EU Antibiotikum ja nicht. Mit nem Chinesischen Online-Shop kann ich EU-weit verkaufen und muss mich praktisch an keine Regel halten wie z.B. ein Bevollmächtigter für Verpackung in jedem Land. Jede neue EU Regelung ist ein weiterer Wettbewerbsvorteil für die Chinesischen Händler. Nebenbei bemerkt, schwächelt die Wirtschaft ja eh. Statt etwas dagegen zutun, kommen praktisch jeden Monat mind. eine neue EU Verordnung die den Handel in Europa immer schwieriger macht.
HausundWerkstatt24
20.08.2026

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Damit könnte ich ja sogar leben, aber die Chinahändler zahlen nur einen Bruchteil der Umsatzsteuer an den Fiskus, egal ob als Amazon Seller oder direkt. Solange dier dumme deutsche Shopbetreiber ausreichend abkassiert werden kann , regt das den Staat nicht auf. Kunststück, solange der eingetragene Händler so firmiert: [Angaben von der Redaktion entfernt] Habe einen X beliebigen Amazonhändler rausgegriffen... Ich war in China, keine Firma heißt dort futi*** [Angaben von der Redaktion entfernt] Da wurde scheinbar die Katze 2x über die Tastatur geschickt... Warum muß Amazon nicht für seine Händler die Umsatzsteuer zu 100% abführen? Das ist wenigstens Ansatzweise zu kontrolieren. Es ist einfach nur gruselig wie in diesem Staat gearbeitet wird und Milliarden Steuergelder veruntreut werden weil sie gar nicht erst dort erhoben werden.
Ano
20.08.2026

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was hindert chinesische shops im impressum eine deutsche Briefkastenadresse zu hinterlegen oder sich eine zu erfinden?
Redaktion
20.08.2026
Das ist eine absolut berechtigte Frage, denn rein praktisch hält Anbieter im ersten Moment leider kaum etwas davon ab, falsche Daten einzutragen. Rechtlich ist das zwar klar rechtswidrig, jedoch greifen plattformseitig und durch EU-Vorgaben (wie Nachweise zur USt-IdNr. oder der Produktsicherheitsverordnung) mittlerweile deutlich strengere Identitätsprüfungen und Kontosperren. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ob ein Impressum echt ist, kann die angegebene USt-IdNr. beim Bundeszentralamt für Steuern meist in Sekundenschnelle online auf ihre Gültigkeit prüfen. Viele Grüße, die Redaktion
Jeanette van Kemper
20.08.2026

Antworten

Ja es ist immer wieder das gleiche da versucht sozusagen eine Lobby, wie man es ja im politischen Bereich sagen würde, seine Pfründe zu sichern. Unsere EU als ganz weit oben übergeordnete Organisation und die ganzen jasagenden Vasallenstaaten ringsrum übergiessen die Händlern in den einzelnen Staaten den Kübel Mist an absurdesten Bestimmungen über den Köpfen aus und die chinesischen Händler ahnen nicht mal von diesen ganzen absurden Machenschaften der EU. Also im Endeeffekt ist es für mich als Kunden vom Preis-Leistungs-Verhältnis her günstiger bei Temu und Co. zehn Bestellungen zu machen und acht davon als ausreichend für mich ansehen zu können und dafür aber nur die Hälfte zu bezahlen wie wenn ich sie bei einem deutschen Händler gekauft hätte der letztendlich ja als Zwischenhändler fungiert. Und dieser Zwischenstand der kostet halt mit Seine mehrstufigen Vertriebskonferenz, also den zu bezahlen Umsetzung dieser ganzen verrückten EU-Richtlinien und staatlichen Reglementierungen und dem wahnwitzigen Aufwand für den Zwischenstand dann so viel Geld, dass ich das gar nicht bezahlen möchte. Da hab ich lieber mal den ein oder anderen Artikel den ich nicht zurückschicken kann. Das auch noch hier in diesem Forum so hochzuhalten das ist schon ein starkes Stück. Vielleicht sollte man ja systemisch eher daran versuchen hier auch beim händlerbund irgendwas einzuleiten und einzuleiten, dass man diese ganze Trittbrettfahrerei auf dem Weg eines Produktes bis zum Kunden ausschaltet. Das wäre der richtige Weg aber ganz bestimmt nicht unsinnige Handelsbarrieren zu unterstützen.
Andree
20.08.2026

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Das wird noch mehr werden, durch die PPWR wird es weniger Angebote von echten EU Anbietern geben, die Chinesen wird das nicht kümmern. Starke Leistung dieses steuerfinanzierten Monsters in Brüssel.
Frank Pagenkemper
20.08.2026

Antworten

Wenn man vergleicht, wie Behörden und Abmahnwegelagerer deutsche Händler von klein bis groß mit Verordnungen jagen und zur Verzweiflung bringen, lachen sich die Chinamänner über uns wirklich kaputt. Die machen einfach was sie wollen und ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass die Bande zwischen Chinahändlern und Amazon besonders intensiv ist. Regularien sind ausschließlich für europäische Händler da, bis sie unter der Last ächzend in die Insolvenz getrieben werden. Alles unter dem Motto Verbraucherschutz. Nur vor den Chinamännern können die Berufsverbraucherscützer natürlich nicht schützen. Ich halte das alles für unnützes Zeug. Der beste Verbraucherschutz ist, wenn er mal in so einem Chinashop auf die Realität stößt. Solange es Menschen gibt die glauben das Konsumentenleben ist eine einzige Tuppaparty, werden Betrugsmaschen funktionieren. Da gibt es auch keinen Schutz der wirkt. Jeder Versuch alles irgendwie mit hyperkomplizierten Regeln zu versehen hilft nur diesen unlauteren Shopbetreibern. Erfahrung ist die einzige Versicherungspolice die wirklich schützt. Bis die Gesellschaft das begriffen hat, sind längst alle deutschen Konsumgüter made in china. Ein wirklich funtionierender Schritt sind da nicht 3 Euro pro Artikelgruppe an Gebühr. Die Gebühr pro Artikelgruppe sollte so hoch sein wie der Durchschnittspreis eine Retourenpakets nach China. Eine Regierung die das durchsetzen würde....was für ein unerfüllter Traum.
Sandra
20.08.2026

Antworten

Das ist ja alles nichts Neues aber während Europa mehr und mehr beschäftigt ist damit, seinen Binnenhandel zu zerpflücken und kleine Händler mit teils schwachsinnigen “Verordnungen” etc zu malträtieren, lernen natürlich die Chinesen mehr und mehr, wie sie auch den letzten Cent aus Europa holen. (WEEE, Batterie, Verpackung, CE, GPRS) Die Chinesen lachen sich tot! Und war da nicht noch eine Subventionierter Versand für die Chinesen? Viele Grüße- ein, wie fast jeder, frustrierter Online-Händler 😉