Betrug bei Kleinanzeigen: „Sicher bezahlen“-Falle verursacht hohe Verluste

Veröffentlicht: 25.03.2026
imgAktualisierung: 25.03.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.03.2026
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ca. 2 Min.
Finger drückt rote Tastaturtaste „SCAM“ zwischen weißen Tasten, Symbol für Online-Betrug oder Cyberrisiko.
Momius / Depositphotos.com
Eine neue Betrugsmasche auf Plattformen wie Kleinanzeigen trifft nicht Käufer, sondern Verkäufer – und sie ist erschreckend einfach.


Wer auf Kleinanzeigen alte Möbel, Kleidung oder Elektronik verkauft, denkt selten an Betrug. Zu harmlos wirkt der Vorgang, zu gering der Betrag. Genau das nutzen Betrüger inzwischen systematisch aus – mit einer Masche, die erschreckend professionell und für Betroffene mit erheblichem finanziellem Schaden verbunden sein kann.

So läuft die Masche ab

Der Ablauf folgt laut einem Instagram-Beitrag einem klaren Muster, das in mehreren Schritten eskaliert:

1. Harmloser Kontakt

Ein Artikel wird inseriert – oft für einen kleinen Betrag wie 25 Euro. Ein vermeintlicher Interessent meldet sich und möchte per PayPal zahlen. Bisher nichts Ungewöhnliches.

2. Der Methodenwechsel

Plötzlich schlägt der Käufer vor, doch die „Sicher bezahlen"-Funktion der Plattform zu nutzen. Klingt sogar seriöser – ist es aber nicht.

3. Die Fake-Seite

Genau in diesem Moment wechselt der Link unbemerkt auf eine gefälschte Website. Sie sieht täuschend echt aus und imitiert die Plattform bis ins Detail.

4. Der „Code"

Verkäufer erhalten eine Nachricht mit der Aufforderung, einen Code einzugeben – angeblich zur Bestätigung einer Testüberweisung. Tatsächlich autorisieren sie damit eine Zahlung von ihrem eigenen Konto.

Warum der Schaden so hoch ausfallen kann

Viele gehen davon aus, dass sie im schlimmsten Fall den Verkaufspreis verlieren. Das ist falsch. Es geht nicht um den Artikelwert – sondern um eine aktiv autorisierte Transaktion. Wer den Code eingibt, gibt eine Zahlungsfreigabe. Die Höhe dieser Zahlung kann weit über dem Verkaufspreis liegen, oft im vierstelligen Bereich.

Eine Rückholung der Zahlung ist dann in vielen Fällen schwierig bis unmöglich, weil die Transaktion formal vom Kontoinhaber selbst autorisiert wurde.

So schützt du dich

Zahlungsmethode nicht wechseln: Wenn ein Käufer mitten im Prozess die Methode ändern möchte, ist das ein klares Warnsignal.

URL immer prüfen: Ein kurzer Blick in die Adresszeile kann alles entscheiden. Stimmt die Domain wirklich mit der Plattform überein?

Keinen Code blind eingeben: Codes sollten nur bestätigt werden, wenn vollständig klar ist, woher sie stammen und wozu sie dienen.

Plattformfunktionen konsequent nutzen: Wer von Anfang an ausschließlich die integrierte „Sicher bezahlen"-Funktion der echten Plattform nutzt, reduziert das Risiko erheblich.

Im Zweifel: abbrechen. Lieber ein Geschäft nicht abschließen, als auf einen gut gemachten Scam hereinzufallen.

Fazit

Diese Masche zeigt, wie raffiniert Online-Betrug geworden ist. Der Einstieg ist so harmlos, dass selbst aufmerksame Menschen die Gefahr unterschätzen. Der Methodenwechsel wirkt sogar vertrauenswürdig – und genau das ist die Falle.

Wer auf Plattformen wie Kleinanzeigen verkauft, sollte die Grundregel verinnerlichen: Keine unerwarteten Codeeingaben. Keine Plattformwechsel auf Wunsch des Käufers. Und im Zweifel immer die URL prüfen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 25.03.2026
img Letzte Aktualisierung: 25.03.2026
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Sandra May

Sandra May

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