Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

96 Prozent der deutschen Unternehmen von Cyberangriffen betroffen

Veröffentlicht: 27.08.2026
imgAktualisierung: 27.08.2026
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
27.08.2026
img 27.08.2026
ca. 2 Min.
Hacker am Laptop
stockbusters / Depositphotos.com
Fast alle Unternehmen berichten mittlerweile von Cyberangriffen. Attacken bleiben oft unentdeckt, während KI die Bedrohungslage verschärft.


Cyberkriminalität ist in Deutschland allgegenwärtig: Fast alle Unternehmen in Deutschland sind mittlerweile von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen. Einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge sagen 96 Prozent der Unternehmen, schon Cyberangriffe erlebt zu haben. Besonders problematisch: Angriffe werden immer öfter nicht erkannt: Nur 67 Prozent der Firmen können einen erfolgreich ausgeführten Angriff auch mit Sicherheit belegen. Im Vorjahr waren es noch 87 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die einen Angriff vermuten, aber nicht nachweisen können, stieg von 10 auf 29 Prozent.

Der Schaden liege laut Bitkom zwischen 211 und 270 Milliarden Euro und ging damit im Vergleich zum Vorjahr (289 Milliarden Euro) ein wenig zurück. Die Kosten durch Produktionsausfälle haben sich etwa von 73,3 auf 36,5 Milliarden Euro halbiert. Eingerechnet sind dabei etwa Kosten für Betriebsausfälle, Rechtsstreitigkeiten, Datenschutzmaßnahmen sowie Erpressung mit gestohlenen Daten. Drei Viertel der Gesamtschäden – 160,4 bis 205,8 Milliarden Euro – entfallen mittlerweile auf reine Cyberattacken.

Mehr Unternehmen zahlen bei Ransomware-Angriffen

Am häufigsten berichten Unternehmen von Ransomware-Angriffen, bei denen Daten verschlüsselt und gegen Lösegeld wieder freigegeben werden. Ein Viertel der Unternehmen ist davon betroffen (im Vorjahr waren es noch 34 Prozent). Die Zahlungsbereitschaft der betroffenen Unternehmen ist dagegen gestiegen: Jedes fünfte Unternehmen gibt an, mindestens einmal das Lösegeld gezahlt zu haben. Die verlangten Summen liegen dabei laut Bitkom zwischen 10.000 und 500.000 Euro. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist das ein Signal, Notfallpläne und Backup-Strategien regelmäßig zu prüfen, statt im Ernstfall unvorbereitet vor der Zahlungsfrage zu stehen.

Ein zunehmendes Problem ist der Einsatz von KI. 82 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Angreifer künstliche Intelligenz eingesetzt haben. Besonders sichtbar ist der Trend bei sogenannten Robocalls (automatisierte Anrufe) und bei Deepfakes. KI sei „geradezu ein Booster für die Bedrohungslage“, sagt Sinan Selen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), so Golem. Auch Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst räumt ein, dass KI die Lage verändere, sagt aber auch: „Künstliche Intelligenz kann aber auch eingesetzt werden, um Angriffe schneller aufzudecken und zu verhindern – diese Chance müssen Unternehmen nutzen.“

Abhängigkeit von US-Anbietern

Ein Thema, das auch Unternehmen immer stärker betrifft, ist die Verschiebung der Tätergruppen. Zwar bleibt organisierte Kriminalität mit 62 Prozent die größte Bedrohung, aber ausländische Geheimdienste liegen mit 37 Prozent mittlerweile auf dem zweiten Platz. 2023 waren es nur sieben Prozent. 52 Prozent der betroffenen Unternehmen führten mindestens einen Angriff auf China zurück, 49 Prozent auf Russland, 27 Prozent auf die USA. „Ausländische Nachrichtendienste haben ihre hybriden Aktivitäten intensiviert und sind zunehmend für die Angriffe auf die deutsche Wirtschaft verantwortlich“, so BfV-Chef Selen.

Auch die digitale Souveränität spielt eine immer größere Rolle. 59 Prozent der Unternehmen sind nach eigener Aussage abhängig von US-Lösungen. 70 Prozent wünschen sich deutsche oder europäische Lösungen. Da deutsche Alternativen aber oft teurer oder funktional eingeschränkt sind, greifen die meisten eben doch zu den etablierten, meist aus den USA kommenden, Lösungen.

Artikelbild: https://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 27.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 27.08.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
0 Kommentare
Kommentar schreiben