95 Prozent der Online-Händler betroffen: Betrug im E-Commerce nimmt drastisch zu

Veröffentlicht: 25.11.2025
imgAktualisierung: 25.11.2025
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.11.2025
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Hände auf Tastatur, im Dunkeln
nialowwa / Depositphotos.com
95 Prozent der deutschen Online-Händler haben bereits Betrug erlebt. Vor allem vor Aktionstagen wie dem Black Friday steigt das Risiko.


Deutsche Online-Händler:innen sehen sich zunehmend mit Betrugsfällen konfrontiert. Vor allem umsatzstarke Aktionstage wie der Black Friday bergen ein hohes Risiko für kriminelle Aktivitäten, wie eine aktuelle Umfrage des Informationsdienstleisters CRIF zeigt.

Die Zahlen sind alarmierend: 95 Prozent der befragten Online-Shops in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit Betrugsfällen gemacht. Knapp 45 Prozent der Händler:innen berichten sogar von einer Zunahme der Betrugsrisiken, während 42 Prozent die Lage als weiterhin angespannt, jedoch unverändert einschätzen. Nur eine kleine Minderheit von 12 Prozent konnte eine Abnahme der Fälle verzeichnen.

Identitätsbetrug weit verbreitet

Eine der häufigsten Betrugsmaschen ist der Identitätsdiebstahl, der laut der Umfrage 76 Prozent der Händler:innen schon einmal betroffen hat. Daneben sind falsche Angaben zu Namen und Adressen sowie der Missbrauch gestohlener Zahlungsdaten weitere gängige Methoden. Auch der sogenannte Eingehungsbetrug, bei dem Bestellungen getätigt werden, ohne die Absicht zu zahlen, und der sogenannte Account Takeover – die Übernahme von Kundenkonten durch Unbefugte – zählen zu den weit verbreiteten Bedrohungen.

Finanzielle Auswirkungen teils enorm

Die finanziellen Auswirkungen dieser Betrugsfälle sind erheblich. Über ein Viertel der betroffenen Händler:innen gibt an, jährlich Verluste von mehr als 100.000 Euro zu verzeichnen. Um sich gegen diese wachsenden Gefahren zu schützen, greifen 94 Prozent der Online-Händler:innen auf Schutzmaßnahmen zurück. Häufig handelt es sich dabei um eine Kombination aus manuellen und automatisierten Systemen zur Betrugserkennung.

Dennoch bleibt die Herausforderung groß, wie Dr. Frank Schlein von CRIF betont: „Wer einen Online-Shop betreibt, muss damit rechnen, Opfer von Betrug zu werden. Kaum ein Händler ist bislang verschont geblieben – viele mussten bereits erhebliche finanzielle Einbußen durch organisierten Betrug hinnehmen. Die Methoden der Täter werden dabei immer professioneller.“

Gerade im Vorfeld von Großereignissen wie dem Black Friday ist es für Händler:innen entscheidend, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu optimieren, um empfindliche Verluste zu vermeiden. Die steigende Digitalisierung und die wachsende Beliebtheit des Online-Shoppings erfordern eine kontinuierliche Anpassung an die immer raffinierteren Techniken der Betrüger.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Veröffentlicht: 25.11.2025
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Christoph Pech

Christoph Pech

Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.

KOMMENTARE
7 Kommentare
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Georg Baumgartner
26.11.2025

Antworten

Hätte mir auch zumindest ein Beispiel gewünscht wie Händler betrogen werden und wie man sich dagegen schützen kann.
Thomas
26.11.2025

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Die simpelste Sache ist, bei Amazon einfach anzugeben, dass etwas mit dem Artikel nicht stimmt. Amazon erstattet sofort. Wieviele Artikel bei uns erstattet werden, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Und als Grund steht nur da: "Artikel nicht wie beschrieben“.
Dirk
26.11.2025

Antworten

Wir sind schon mehrfach mit solchen Betrügereien. Beispiele sind Backsteine oder Schrott in einem Retourenpaket, Angebliche Nichtzustellung, mehrfach auch schon "vor der Haustüre abgestellt und klatschnass" etc. Dazu kommen, wie oben beschrieben, die Indentitätsdiebstähle. Das Hauptproblem dahinter: Wenn man es zur Anzeige bei der Polizei bringt, wird in allen! Fällen das Verfahren eingestellt. Aussage mehrerer Beamte: "Es hat kaum Sinn, wir finden die nicht" - oder "Dazu haben wir keine Mittel" - oder "die betrüger sind cleverer als unsere Beamten". Also weil es die Politik verpennt fähige Beamte und schlagkräftige Abteilungen bei der Kriminalpolizei aufzubauen, leider der Handel mal wieder... Verluste = wenige Steuern + weniger Wirtschaftsleistung.... Seit 20+ Jahren im Onlinehandel habe ich persönlich aber jedes Vertrauen in unsere "Cyberpolizei" verloren... Sehr schade :-(
Sandra
27.11.2025
Wir haben eigentlich (toi toi toi) nie Probleme damit. Wir beliefern unsere Kunden aber auch grundsätzlich nur per Vorauskasse oder Nachnahme. Ausland grundsätzlich nicht per Paypal, nur per Überweisung. Das ist schon mal ein enormer Vorteil, ändern werden wir das auch nicht, auch wenn uns evtl. das eine oder andere Geschäft damit verloren gehen mag. Wir haben allerdings auch 4,9 (echte!) Sterne bei fast 1000 Bewertungen ;o) Lasst Euch Fotos als Beweis schicken, wenn reklamamiert wird. Wir fotografieren z.Bsp. auch absolut jede Bestellung vor dem Versand (wegen "Kratzern" "Defekten" etc., die zumindest äußerlich erkennbar sind. Dadurch haben wir schon soviele angebliche Reklamationen vermeiden können weil wir dem Kunden eben beweisen konnten, dass es NICHT so angekommen sein kann, wie er behauptet. Viele geben auch kleinlaut nach, wenn sie vorher behauptet haben, irgendetwas sei nicht dabei gewesen bzw. hätte gefehlt. Verkauft NICHT auf Amazon! Denen ist es doch sch...egal. Ihr verliert da auch viel zu viel Gewinn/Umsatz. PP/Klarna etc. ist schon schlimm, aber auch noch Amazon alles in den Rachen zu werfen, versteh ich nicht. Kein Wunder, dass sie sich echt ALLES erlauben können und dann Rechtsstreite solange rauszögern bis auch der letzte "Kleine" weg vom Fenster ist.
Dave
26.11.2025

Antworten

Mir fehlen im Artikel konkrete Beispiele, wie die Täter vorgehen und wasie man sich dagegen schützt. Ansonsten bietet der Artikel leider wenig substanzielles für mich als Händler, außer Panikmache. Weniger Panik und Clickbait, dafür mehr Input und Inhalt zur Optimierung würde ich mir wünschen.
Swen
26.11.2025
Nur per Vorkasse versenden, dann hast du schon mal die größte Betrugsquelle ausgeschaltet und wenn möglich kein PayPal anbieten darüber haben wir die meisten Betrugsfälle, nicht viele aber es nervt.
Paul Kamm
26.11.2025

Antworten

Das Problem ist, dass es nicht veröffentlicht wird. So werden nur Händler informiert. In der Medien werden immer nur Verbraucher gewarnt . Aber dass es umgekehrt noch schlimmer ist, liest man nie. Das ist jammerschaden.