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Wenn zwei Zentimeter zum Geschäftsmodell werden

Veröffentlicht: 16.06.2026
imgAktualisierung: 16.06.2026
Geschrieben von: Tim Arlt
Lesezeit: ca. 2 Min.
16.06.2026
img 16.06.2026
ca. 2 Min.
Hand steckt einen Brief in einen gelben Briefkasten der Deutschen Post am Straßenrand.
KI
Ab 2027 ändert die Post die Maße bei Groß- und Maxibrief: mehr Gewicht, weniger Höhe. Eine Portoerhöhung auf Umwegen.


Auf den ersten Blick wirkt die Sache harmlos: Die Deutsche Post passt voraussichtlich zum 1. Januar 2027 ein paar Maße beim Groß- und Maxibrief an. Klingt nach Verwaltungsdetail, nach einer dieser Meldungen, die man überfliegt und schnell wieder vergisst.

Was sich ändert – und warum es ein Treppenwitz ist

Schaut man genauer hin, ergibt sich ein anderes Bild. Der Großbrief wird zwar großzügiger – mehr Gewicht, mehr Höhe. Beim Maxibrief aber sinkt die erlaubte Höhe von fünf auf drei Zentimeter, und die Variante „Maxibrief Plus", mit der sich etwas dickere Sendungen noch im Briefformat verschicken ließen, fällt komplett weg.

Besonders kurios: Gleichzeitig steigt beim Maxibrief das erlaubte Gewicht von einem auf zwei Kilogramm – ohne Aufpreis. Klingt nach einer Verbesserung. Nur: Das eine Limit steigt, das andere sinkt – und welches davon am Ende zählt, entscheidet sich nicht am Gewicht, sondern an der Höhe. Genau die wird jetzt enger. Ein Geschenk, das man nicht gebrauchen kann.

Wer am Ende zahlt

Für Händler heißt das: ausweichen. Auf Päckchen, auf Paket, auf DHL Kleinpaket. Alles Optionen, die in der Regel teurer sind als ein Brief – und die für die Post wirtschaftlich deutlich attraktiver sind als das margenschwache Briefgeschäft, das seit Jahren schrumpft.

„Eine Preiserhöhung, für die niemand eine Pressemitteilung schreiben musste." – Tim Arlt, Händlerbund-CEO

Offiziell ist das Ganze noch nicht beschlossen, basiert auf einer Kongress-Präsentation und nicht auf einer finalen Regelung. Aber die Richtung ist unübersehbar: Wo das Briefgeschäft an Bedeutung verliert, wird das Format so zurechtgeschnitten, dass mehr Sendungen ins Paketgeschäft wandern – freiwillig, versteht sich, weil ja niemand offiziell gezwungen wird.

Für kleine und mittelständische Online-Händler ist das am Ende einfach eine weitere Verteuerung, die nicht als solche auftaucht. Keine Portoerhöhung in der Pressemitteilung, kein politischer Beschluss, über den man sich aufregen könnte – nur ein paar Zentimeter weniger, die ganz beiläufig dafür sorgen, dass die Versandkosten steigen. Wer in den nächsten Monaten kalkuliert, sollte diese Zentimeter im Hinterkopf haben.

Veröffentlicht: 16.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 16.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
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Tim Arlt

Tim Arlt

Händlerbund-CEO

KOMMENTARE
4 Kommentare
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cf
17.06.2026

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Oh prima: Ich mache einen neuen Webshop für Gusseisenplatten mit einer Dicke von 1,7 cm z.B. für Bodybuilding-Studios auf, so dass ich die kleineren Maße aber das höhere Gewicht perfekt nutzen kann - ob die Briefträger sich dann wohl wundern? :-)
Peter
17.06.2026

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Wenn mich nicht alles täscht, ist der Warenversand im Brief schon länger nicht mehr erlaubt. In Briefen will die Post/DHL nur noch Papiere und Dokumente befördern. Für Handelsware gibt es Warensendungen, Kleinpakete und Pakete. Da die 5 cm dicken Briefe nie durch den Schlitz im Briefkasten passten, sind die neuen, schmaleren aber schwereren Briefsendungen für alle eine gute Nachricht, die diese Briefkästen nutzen. Ihr schreibt es ja oben selber. Die Briefträger haben weniger zu tun als noch vor einigen Jahren. Die zusätzlichen Warensendungen sollen offensichtlich zur Erhöhung der Auslastung führen und die Paketzusteller entlasten.
Marc
17.06.2026

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Da gibt's nur ein: ausweichen - aber nicht auf die DHL Produkte, sondern auf die der Konkurrenz...
KI
17.06.2026

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Meinung: es ist wie in der Politik - CDU / CSU SPD machen einen sehr schlechten Job und viel wandern zur AfD ( untergang für Deutschland) ab! DHL erhöht mehrfach im Jahr die Preis, entfernt den Service, nimmt die Onlinehändler nach Strich und Faden aus - alle versenden bald nur noch mit Amazon - Amazon Multi-Channel-Versand - oder Buy with Prime. Das Ende der Fahnenstange ist bei Amazon lange nicht erreicht!