Support & Hilfe
Newsletter Bei uns werben

Versandetikett macht Händler zum Verpackungsverantwortlichen?

Veröffentlicht: 19.06.2026
imgAktualisierung: 19.06.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
19.06.2026
img 19.06.2026
ca. 2 Min.
Paket mit Versandetikett wird auf einem Karton angebracht, daneben liegen Klebebandabroller, Schere und Stift.
KI
Macht ein Versandetikett Händler:innen zu Verantwortlichen? Genau diese Auffassung vertritt die ZSVR zur neuen EU-VerpackungsVO.


Ein Versandetikett könnte für Händler künftig weitreichende Folgen haben. Nach einer aktuellen Auslegung der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) sollen Händler unter Umständen selbst als Erzeuger von Verpackungen gelten, wenn sie ein Versandlabel auf einen Karton kleben.

ZSVR sieht neue Pflichten für Händler

Hintergrund ist die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die ab dem 12. August 2026 gilt. Die ZSVR vertritt die Auffassung, dass ein Versandetikett die Verpackung verändert – unter anderem, weil sich ihr Gewicht erhöht. Dadurch könnten Erzeugerpflichten ausgelöst werden.

Die Konsequenzen wären erheblich: Händler müssten möglicherweise eigene Kennzeichnungs-, Konformitäts-, Registrierungs- und Lizenzierungspflichten erfüllen – obwohl die Verpackung bereits vom Hersteller in Verkehr gebracht wurde.

Händlerbund steht auf Seite der Händler

Der Händlerbund teilt diese Auslegung nicht. Ein gewöhnliches Versandetikett verändert aus unserer Sicht weder die Materialzusammensetzung noch die Recyclingfähigkeit einer Verpackung. Mit dieser Einschätzung stehen wir nicht allein.

Trotzdem nehmen wir die Position der ZSVR ernst. Behördliche Auslegungen können praktische Auswirkungen haben und sollten nicht ignoriert werden. Deshalb stehen wir bereits im Austausch mit der Zentralen Stelle.

Die offizielle Veröffentlichung der Auslegung wird für Juli erwartet. Sobald diese vorliegt, informieren wir über die konkreten Auswirkungen und geben Handlungsempfehlungen. Händlerbund-Mitglieder müssen sich keine Sorgen machen: Wir begleiten das Thema eng und arbeiten bereits an Lösungen für alle denkbaren Szenarien.

Die ausführliche rechtliche Einordnung und die Hintergründe der unterschiedlichen Auffassungen von Händlerbund und ZSVR beleuchten wir in einem gesonderten Beitrag in der kommenden Woche.

Veröffentlicht: 19.06.2026
img Letzte Aktualisierung: 19.06.2026
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
13 Kommentare
Kommentar schreiben

Andreas Rompf
28.06.2026

Antworten

Als Kleinunternehmer mit Verkau über Ebay habe ich von einer von Ebay bereitgestellten Plattform prüfen lassen, was mich der Spaß kosten würde, wenn ich EU weit verkaufe. Ich müsste in 16 EU Ländern einen "Beauftragten" bezahlen, in die ich pro Jahr ca. 5-10 Sendungen verschicke. Pro Land wären da 299€ fällig. Darunter z.B Österreich, Spanien, Portugal um die größten Abnahmeländer zu nennen. Da kann ich es gleich lassen.
Karl Meier
21.06.2026

Antworten

Und wenn ich ein Stück vom Karton aabschneide und das Gewicht dann gleich bleibt? Das ist doch sicherlich wieder eine Idee von Lobbyisten um kleine Händler kaputt zu machen.
cf
20.06.2026

Antworten

Ich finde das nur noch witzig. EU will entlasten, unser Kanzler beklagt zu viel Bürokratie und dann kommen solche zentralen Stellen auf Ideen wie sie die Entlastung bestmöglich verhindern. Wenn derjenige Verpackungshersteller bzw. Verantwortlicher wird, der das Versandetikett anbringt, dann fahre ich künftig täglich selber zur Post und lasse die Postangestellten die Label drucken und aufkleben. Dann ist DHL für die Verpackung verantwortlich und muss damit auch die Herstellerabgaben übernehmen. Viel Spaß bei der Abrechnung in allen EU Ländern und viele Grüße an alle Verpackungsbeauftragten von DHL :-)
Michaela
19.06.2026

Antworten

Also wenn ich den Redaktions-Kommentar unten richtig deute, dann ist dieser Irrsinn doch eigentlich schon in trockenen Tüchern. Wass wollen diese Pappnasen?? Wollen sie unsere Wirtschaft runterwirtschaften und dass nur noch die Großen bestehen? Was läuft da? Uns allen könnte es so gut gehen, aber das scheint nicht gewollt zu sein. Ich schau mir das noch bis Jahresende an und wenns nicht besser wird, mach ich meinen Laden dicht, löse alles auf und dann verdient keiner mehr an mir! Dann arbeite ich an meiner Work-Life Balance...
Redaktion
22.06.2026
Wir sind weiter im Austausch mit LUCID und warten auf die Bestätigung. Wir halten euch auf jedenfall auf dem Laufenden. Wichtig ist aber and er Stelle zu verstehen, dass die Auslegung von Gesetzen bei den Gerichten liegt. Nur, weil die Behörde die Gesetze so anwendet, muss es nicht automatisch richtig sein.
Oliver
19.06.2026

Antworten

Und Altbestände an Kartons muss ich dann entsorgen ? Aus dem EU Versand steige ich ab August eh aus, diesen Zikus mache ich nicht mehr mit. Da entscheiden Leute über Sachen von denen sie nachweislich keinen Plan haben, werden dafür monatlich mit Bezügen vollgestopft, als gäbe es kein morgen und vernichten dabei Existenzen. Ich bin immer dafür Lösungen zu finden, aber bei denen bleibt man nur noch ratlos am Rande zurück.
Verbitterter Versandhändler
19.06.2026

Antworten

Am besten man macht seine verbitterte Versandbude dicht und geht in die Grundsicherung. Lohnt doch langsam immer weniger sich mit dem ganzen Quatsch noch aufzureiben.
Mosy
19.06.2026

Antworten

Ich kann zu diesem Wahnsinn leider nichts mehr sagen. Spätestens wenn alle Firmen insolvent sind, wird man sich noch wundern, warum. Für kleine Unternehmen unmöglich alles zu verfolgen und umzusetzen was sich die EU an Regulierungen ausdenkt. Es wird alles nur noch reguliert bis zum letzten Fur*.
Andreas
19.06.2026

Antworten

Die Etiketten kaufe ich von DHL. DHL selbst diese von einer Firma herstellen. Die Software von DHL gibt mir aus, was darauf gedruckt wird. Nur den Drucker setze ich daher selbst ein. In meinen Augen ist doch DHL der verantwortliche für das Etikett bzw. deren Etiketten-Hersteller und nicht ich als (Versand)-Händler? Wer kommt dann auf so einen Blödsinn? Ich dachte, die neue Verpackungsverordnung soll kleine Händler entlasten? Selbst wenn das umgesetzt wird, gilt dann nicht auch in diesem Fall eine Umsatz- und Mitarbeitergrenze??
joachim
19.06.2026

Antworten

Hallo, dann wäre aber auch die DHL oder dpd ein Hersteller. Diese bringen ebenfalls Aufkleber am Paket an. Auch die Paketshops und auch die Kunden machen das teilweise letztendlich. Zudem geben auch die Zusteller selbst (SUBunternehmer) teilweise Markierungen an den Kartons an. Einfach nur noch Irre das ganze...
Andre
19.06.2026

Antworten

Kann schon irgendjemand etwas dazu sagen, wie man es schafft eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer auf den Versandkarton zu bekommen, wenn der Verpackungslieferant (mit Sitz in Österreich - nicht irgendwo in China!) sagt, das ist technisch nicht möglich? Ist es richtig, dass eine reine Typennummer (also zB "Karton M") ausreicht? Ich habe schon mehrfach an die Händlerbund Rechtsberatung geschrieben und hier wird das "Typennummer" in der Verordnung (und meine Fragen) immer ignoriert - es wird nur von "Serien- oder Chargennummer" gesprochen.
Redaktion
19.06.2026
Hallo Andre, durch die Nummer soll eine eindeutige Identifikation stattfinden, daher reicht nur "Karton M" leider nicht aus. Tatsächlich sind viele Hersteller/Erzeuger noch nicht gut auf die neuen Vorschriften vorbereitet, auch weil es noch so viele Unsicherheites gibt. Wenn dein Lieferant es bis August wirklich unterlässt, bist du selbst dafür verantwortlich, dass die Kartons richtig gekennzeichnet sind. Viele Grüße die Redaktion
Jasmin
25.06.2026
Es gibt auch die Möglichkeit selbst entsprechende Etiketten auszudrücken und diese dann auf der Verpackung anzubringen.