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PPWR: EU-Kommission fordert Abschaffung der Bevollmächtigten-Pflicht

Veröffentlicht: 12.08.2026
imgAktualisierung: 12.08.2026
Geschrieben von: Sandra May
Lesezeit: ca. 2 Min.
12.08.2026
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ca. 2 Min.
Person in einem Labyrinth aus EU-Akten, Stempeln und Wegweisern zu Lizenzierung, Meldung und Bevollmächtigten.
KI
„Wir haben die Mitgliedstaaten aufgefordert, nicht zu sanktionieren“, die EU-Kommission unter einem Instagram-Video vom Händlerbund.


Unter einem Instagram-Video vom Händlerbund hat sich die EU-Kommission direkt zu Wort gemeldet – und stellt sich klar auf die Seite kleiner Online-Händler: Parlament und Mitgliedstaaten sollen die Pflicht zur Benennung eines Bevollmächtigten für den grenzüberschreitenden Versand abschaffen. Einen entsprechenden Gesetzesvorschlag habe man bereits im Dezember 2025 vorgelegt – dieser müsse nun aber noch von EU-Parlament und Mitgliedstaaten angenommen werden.

„Wir haben das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, die Pflicht abzuschaffen, wonach EU-Unternehmen, die Waren in andere EU-Länder versenden, einen Bevollmächtigten („Authorised Representative“) benennen müssen. Wir haben dazu im Dezember 2025 einen Gesetzesvorschlag vorgelegt. Dieser muss nun noch von den EU-Gesetzgebern angenommen werden.

In der Zwischenzeit haben wir den nationalen Behörden außerdem empfohlen, Unternehmen, die die Vorgaben noch nicht erfüllen, nicht zu sanktionieren, sondern zunächst zu verwarnen.“ – EU-Kommission am 12. August 2026

Auch gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland äußerte sich ein hochrangiger EU-Beamter unerwartet deutlich: Die aktuelle Regelung sei „eindeutig unverhältnismäßig“. Bis zur Gesetzesänderung sollten die Mitgliedstaaten deshalb weder Strafen verhängen noch die Vorgaben durchsetzen.

Aktueller Stand des Verfahrens

Am grundsätzlichen Willen der Kommission ändert das nichts – sie hat ihren Vorschlag bereits im Dezember 2025 vorgelegt. Der Rat der EU hat die Beratungen darüber allerdings bereits vor einigen Wochen abgebrochen, weil eine Mehrheit der Mitgliedstaaten dagegen war. Aktuell verhandelt nur noch das EU-Parlament eine deutlich abgespeckte Version, die eine Ausnahme lediglich für Kleinstunternehmen (bis 49 Beschäftigte, bis 10 Mio. Euro Jahresumsatz) vorsieht – die erste Lesung findet frühestens im Oktober 2026 statt. Für den Stichtag 12. August gilt die Bevollmächtigten-Pflicht damit erst einmal unverändert.

Was die EU vergisst: Der E-Commerce ist nicht Amazon

In der Debatte um die PPWR wird oft mit dem Binnenmarkt und fairen Wettbewerbsbedingungen argumentiert – Ziele, denen grundsätzlich kaum jemand widerspricht. Nur trifft die Bevollmächtigten-Pflicht in der Praxis vor allem die Kleinen: Ein Konzern mit eigenen Landesgesellschaften oder Logistikpartnern in jedem Zielmarkt schultert die Kosten für zusätzliche Bevollmächtigte nebenbei. Für den Solo-Selbstständigen oder die Zwei-Personen-GbR, die bislang gelegentlich ein Paket nach Österreich oder Frankreich verschickt haben, bedeutet dieselbe Pflicht dagegen einen Verwaltungsaufwand, der in keinem Verhältnis zum Umsatz steht – und für viele am Ende das Aus für den Auslandsversand bedeutet.

Eine Regelung ohne Bagatellgrenze behandelt damit strukturell ungleiche Fälle gleich. Dass selbst die Kommission diesen Webfehler erkannt und eine Ausnahme vorgeschlagen hat, zeigt: Das Problem ist längst bekannt. Solange der Rat aber blockiert, bleibt es beim Prinzip „one size fits all“ – und das passt eben nicht auf einen Markt, der vom Konzern bis zum Ein-Personen-Shop reicht.

Veröffentlicht: 12.08.2026
img Letzte Aktualisierung: 12.08.2026
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Sandra May

Sandra May

Sandra beleuchtet Streitfälle im E-Commerce: von rechtlichen Fallstricken über Urheberrecht bis hin zu Influencer:innen und Wettbewerbsklagen.

KOMMENTARE
45 Kommentare
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Josh
01.09.2026

Antworten

Ich repariere Oldtimer Autos aus USA - jedenfalls bis jetzt... Nun stehe ich vor dem Problem das ich aus den USA keine Ersatz Teile mehr geliefert bekomme... Wenn dieses schwachsinnige Gesetzt nicht geändert wird - bin ich ruiniert :-(
Poss
31.08.2026

Antworten

Ich unterstelle der Kommission absolutes Dilettantentum. Das zentrale Problem vieler aktueller EU-Regulierungen liegt nicht in den Zielen, sondern in der fehlenden Nähe zur betrieblichen und wirtschaftlichen Realität. Wer globale Lieferketten, Datenverfügbarkeit und operative Prozesse nur mit dem Wissen aus Lehrbüchern von vor 25 Jahren und mehr betrachtet, formuliert Anforderungen, die auf dem Papier schlüssig wirken, in der Praxis jedoch kaum umsetzbar sind. Das Ergebnis sind steigende Bürokratie, hohe Kosten und erhebliche Unsicherheit für alle betroffenen Unternehmen.
Regina
17.08.2026

Antworten

Die neue PPWR ist absolut unverhältnismäßig. Wenn ich mir meine OSS Zahlungen des letzten Jahres ansehe, muß die logische Konsequenz auf diese irrsinnige Verordnung sein, das wir Europa nun nicht mehr beliefern sollten. Wir verkaufen Schreibgeräte, davon ein großer Anteil gebrauchte Schreibgeräte, die teils 50 Jahre und älter sind. Wir unterstützen somit die Wiederverwertung und den Recycling Gedanken. Das alles zählt nun nicht mehr, da irgendwelche Bürokraten in Brüssel solche wahnwitzigen Reglungen aufstellen. Die Registrierung für alle Länder über Firmen die nun ein neues Geschäftsmodell haben, liegt bei ca. 15000€. Die Konsequenz wird sein: ein Sterben des Online Handels und eine weitere Überschwemmung von Temu, Shein etc Artikeln.
Brigitte
17.08.2026

Antworten

Habe ebenfalls den Versand in andere EU Länder eingestellt.
Bettina
15.08.2026

Antworten

Ich hatte mich bereits vor 2 Wochen bei der EU beschwert, was die Sache der Kartonagen (Hersteller aufgrund des Aufklebens von einem Versandetikett) beschwert und noch nicht mal eine Rückmeldung erhalten. Nur eine Email, dass der Fall bearbeitet wird. Zu den ganzen hirnlosen EU Vorgaben kann man nur noch den Kopf schütteln. Scheinbar ist es gewollt die Wirtschaft komplett zu zerstören. Die Frage die mir immer und immer wieder stelle, welche Leute da überhaupt sitzen, denen so ein Humbug einfällt. Scheinbar haufenweise - ohne Schulbildung, Beschäftigungsmaßnahmen oder was auch immer, denn was da stattfindet, ist mehr wie weltfremd. Bürokratieabbau??? -- Fehl am Platze, hier wird haufenweise eine BürokratieAUFBAU betrieben. Den Auslandsversand bieten wir schon eine ganze Weile nicht mehr an, da es für uns als kleiner Onlinehändler überhaupt keinen Sinn mehr macht. Danke an die Mitarbeiter der EU!!!!
Maverick
14.08.2026

Antworten

Wir haben unseren Versand ins EU-Ausland komplett gestoppt. Ebenfalls haben eine Beschwerde mit der Vorlage des Händlerbunds bei der EU-Kommission eingereicht. Wir alle sind fassungslos, was uns hier zugemutet wird. Der Grundgedanke ist, dass es einen freien EU-Binnenmarkt gibt. Dieses bescheuerte Gesetzt sorgt dafür, dass alle kleinen und mittleren Händler den Versand ins Ausland einstellen. Wir schaffen es einfach nicht, dass wir uns mit soviel Bürokratie beschäftigen. Wir müssen Geld verdienen und nicht immer neue Hürden auferlegt bekommen.
Dan
14.08.2026

Antworten

Während die verfehlte PPWR-Regulierungsutopie den legalen Binnenmarkt lähmt und der europäischen Wirtschaft durch einbrechende Verkäufe Milliarden entzieht, sorgen die Abmahnkanzleien ganz uneigennützig für einen kurzfristigen Wirtschaftsausgleich – indem sie das verlorene Kapital direkt bei den überforderten KMUs eintreiben, während Amazon und Temu das bürokratische Rauschen mit einem einzigen Klick in ihrer Rechtsabteilung aussitzen und am Ende die lachenden Dritten sind. Ich hoffe es wird auch wirklich etwas passieren aufgrund der Sinnlosigkeit solcher Entscheidungen. Jede Beschwerde hilft daher ;) Auf bessere Zeiten! LG Dan
K.S.
13.08.2026

Antworten

Ab 12.08.2026 habe auch ich den Versand nach allen Europäischen Nachbar-Ländern eingestellt. Mit ausnahmsloser Arroganz und beispielloser Engstirnigkeit wird in Europa nun auch noch das Kleinstgewerbe niedergemacht. Man stelle sich vor, dass man die Gründer von Microsoft am Anfang mit so engstirnigen Verordnungen ausgebremst hätte . . . . . . Bekannter Maßen haben die mal ganz klein angefangen, wie viele. Eins steht fest: aus kleinen Unternehmen können durchaus auch große werden . . . . . wenn sie nicht von dreisten Verordnungen noch vor dem Erfolg ruiniert werden. Mein Dank gilt den horizontlosen EU-Politikern, die im Übrigen gerade ihren von uns allen finanzierten Urlaub genießen. Ich werde nun meinen Onlineshop zurück bauen, inklusive Mitarbeitern, denn ich selbst werde nicht mehr unter Mindestlohn arbeiten.
M. R.
13.08.2026

Antworten

Auch wir haben unseren Versand in sämtliche EU-Länder aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit nun gestern einstellen MÜSSEN und übernehmen gern die Formulierung: "Eine Lieferung an folgende Länder ist aufgrund gesetzlicher Reglementierungen und damit einhergehender Unwirtschaftlichkeit ausgeschlossen. PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation, Verordnung (EU) 2025/40)" . ... Und diese Meldung einen Tag später nun ist die Krönung des ganzen. - Ja was nun? Geht's noch verwirrender? Gut, dass es die Beschwerde–Mustervorlage gibt: https://ohn.haendlerbund.de/haendlerbund-news/letzte-chance-haendler-eu-feedback-ppwr
Andree
13.08.2026

Antworten

Bis vor kurzem 3 Euro Zoll pro Warenposition fallen automatisch an. China: 🥺 EU beschließt PPWR: 🥳
Ernest
13.08.2026

Antworten

Wenn wir Unternehmer erst handeln und danach vielleicht überlegen, was wir da gemacht haben, dann sind wir schnell pleite. Das gilt offenbar nicht für Politiker. Unser Shop hat wir gestern, nach 20 Jahren EU-Weit geliefert zu haben, den Internationalen Versand eingestellt.
M.H
13.08.2026

Antworten

Lustig! 😄 Beim Thema Verpackungsgesetz fragt man sich wirklich: Wer soll das eigentlich alles kontrollieren? Wir haben unseren Versand ins EU-Ausland inzwischen ebenfalls eingestellt. Und wenn das am Ende viele Händler genauso machen, wird es besonders interessant: weniger grenzüberschreitender Handel, weniger Umsätze und entsprechend weniger Steuereinnahmen über das OSS-Verfahren. Aber gut – Hauptsache, für jede Verpackung ist irgendwo das richtige Häkchen gesetzt. 😉 Manchmal schafft Bürokratie eben genau das, was sie eigentlich nicht schaffen sollte: Händler dazu zu bringen, einfach nicht mehr zu verkaufen. Vielleicht wird der daraus entstehende Rückgang irgendwann zum kleinen Denkzettel.
K.S.
13.08.2026
Rate mal, wer das alles kontrolliert. Na weitere Beamte! Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Irgendwann gibt es nur noch beamtete Erfinder von Verordnungen - aber niemand mehr der sie ernährt.
Mike
13.08.2026

Antworten

Es ist einfach unglaublich wie sich Deutschland und die Eu selbst schadet. WIe sollen wir jemals weltweit konkurrenzfähig werden, wenn solch sinnlose Regelungen etabliert werden? Warum nicht eine Plattform für alle Länder wie bei OSS? Wie soll man bei diesem ganzen Bürokratiedschungel als Einzelunternehmer noch konkurrenzfähig sein, wenn für die ganze Bürokratie (Bevollmächigte, Konformitätserklärungen, Kennzeichnungspflichten, etc.) eigentlich ganze Abteilungen nötig wären? Das Ende vom Lied ist: Entweder man muss den Versand in alle anderen Länder einstellen und sich selbst und der Wirtschaft schaden, oder sich ständig unter dem Risiko von hohen Strafen zu bewegen wo nicht zwischen Kleinstunternehmer und Großkonzern unterschieden wird. Wie kann es sein, das solche Regularien ab dem ersten versandten Paket gelten? Unglaublich wie weltfremd die Politiker heutzutage agieren dürfen.
bgw
13.08.2026

Antworten

Leider muss ich den Kollegen zustimmen. Unser Online-Shop ist im Aufbau. Die unzähligen Auflagen machen es schwer alle Artikel online zu stellen. PPWR blockieren Hersteller und Zwischenhändler, weil sie einfach selbst noch nicht so weit sind alle Konformitätserklärungen vorzulegen/bereitzuhalten. Im Shop kommen immer mehr Aufträge rein, so dass sich dieser bereits trägt. Gerade in dieser fragilen Situation sind aber permanent wechselnden Rahmenbedingungen eine Herausforderung. Wir waren sehr froh, dass wir schon in der Planungsphase vom Shop entschieden hatten, uns auf den deutschen Markt zu konzentrieren. Damit waren die Bevollmächtigten ohnehin kein Thema. Der Bock vom ZSVR zum Thema Etiketten dafür um so mehr. Um auch eins auch klarzustellen: Ich bin für solche Themen offen. Sie sind unangenehm, brauchen viel Aufmerksamkeit, sind aber Gesellschaftlich nicht unwichtig. Mir ist auch bewusst, dass man vor dem Inkrafttreten von Regularien nicht jede Konstellation proaktiv untersuchen kann. Aber teilweise vermisse ich den gesunden Menschenverstand. Was mir Hoffnung gibt: Die EU reagiert...ja, vielleicht könnte es schneller gehen. Vielleicht ist es ja doch so, dass man im freien Fall am besten das Fliegen erlernt. ;-)
Siegfried
13.08.2026

Antworten

Langsam kann ich mir nicht mehr vorstellen welche unqualifizierten Personen sich mit diesen Gesetzen beschäftigen, Sie haben keine Ahnung von der Realität! Der ganze Bürokratismus ist nicht mehr zu bewältigen, abgesehen von dem ganzen hick-hack was durch die ständige Anpassungen und Änderungen entsteht. Der Versand in die EU wird bei uns gestrichen, dank der kompetenten Personen!!
Robert Flachenäcker
13.08.2026

Antworten

Erkläre politische Entscheidungen in einem Satz! "Hick Hack". Man muss sich wirklich dir Frage stellen, wes Geistes Kind die Idee war, den größten Binnenmarkt der Welt mit so einer unsinnigen Regelung zu belasten. Anstatt die Chancen zu nutzen, die so ein Riesenmarkt bietet, wird er mit Unsinn torpediert. Das grenzt an Selbstsabotage. Wenn mal wieder jemand nach Gründen für EU-Verdrossenheit oder Politikverdrossenheit im Allgemeinen sucht - hier ist so ein Grund (leider von vielen weiteren).
Andreas
13.08.2026

Antworten

Kann das mal jemand vom Händlerbund kommmentieren, anscheinend gibt es noch gar keine Bußgeldvorschrift für den ganzen Zauber: Ohne konkrete nationale Bußgeldvorschrift kann in Deutschland grundsätzlich keine Geldbuße wegen eines PPWR-Verstoßes verhängt werden. Genau deshalb verpflichtet Artikel 68 die Mitgliedstaaten, bis 12. Februar 2027 eigene Sanktionsvorschriften zu erlassen. Die EU-Verordnung sagt also: „Deutschland muss Strafen regeln“, sie legt aber nicht für jeden Verstoß schon selbst einen deutschen Bußgeldtatbestand mit Betrag fest. EUR-Lex, Art. 68 VO (EU) 2025/40 Der wichtige Grundsatz im deutschen Ordnungswidrigkeitenrecht lautet: Keine Ahndung ohne Gesetz. Nach § 3 OWiG kann eine Handlung nur als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, wenn die Ahndungsmöglichkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Handlung begangen wurde. § 3 OWiG
Ralf
13.08.2026

Antworten

Wie so oft ist sind sich die Brüsseler Bürokraten nicht über das Ausmaß ihrer eigenen Gesetze bewusst. In der EU herrscht Willkür, ohne Haftung für getroffene Entscheidungen. Der Schaden der angerichtet wurde lässt sich nicht so einfach durch die bloße Absicht einer Gesetzesrücknahme beheben. In unserem Fall bedeutet das, dass wir den gesamten EU-Versand eingestellt haben. Dies bedeutet für uns als kleines Familienunternehmen, dass wir monatlich auf ca. 15%-20% Umsatz und Gewinn verzichten. Und das nicht nur einmalig sondern fortlaufend, weil dieser Umsatz fast ausschließlich von Stammkunden kommt, welche monatlich bei uns gekauft haben. Diese werden wir wohl, nach dem "aussetzen" des Versandes in andere EU-Länder ab 12. August, nicht mehr wiedersehen. Auch wenn dieses Gesetz irgendwann entschärft wird, haben sich unsere Kunden dann schweren Herzens andere Lieferanten gesucht, welche sie beliefern. Es wartet halt keiner bis die EU "aus dem Quark kommt" und Versäumnisse irgendwann wieder korrigiert. Warum auch? Es gibt ja eh keine Konsequenzen für geschäftsschädigendes Handeln, und die Steuergeldverschwendung Richtung EU sprudelt weiter, solange bis auch die letzten Unternehmen ihre Arbeit verlagern oder einstellen (müssen). So sitzt die EU auf dem Ast, an dem sie bereits mit großer bürokratischem Eifer mit der Kettensäge arbeitet.
Birgit
13.08.2026
Ralf, genauso sieht es aus!
KI
13.08.2026
zu 100 % den Nagel auf den Kopf gtroffen! Es hat den Anschein als wenn die alle politischen Parteien im EU Parlament und auch in Deutschland nur noch mit Lobbyisten durchtränkt und gesteuert werden um sich die Taschen voll zu machen!
EH
13.08.2026

Antworten

Es ist nun der Punkt erreicht, an dem es keinen SInn mehr macht in der EU ein Geschäft zu betreiben. Lieber daheim sitzen und die Nerven schonen als noch etwas zu verkaufen und von der EU gegängelt zu werden und vom Finanzamt ausgequetscht zu werden.
DCD
13.08.2026

Antworten

Die EU schaut nur auf auf die big player amazon etc. und kann sich anscheinend nicht vorstellen, dass es außerhalb dieser Sphäre noch andere Onlinehändler gibt. Erst die sprunghafte Zollpolitik der USA und jetzt kommt die EU mit der PPWR. Den Versand in die USA haben wir schon vor mehreren Wochen eingestellt und jetzt den Versand in die EU. Bürokratieabbau sieht anders aus.
Michael
13.08.2026

Antworten

Das stimmt mich hoffnungsvoll, dass in Brüssel nicht nur vollständig abgehobene Beamte Gesetze erlassen ohne mit zu bekommen, dass da manchmal grober Unfug dabei heraus kommt. Bin gespannt ob die EU das noch geregelt bekommt und auf der Seite von Kleinbetrieben dafür kämpft dass weiterhin EU weiter Versand möglich und vor allem wirtschaftlich ist
CS
13.08.2026

Antworten

Die Empfehlung, zunächst nicht zu sanktionieren, nützt uns als Kleinstunternehmen herzlich wenig. Denn einer Empfehlung kann man folgen, muss man aber nicht. Ich habe derzeit keine Kenntnis darüber, ob bereits gegen die PPWR geklagt wurde oder ob jemand das beabsichtigt. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das Werk in der aktuellen Fassung vor Gericht bestehen kann. Denn es handelt sich hier aus meiner Sicht (und da bin ich sicher nicht alleine) um eine Handelsbarriere für kleine Unternehmen im EU-Binnenmarkt, deren Abschaffung sich die EU ja eigentlich verschrieben hat. Ich musste jedenfalls den Verssand in die EU aussetzen, was ja irgendwie Irrsinn ist.
Leon
13.08.2026

Antworten

Wir haben eine Agentur eingeschaltet, die das in den Ländern für uns erledigt. Zur Finanzierung müssen wir über die Entlassung von 2 Personen nachdenken!
Tim Forster
13.08.2026

Antworten

selten so gelacht. In der Zwischenzeit haben wir den nationalen Behörden außerdem empfohlen, Unternehmen, die die Vorgaben noch nicht erfüllen, nicht zu sanktionieren, sondern zunächst zu verwarnen.“ Du wirist halt zusätzlich verwarnt und denoch bestraft
Max Sonntag
13.08.2026

Antworten

Eine Aufhebung der Bevollmächtigtenpflicht ist aber nur eine Seite der Medaille. Dann darf ich mich als Unternehmer mit den jeweiligen Landesentsorgungsbehörden selbst ins Benehmen setzen und meine Verpackung dort zur Entsorgung anmelden und bezahlen. Da wir aber nun bereits die Entsorgung über den Lieferanten der Kartons (der Erstinverkehrbringer ist) in Deutschland bezahlen, würde ich dann weiterhin für den Versand ins Ausland doppelt bezahlen. Warum sind die unfähigen Bürokraten in der EU nicht in der Lage, ähnlich OSS-Verfahren, einfach ein Portal einzurichten, bei dem ich meine Jahresmenge nach EU-Land melde und mit dieser Meldung erhalte ich dann eine Rechnung. Die Verteilung des Geldes ist dann EU-Sache. Da haben die dort dann wenigstens mal was vernünftiges zu tun. Zack, die Sache wäre erledigt. Aber nein, warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Und dann vor allem erstmal beschließen und dann darüber nachdenken. Solche unfähigen Mitarbeiter hätte jeder vernünftige Unternehmer sofort entlassen... ähm... achso... richtig. Da haben wir ja eine Erklärung, wie solche "Verordnungen" zustande kommen.
Redaktion
13.08.2026
Mit den jeweiligen nationalen Vorgaben zur Registrierung und Lizenzierung von Verpackungen müssen sich Händler allerdings bereits heute auseinandersetzen. Die Pflicht zur Bestellung eines Bevollmächtigten kommt bislang zusätzlich hinzu. Würde diese Pflicht entfallen, würden damit also nicht plötzlich neue Registrierungs- oder Lizenzierungspflichten auf die Händler zukommen – wegfallen würden zunächst einmal die mit dem Bevollmächtigten verbundenen zusätzlichen Pflichten und Kosten.
Stefan
13.08.2026

Antworten

Ich versende nur noch an "Geschäftsadressen" im EU-Ausland. Mein Hauptlieferant verzweifelt gerade an den Anforderungen. Wir haben eh schon keine Verbundverpackungen mehr, plastiktüten nur wo nötig, alles in recycling kartonagen. Als Kleinstunternehmen ist das irgendwann nicht mehr zu stemmen
Michael
13.08.2026

Antworten

Ich stimme mit Andree vollkommen überein..... irgendwann liefert nur noch China in die EU und wir alle müssen zuschauen
Joachim Blum
13.08.2026

Antworten

Vorgestern habe ich auch meinen Auslandsversand eingestellt. Es rechnet sich einfach nicht. Mich würde mal interessieren, was der Bevollmächtigte (wird hier in der EU nicht gegendert?) in der Praxis macht. Zigtausende Firmen sind sicher in der Lage, die Gebühren für ihn zu zahlen. Welche Gegenleistung bringt er für die ganze Kohle? Was macht er mit meinem Paket, das er doch sicher gar nicht zu Gesicht bekommt? Wie will er irgendwas beanstanden? Gruß aus Bad Hönningen Joachim
Redaktion
13.08.2026
Der Bevollmächtigte kontrolliert nicht die einzelnen Pakete oder das verwendete Verpackungsmaterial. Seine Aufgabe liegt vielmehr darin, die Pflichten der erweiterten Herstellerverantwortung im jeweiligen Zielland für den Händler wahrzunehmen. Dazu gehört insbesondere, dafür zu sorgen, dass die Verpackungen entsprechend den dort geltenden Vorgaben registriert und lizenziert werden und die erforderlichen Meldungen erfolgen. Er ist also weniger eine „Kontrollinstanz“ für einzelne Sendungen, sondern übernimmt die gesetzlich vorgesehenen Aufgaben gegenüber den zuständigen Stellen im jeweiligen Land.
Andree
13.08.2026
Er holt die Unterlagen vom Versender ein, der alles dokumentiert und die Arbeit damit hat und leitet das nur weiter. Eigentlich ein toller Job.
CB
13.08.2026

Antworten

Also, ich äußere mich normalerweise nicht zu diesem ganzen Wahnsinn. Wir sind Kleinstunternehmer und langsam reicht es einfach. Wir haben nun den kompletten Versand ins Ausland seit gestern eingestellt und dies hat uns 2 Tage beschäftigt. Ich denke dabei wird es auch bleiben, wir haben auch etwas anderes zu tun, als nur Vorschriften umzusetzen.
Jay Kay
13.08.2026

Antworten

Direkt rechtliche Frage an die Redaktion: Ich setze gerade die Regeln der EU um / sprich Bevollmächtigte in Ländern in denen es sich noch lohnt. Wenn die EU die Regel mit Kleinstunternehmen unter 10 Millionen Umsatz kippt - was passiert dann mit dem Geld was ic heda reingesteckt habe? Bekomme ich das dann von Lizenzero, eurem Partner zurück? Denn ich muss die Vorgaben ja rechtlich umsetzen, wozu ihr auch ratet. Was passiert mit den Tausenden Euro an Invest die jetzt gemacht werden? Wie geht es weiter, wenn Bevollmächtigte bereits bestellt sind?
Redaktion
13.08.2026
Wir orientieren uns bei unseren Informationen und Empfehlungen immer an der jeweils geltenden bzw. absehbaren Rechtslage. Bislang mussten Händler davon ausgehen, dass sie für ihre Tätigkeit in den betreffenden EU-Ländern einen Bevollmächtigten benötigen. Wenn sich die Vorgaben auf europäischer Ebene nun ändern, konnten wir das zum Zeitpunkt unserer bisherigen Informationen natürlich nicht vorwegnehmen. Bei unserem Angebot handelt es sich um ein Partnerangebot; Vertragspartner für die konkrete Leistung ist Lizenzero. Ob und unter welchen Voraussetzungen bei einer Änderung der Rechtslage bereits gezahlte Beträge erstattet werden können, können wir daher nicht beantworten. Bitte wende dich hierzu direkt an den Support von Lizenzero.
cf
13.08.2026

Antworten

Ein Klassiker - erst den Mist verzapfen, warten bis der Geltungsbeginn erreicht ist und alle Unternehmen den Aufwand betrieben haben um dann festzustellen, dass es vielleicht doch nicht so gut ist. Der ursprüngliche EU-Gedanke war sehr begrüßenswert, doch auch das wurde vollkommen aus dem Fokus verloren. Man kann nur hoffen, dass irgendwann jemand in der EU auch das erkennt und den ganzen Vorschriften-Urwald rodet - denn der fällt nicht unter die Entwaldungsverordnung :-)
Andree
12.08.2026

Antworten

Eine Aufforderung ist keine Verpflichtung. Gesetz ist Gesetz, verrückt wer hier auf dieses nicht bindende Getöse hört. Und es ist ja nicht nur der Bevollmächtigte. Konformitätserklärungen, Paketmarkierungen, Dokumentationen. Und es gibt auch viele kleine Importeure die aus nicht EU-Löndern importieren: Wenn fie Lieferanten für die Kartons und Tüten keine Erklärungen und Dokumentationen nachweisen: Kein Import, keine Ware, Geschäft schließen. Die Chinesen kümmert das nicht, die verschicken weiter direkt aus China, was soll denen passieren? Dieses Gesetz ist der Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt: Diese EU muss zurückgedreht werden oder der Dexit.
Marco
13.08.2026
Dexit? Wohl ein AFD-Anhänger?! Ohne die EU würde es für dieses "Problem" über 20 verschiedene Regelungen geben. Was wäre da wohl besser? Ganz zu schweigen für den wirtschaftlichen Schaden für Deutschland bei einem Dexit. Bei allem Ärger: Ich bin froh das es die EU gibt und wir ein Teil davon sind.
Dieter
13.08.2026
Ein Dexit ist rechtlich und politisch extrem schwierig, da Artikel 23 Grundgesetz die Europäische Integration als Staatsziel verankert. Um auszutreten, müsste das Grundgesetz von Bundestag und Bundesrat mit Zweidrittelmehrheit geändert werden. Da das Grundgesetz auf Bundesebene keine Volksentscheide vorsieht, liegt diese Entscheidung bei den gewählten Volksvertretern und nicht direkt bei den Bürgern. Jeder darf sich sich ruhig mal die Frage stellen "Wieso gibt es in Deutschland keine Volksentscheide?" obwohl doch in GG Artikel 20 Absatz 2 steht: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Ich denke jeder kann sich daraus ableiten was das eigentlich bedeutet für Demokratie und Freiheit. Wie war das doch gleich mit Maskenpflicht, Ausgangssperre, ...?
Jay
13.08.2026
Ja Andree, du hast Recht, es ist kein Gesetz, das Gesetz sagt, was ab gestern gilt (dieser elende Blödsinn) - ABER: Ich habe begonnen die Beantragung / Bestellung der Bevollmächtigten einzuleiten und ich möchte gerne wissen, ob ich das abbrechen kann, denn die mehrere tausend Euro, die ich jetzt ausgebe (bin ja noch in der Widerrufsfrist vom tollen Lizenzewro Partner des Händlerbund...) will ich dann auch wieder haben, bevor ich die jetzt sinnlos ausgebe und ich den Bevollmächtigten nicht brauche, das ist die Idee dahinter. Bin voll bei dir. EU auflösen und neu aufstellen oder Dexit.
Andree
13.08.2026
@Marco: Nein ich bin kein AfD Anhänger und wähle sie auch nicht. Und auch ich war ein großer Anhänger der EU. Das es hier und da mal knirscht klar. Aber mittlerweile reicht die Überregulierung und Bevormundung einfach: Apple AI: Gibt es am Anfang nicht in der EU, weil diese wieder Sonderregelungen verlangt. Und diese Verordnung ist einfach Wahnsinn, wenn schon EU Beamte sagen: Das ist so nicht so gut gelaufen... Tja, dann hätte man halt alles gleich bis zum Ende durchdenken sollen und die Staaten sind ja nicht besser, die haben ja mehrheitlich zugestimmt. Zudem schrieb ich, diese EU muss zurückgedreht werden ODER Dexit. Zumal die EU ohne Deutschland wohl nicht mehr lange halten würde. Es gibt hier 26 verschiedene Regelungen wegen der EU.
Andree
13.08.2026
@Jay: Ich würde das Geld ausgeben, ich mache das auch. Aber nur dort wo es sich rechnet, da bleiben eine Handvoll Länder übrig. Alle anderen habe ich abgeschaltet. Auf der Webseite steht unter Versand, welche Länder ausgeschlossen sind und warum: Eine Lieferung an folgende Länder ist aufgrund gesetzlicher Reglementierungen und damit einhergehender Unwirtschaftlichkeit ausgeschlossen. PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation, Verordnung (EU) 2025/40): .... Alternativ können Sie ein Paketweiterleitungsdienst nutzen. So ginge es, sollen die sich das dann dorthin schicken lassen. Auf die Aussage dieses ominösen Beamten würde ich mich nicht verlassen. Gesetz ist Gesetz und es wurde auch gesagt das man "Ermuntert", dass ist ja keine Rechtssicherheit.
goodogs@arcor.de
13.08.2026
Ich schließe mich der Meinung von Andree an. EU = Europas Untergang. @Marco - Nein, die Brüsseler EU hat nichts mit den wirtschaftlichen Erfolgen der längst vergangenen Jahrzehnte deutscher Markwirtschaft zu tun. Diese Erfolgsgeschichte war eine Geschichte von echten Unternehmern, schlauen Erfindern und fleißigen Arbeitern. Eine Handelsunion, welche eine konstruktive Vereinfachung des EU-Binnenmarktes im Sinne des Handels und der Wirtschaft stärkt, würde ich hingegen befürworten. Das was wir aber derzeit in Brüssel haben, ist das Gegenteil einer solchen. Und noch ein Wort zum DEXIT. Diesen wird es nicht brauchen, denn wenn Deutschland die EU-Subventionen herunterfahren muss (weil das Geld der Deutschen knapp wird), führt das sicher auch über kurz oder lang zum völligen EXIT der Brüsseler EU, denn ohne das Geld der Anderen lebt es sich ja bekanntlich schlecht (sowohl in Deutschland als auch in einigen Mitgliedländern der EU). Von daher bin ich als Unternehmer dann doch ein wenig froh gestimmt, dass dieses Trauerspiel bald ein Ende haben wird.