Mehr Pflichten, mehr Betrug, mehr Brüssel – willkommen im Online-Handel 2026

Veröffentlicht: 02.04.2026
imgAktualisierung: 02.04.2026
Geschrieben von: Tim Arlt
Lesezeit: ca. 2 Min.
02.04.2026
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ca. 2 Min.
Phishing-Haken mit „Update“-Mail, Smartphone-Reparatur am Tisch, rotes Geschenk mit Eurozeichen
Erstellt mit KI
Plattformen in der Pflicht, Händler unter Druck – und die EU macht mal etwas richtig.


Diese Woche zeigt, wie vielschichtig die Herausforderungen im Online-Handel gerade sind: Betrüger werden professioneller, Brüssel verteilt neue Pflichten – und die EU schließt endlich eine lange offene Gerechtigkeitslücke im Importgeschäft.

Die wichtigsten Entwicklungen der Woche im Überblick.

Bezahlbetrug auf Kleinanzeigen: Wenn der sichere Weg zur Falle wird

Diese Masche zeigt, wie professionell Online-Betrug heute geworden ist – sie trifft längst nicht mehr nur naive Nutzer. Wenn vermeintlich sichere Zahlungswege als Einfallstor missbraucht werden, müssen Plattformen endlich Verantwortung übernehmen. Wer eine Infrastruktur betreibt, auf der Betrug im industriellen Maßstab stattfindet, kann sich nicht länger mit Hinweistexten aus der Affäre ziehen. Mein Rat: Geld ist erst dann sicher, wenn es wirklich auf dem eigenen Konto liegt – nicht wenn eine Bestätigungs-E-Mail das behauptet.

Recht auf Reparatur: Richtig gedacht, falsch gemacht

Das Recht auf Reparatur ist vom Ziel her richtig – Nachhaltigkeit im Handel ist kein Trend, sondern Notwendigkeit. Aber mehr Pflichten für Händler ohne gleichzeitige Entlastung an anderer Stelle ist keine Partnerschaft, sondern einseitige Belastung. Längere Gewährleistungsfristen klingen gut, bis man sich fragt, wer die Kosten dafür tatsächlich trägt. Wenn der Gesetzgeber Händler als Hebel für Klimapolitik nutzt, sollte er wenigstens dafür sorgen, dass dieser Hebel nicht bricht.

EU-Gebühr auf Billigimporte: Gleiche Regeln für alle – endlich

Endlich handelt die EU – gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Händler sind längst überfällig. Wer in Europa verkauft, muss auch europäische Regeln einhalten, egal ob der Sitz in Leipzig oder Shanghai ist. Dass Plattformen wie Temu oder Shein jahrelang Zollgrenzen und Produktstandards umgehen konnten, während heimische Händler jeden Cent Mehrwertsteuer abführen, war schlicht ungerecht. Ob die neue Gebühr wirklich greift, hängt jetzt an der Umsetzung – aber der Richtungswechsel ist richtig.

Fazit der Woche

Betrug, Bürokratie und Brüssel – drei Themen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Und doch zeigen sie dasselbe: Online-Händler agieren heute in einem immer komplexeren Umfeld, in dem Risiken nicht nur aus dem Markt kommen, sondern aus Regulierung und krimineller Energie gleichermaßen. Wer informiert bleibt und früh reagiert, hat weiterhin gute Karten.

Veröffentlicht: 02.04.2026
img Letzte Aktualisierung: 02.04.2026
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Tim Arlt

Tim Arlt

Händlerbund-CEO

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