Der Händlerbund und der Bundesverband Onlinehandel e.V. (BVOH) haben ihre Zusammenarbeit neu geordnet. Beide Organisationen bleiben rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch unabhängig, wollen ihre Kompetenzen künftig aber klarer aufteilen. Ziel ist es, kleinen und mittelständischen Online-Händlern gegenüber finanzstarken Marktteilnehmern mehr Rückhalt zu geben und bürokratische Detailregulierung abzubauen.
Steigender Aufwand, sinkende Margen
Hintergrund ist der wachsende Druck auf deutsche Online-Händler: Informationspflichten, Formulierungsanforderungen, Plattformvorgaben und Produktsicherheitsvorschriften nehmen zu, ebenso das Risiko kostspieliger Abmahnungen. Gleichzeitig gelangen Millionen Waren aus dem Ausland auf den europäischen Markt, bei denen die Einhaltung von Verbraucher-, Produkt- und Wettbewerbsregeln oft fraglich ist.
Die Folge: sinkende Margen, wachsender Preisdruck durch große Plattformen und steigender Aufwand für Compliance und Dokumentation. Viele KMU-Händler geben laut den Verbänden deshalb Geschäftsbereiche auf oder stellen den Handel ganz ein.
Tim Arlt vom Händlerbund fordert vor diesem Hintergrund spürbare Entlastung und verlässliche politische Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Heidi Kneller-Gronen vom BVOH ergänzt: „Nur so können kleine und mittelständische Online-Händler dauerhaft fair und wirtschaftlich tragfähig arbeiten.“
Wer künftig wofür zuständig ist
Die Aufgaben sind klar getrennt: Der Händlerbund bleibt Dienstleister für Online-Händler und konzentriert sich auf Rechtsberatung, rechtssichere Online-Auftritte, Compliance-Lösungen und praktische Unterstützung im digitalen Handel. Seine Stärke liegt im direkten Einblick in konkrete Umsetzungsprobleme aus der Händlerpraxis.
Der BVOH tritt weiterhin als unabhängiger politischer Interessenvertreter des KMU-Online-Handels auf. Er greift Probleme aus der Praxis auf und bringt sie gegenüber Politik, Behörden und Plattformen zur Sprache. Als einzige Organisation in Deutschland verfügt der Verband über die Klagebefugnis nach § 14 der P2B-Verordnung.
Die engere fachliche Abstimmung zwischen beiden Organisationen soll dazu beitragen, Probleme aus dem Händleralltag früher zu erkennen, strukturiert aufzubereiten und politisch sichtbarer zu machen.
Christoph Pech
Christoph schreibt über KI, digitale Innovationen und Payment-Lösungen – immer mit einem Blick auf smarte Technologien.
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