Künstliche Intelligenz wurde lange Zeit als unterstützendes Tool angesehen. Es automatisiert und erstellt Inhalte. Doch für Amazon reicht das nicht. So stellte das Unternehmen jetzt auf seiner jährlichen Accelerate-Konferenz in Seattle, so wie auf seinem Blog, seinen überholten Seller Assistant vor. Statt nur wie ein ausführender Angestellter soll dieser künftig wie ein vollwertiger Geschäftspartner agieren und – nach Freigabe – bestimmte Prozesse sogar eigenständig ausführen können.
Das kann der neue Seller Assistant
Das KI-Modell, welches auf Amazons Bedrock-System beruht und mit den Modellen Amazon Nova sowie Claude von Anthropic erstellt wurde, erweitert den bisherigen Seller Assistant um sogenannte Agentic AI-Funktionen. Unter Agentic AI versteht man eine nahezu autonome KI, die wie ein beauftragter Agent Aufgaben durchführen kann.
Im Fall des neuen Seller Assistant betrifft dies gleich mehrere Bereiche, in welchen schon bald Aufgaben abgenommen werden sollen. So soll der neue Assistent Lagerbestände optimieren, die Account Health des Verkaufskontos überwachen und mögliche Frühwarnungen aussprechen, Compliance Analysen durchführen und auf Fehler hinweisen. Auch Werbung erstellt er.
Bei allem, so versichert Amazon, habe der echte Seller immer die Oberhand und müsste diese Prozesse freigeben. Wie konkret diese Freigabe aber aussieht, und was passiert, wenn dann doch mal Fehler passieren, wird im Blogpost nicht weiter ausgeführt.
Aktive Partnerschaft mit der KI
Wie Mary Beth Westmoreland, Vizepräsidentin von Amazons Abteilung Worldwide Selling Partner Experience, erklärt:
„Die Verkäufer müssen nicht mehr alle Aufgaben selbst erledigen, sondern haben einen intelligenten Assistenten zur Seite stehen, der rund um die Uhr in ihrem Auftrag arbeitet, wobei sie stets die Kontrolle behalten. Der Seller Assistant übernimmt alle Aufgaben, von Routinevorgängen bis hin zu komplexen Geschäftsstrategien, sodass sich die Verkäufer auf Innovation und Wachstum konzentrieren können.“
Was für manche wie die Erfüllung aller KI-Träume klingen mag, wirft allerdings auch Fragen auf. Wenn die KI im Namen und Auftrag der Seller agiert, wer haftet dann für Fehler? Gerade in Compliance-Themen müssen Händler:innen stets auf der Hut sein, keine Abmahnungen zu riskieren. Amazon dürfte sich hierbei abgesichert haben. Am Ende sind Unternehmer:innen stets selbst verantwortlich für ihre Geschäfte. Aber wenn man doch alles kontrollieren muss – wo bleibt dann die Arbeitserleichterung?
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