Mehre US-Medien und Werbeagenturen berichten derzeit davon, dass sich Amazon offenbar vollständig aus den Google Shopping Ads zurückgezogen habe. Laut Digiday wird dies dadurch belegt, dass der E-Commerce-Gigant normalerweise immer innerhalb der Top-Werbetreibenden im Google-Tool Auction Insights zu finden sei. Noch am 17. Juli dominierte Amazon beispielsweise den US-Werbemarkt in Google Shopping Ads zu 60 Prozent – doch seit dem 23. Juli herrscht Stille.
Was der Rückzug für strategische Gründe haben könnte und wie Werbetreibende und Online-Händler:innen jetzt reagieren sollten, klären wir hier.
Was plant Amazon mit dem Rückzug von Google Shopping Ads?
Eine konkrete Antwort auf diese Frage wird man aktuell vergeblich suchen. Sowohl gegenüber Digiday als auch OnlinehändlerNews lehnte Amazon eine Stellungnahme ab.
Es gibt lediglich Branchenspekulationen über Amazons Strategie. Zunächst muss man dazu einordnend wissen, dass Werbeplatzierungen sich sehr schnell stoppen, aber auch wieder aufnehmen lassen. Ob es sich also um einen endgültigen Rückzug oder nur eine strategische Pause handelt, ist ungewiss. Bereits im zweiten Quartal 2025 reduzierte Amazon seine Werbeausgaben in den Google Shopping Ads um fast 50 Prozent, nur um sie dann kurz vor dem Prime Day wieder hochzufahren.
Denkbar wäre es also, dass es sich auch jetzt um eine temporäre Sparmaßnahme handelt, um dann zum Black Friday mit voller Kraft zurückzukehren. Sollte es sich dagegen um eine langfristige Entscheidung handeln, könnte ein Ausbau des eigenen Werbegeschäfts das Ziel sein. Google-Anzeigen waren für Amazon stets ein praktisches Mittel zum Zweck, de facto hat man hiermit jedoch einen starken Wettbewerber finanziell unterstützt.
Amazons Rückzug bietet Chancen
Für Google bedeutet der Rückzug, ganz gleich ob temporär oder von Dauer, zunächst finanzielle Einbußen. Zwar gab es auch seitens Google bisher keinen Kommentar zu dem Vorgehen, der Rückzug scheint dem Unternehmen aber offenbar im Vorfeld bekannt gewesen zu sein. So bestätigte Scott Carruthers vom Marktforscher Journey Further gegenüber Digiday, dass Google-Mitarbeitende derzeit Werbetreibende dazu ermutigen würden, ihre Budgets zu erhöhen, um vom Wegfall eines großen Wettbewerbers (der nicht namentlich genannt wird) zu profitieren.
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