Wird Amazon jetzt zum neuen deutschen Internetanbieter?

Veröffentlicht: 25.09.2025
imgAktualisierung: 25.09.2025
Geschrieben von: Redaktion
Lesezeit: ca. 2 Min.
25.09.2025
img 25.09.2025
ca. 2 Min.
Grafik von Netz aus feinen Lichtlinien im Weltraum, die einen Teil der Erde umspannen
happysuthida / Depositphotos.com
Der Online-Riese will über sein Projekt „Kuiper“ künftig hierzulande Internet per Satellit zur Verfügung stellen.


Schon seit 2019 schraubt Amazon an seinem eigenen Satelliten-Internet – dem „Project Kuiper“ – quasi in direkter Konkurrenz zu Elon Musks Projekt Starlink. Jetzt wird der Netzausbau kräftig vorangetrieben. Bis zum Jahresende sollen sich 200 Satelliten in der Erdumlaufbahn befinden.

Ende 2025 will Amazon darüber erstmals den Internetzugang in den USA bereitstellen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2026 soll dieser dann auch in Kanada, Frankreich, Großbritannien und – ebenfalls als eines der ersten Länder – in Deutschland verfügbar sein. Und bis 2028 ist eine „vollständige globale Abdeckung einschließlich der Pole in etwa 88 bis 100 Ländern“ angedacht, so Ricky Freeman, Leiter des Bereichs Regierungslösungen des Satellitenprojekts Kuiper, laut dem US-Nachrichtenmagazin Bloomberg. Insgesamt will man über 3.200 Satelliten bereitstellen, um Privatkund:innen, Unternehmen und auch Regierungen mit dem Internet-Angebot zu versorgen.

Schnelles Netz in entlegenen Gebieten

Insbesondere entlegene bzw. unterversorgte Regionen sollen dabei von schnellem Netz profitieren. Das betont Amazon etwa mit Blick auf die UN-Generalversammlung, die dieser Tage in New York stattfindet und auf der man mit führenden Politiker:innen zu dem Netzausbau diskutiere. „Indem wir uns dafür einsetzen, unterversorgten Gemeinden weltweit schnelles, erschwingliches und zuverlässiges Internet bereitzustellen, tragen wir dazu bei, die digitale Kluft zu schließen, die die wirtschaftliche Entwicklung und die Bildungschancen von Milliarden Menschen weiterhin einschränkt“, heißt es in einer Mitteilung von David Zapolsky, Chief Global Affairs & Legal Officer bei Amazon.

Die Geschwindigkeiten sollen im Standardfall bei bis zu 400 Megabit pro Sekunde (Mbps). Für Privatanschlüsse ist das sehr schnell, ein typischer Kabel-Anschluss liefert bis zu 250 Mbps. Wie viel das ganze kosten könnte, ist unklar, denn bislang gab das Unternehmen keine Details zu Preisen bekannt. In FAQs zu dem Projekt schreibt Amazon, dass „Erschwinglichkeit ein zentraler Grundsatz“ des Projekts sei.

Veröffentlicht: 25.09.2025
img Letzte Aktualisierung: 25.09.2025
Lesezeit: ca. 2 Min.
Artikel weiterempfehlen
Redaktion

Redaktion

KOMMENTARE
2 Kommentare
Kommentar schreiben

NoPrimeDay
19.10.2025

Antworten

Weltraumschrott scheint Jeff ja nicht zu stören... Dabei kreisen schon jetzt unzählige Teile und Teilchen von menschengemachtem Müll im All, die nur schwer zu entfernen sind und für Besatzungen dort oben zu einer echten Gefahr werden können. Welches Unternehmen möchte sich an den Bergungskosten beteiligen? Sie veranstalten ja anscheinend Wettbewerbe, wer die meisten tausend Satelliten ins All schießt. Statt einer neuen Technologie könnten wir auch bestehene Strukturen auf der Erde ausbauen und nutzen...
Robert
26.09.2025

Antworten

Prima Idee - noch mehr Monopolisierung und noch mehr Daten- und Meinungshoheit in den Händern weniger Oligarchen... Es ist leider zu erwarten, dass die Menschheit so blöde ist und das mitmacht....